Neue Corona-Variante
Vor Panikmache sei gewarnt
Von wegen besinnlicher Advent: Corona hat Deutschland wieder voll erfasst. Die vierte Welle trifft jetzt auch noch auf die Omikron-Variante. Droht uns der perfekte Sturm, die maximale Katastrophe?
Es braucht in den besonders stark betroffenen Ländern Lockdown-Maßnahmen für alle, also auch für Geimpfte. Denn viele von ihnen sind noch ungeboostert und können sich deshalb aufgrund des sinkenden Impfschutzes infizieren und das Virus weitergeben. Dass die Pandemie nur noch eine Pandemie der Ungeimpften ist, zählt zu den vielen Irrtümern dieser Corona-Krise. Bundesweit müssen gleichzeitig die Kontaktmaßnahmen reduziert und zugleich die Impfkampagne massiv ausgeweitet werden. Der Appell des Bundespräsidenten an die Eigenverantwortung ist deshalb richtig. Umso bitterer ist es, dass die Menschen vielerorts stundenlang auf eine Auffrischimpfung warten müssen und die Impfstoffe knapp werden. Die Schließung der Impfzentren war ein eklatanter Fehler.
Und bei der im südlichen Afrika entdeckten Omikron-Variante darf weder die Gefahr verharmlost noch dramatisiert werden. Panikmache vergrößert nur die Krise, auch wenn die WHO die Variante B.1.1.529 als „besorgniserregend“ einstuft. Es wird bis zu zwei Wochen dauern, bis erste belastbare Daten vorliegen. Impfstoffhersteller wie Moderna und Biontech sind auf jedes Szenario vorbereitet. Die Wahrscheinlichkeit ist als hoch einzustufen, dass – falls nötig – eine Anpassung erfolgen kann. Ruhe und Zuversicht dürfen auf dem Höhepunkt der vierten Coronawelle nicht verloren gehen.
@ Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de