Aktion

117 Paar Damenschuhe erinnerten in Emden an ermordete Frauen

| | 27.11.2021 10:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Emden wurden 117 Paar Damenschuhe ausgestellt, um an ermordete Frauen zu erinnern. Fotos: Hanssen
In Emden wurden 117 Paar Damenschuhe ausgestellt, um an ermordete Frauen zu erinnern. Fotos: Hanssen
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An diesem Sonnabend wurde in der Emder Innenstadt an in Deutschland ermordete Frauen erinnert. Die Zahl der von Gewalt bedrohten Frauen ist auch in der Stadt hoch. Vor Ort gab es viele Gespräche.

Emden - Der „Orange Day“ war zwar schon am 25. November, aber auch an diesem Sonnabend wurde in Emden noch an ermordete Frauen erinnert. Am Vormittag wurden in der Fußgängerzone in Richtung zum Alten Markt 117 Paar Damenschuhe aufgestellt. Denn: Im Jahr 2019 wurden ebenso viele Frauen von ihren Partnern ermordet. Mit der gemeinsamen Aktion von der Stadt Emden und der Hochschule Emden/Leer sollte die hohe Anzahl dargestellt und gleichzeitig an die Opfer erinnert werden.

In den Schuhen lag ein Fyler mit der Nummer des Hilfetelefons.
In den Schuhen lag ein Fyler mit der Nummer des Hilfetelefons.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Okka Fekken, zog vor Ort eine positive Bilanz zu der Aktion. Mit vielen Menschen sei das Team ins Gespräch gekommen – und das durch alle Generationen hinweg. Im vorweihnachtlichen Emden waren am Sonnabend viele Personen trotz des andauernden Regens unterwegs und begutachteten die Damenschuhe auf der Straße, sprachen darüber miteinander oder stellten Fragen an das Bündnis Gewaltprävention. In den 117 Schuhpaaren steckten Flyer mit der Nummer des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen. Dieses ist unter 08000/116016 erreichbar. Hilfe vor Ort in Emden gibt es für Betroffene und ihre Angehörige unter anderem bei der Polizei unter Telefon 110, dem Frauenhaus in Emden unter 04921/43900 oder der BISS Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt unter 04921/588977.

Jede dritte Frau in Deutschland von Gewalt betroffen

Laut Polizeistatistik wurden in Emden im vergangenen Jahr 476 Frauen Opfer von Gewalt. Das ist aber nur die Anzahl der Fälle, die der Polizei gemeldet wurden. Die Dunkelziffer dürfte groß sein, heißt es von der Polizei. Jede dritte Frau in Deutschland ist laut aktueller Statistik des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben von sexueller und/oder körperlicher Gewalt betroffen. Im Jahr 2020 sind die Fälle von Gewalt in Partnerschaften um 4,9 Prozent angestiegen, wie Auswertungen des Bundeskriminalamts zeigen.

Am 25. November hatte es bereits in Emden Aktionen gegeben. Vor dem Landesmuseum wurden Fahnen des Vereins für Menschenrechte, Terres des Femmes, gehisst, ebenso vor dem Polizeigebäude, dem Verwaltungsgebäude III der Stadt, der Volkshochschule und der Hochschule Emden/Leer. Orangefarben erleuchtet wurden in Emden das Hafentor, der Chinesen-Tempel, die Neue Kirche und der Neue Markt. Dort zeigen zudem Studenten der Hochschule selbst gedrehte Videos und Informationstafeln. Auch hatten Emder Bäckereien 20.000 Brötchentüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ verteilt. Auf der Rückseite befindet sich ein QR-Code zur Internetseite „Prävention Nordwesten“. Dort werden ausführliche Informationen und Ansprechpartner genannt.

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