Berlin

Corona-Krise: Kassenärztechef Gassen beklagt „unverzeihlichen“ Impfstoffmangel

Tobias Schmidt
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Von Tobias Schmidt
| 29.11.2021 14:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), beklagt einen „unverzeihlichen“ Impfstoffmangel. Foto: Britta Pedersen / dpa
Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), beklagt einen „unverzeihlichen“ Impfstoffmangel. Foto: Britta Pedersen / dpa
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Während die Intensivstationen mit Corona-Patienten volllaufen, fehlt es wieder an Impfstoff, beklagt Kassenärztechef Andreas Gassen im Gespräch mit unserer Redaktion. Das sei „unverzeihlich“.

Eine Rekord-Zahl von 100.000 niedergelassenen Ärzten beteilige sich inzwischen an den Corona-Impfungen. „Da ist es einfach nur frustrierend und unverzeihlich, dass es immer noch zu wenig Impfstoffe gibt“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

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So seien für die Woche ab dem 5. Dezember rund 4,7 Millionen Dosen Biontech bestellt worden, „aber nur 2,5 Millionen Dosen stehen zur Verfügung“, so Gassen. Dadurch müssten die Bestellungen gekürzt werden auf 24 - 30 Dosen je Praxis . Hinzu kämen über 3,9 Millionen Booster-Dosen von Moderna. 

Ärzte in den Krisenstab im Kanzleramt holen!

„Das eigentliche Problem ist aber nicht das Boostern, sondern die Tatsache, dass über zwölf Millionen Erwachsene in Deutschland noch gar nicht geimpft sind. Wenn wir das Coronavirus zurückdrängen wollen, müssen wir diese Menschen erreichen“, so der Appell des Kassenärztechefs.

Die geplante Einrichtung eines Krisenstabes im Kanzleramt nannte Gassen „sicherlich sinnvoll“, die Besetzung müsse aber überdacht werden: „Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte müssen als der ambulante Schutzwall unbedingt eingebunden sein“, forderte der KBV-Vorsitzende. „Der Krisenstab sollte nicht nur wie bisher überwiegend aus Physikern und Mathematikern bestehen, sondern muss Maßnahmen mit den relevanten Playern im Gesundheitswesen, die die Versorgung letztendlich leisten, abstimmen und umsetzen!“

Neuen Gesundheitsminister schnell benennen!

Zudem machte Gassen Druck auf den designierten nächsten Kanzler Olaf Scholz (SPD), rasch einen Nachfolger für den scheidenden Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu benennen. „Es ist in dieser krisenhaften Zeit wichtig, dass diese Spitzenposition schnell besetzt ist“, sagte Gassen mit Blick auf die Unklarheit, wen die SPD für das Ressort auswählt. Es müsse „bald klar“ sein, „wie die künftige Besetzung des Ministerpostens im Bundesgesundheitsministerium aussehen wird“, betonte Gassen.

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