Osnabrück

Ukraine-Konflikt: Nato und Kiew müssen jetzt die Nerven behalten

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 30.11.2021 16:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Alarmbereitschaft: Ein ukrainischer Soldat läuft in einem Schützengraben entlang der Frontlinie mit den von Russland unterstützten Separatisten in der umkämpften Ostukraine. Foto: Anatoli Stepanov/AFP
In Alarmbereitschaft: Ein ukrainischer Soldat läuft in einem Schützengraben entlang der Frontlinie mit den von Russland unterstützten Separatisten in der umkämpften Ostukraine. Foto: Anatoli Stepanov/AFP
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Deutschland und die USA warnen Russland beim Nato-Treffen vor einem Angriff auf die Ukraine. Droht sich der Krieg im Donbass tatsächlich auszuweiten? Nicht ausgeschlossen, dass das russische Säbelrasseln aus dem Ruder läuft.

Beim Blick gen Osten reibt man sich ungläubig die Augen. Was, um Himmels Willen, bezweckt Russlands Präsident Wladimir Putin mit dem massiven Aufmarsch von Truppen und schwerem Geschütz an der Grenze zur Ukraine? Schlimmstenfalls droht eine Eskalation, die niemand wirklich wollen kann. Es wäre nicht das erste Mal in der Militärgeschichte, dass Säbelrasseln mehr oder weniger ungewollt aus dem Ruder läuft.

Umso wichtiger ist es, dass die Regierung in Kiew und die transatlantische Verteidigungsallianz die Nerven behalten. Wohlweißlich haben die Nato-Außenminister bei ihrem Treffen offen gelassen, wie eine mögliche Reaktion auf weitere Aggressionen Russlands gegen die Ukraine aussehen könnte. 

Moskau bloß keinen Vorwand für Militärschlag liefern

Niemand sollte Moskau einen Vorwand für einen Militärschlag in der Ostukraine liefern. Allerdings sollten Nato und EU auf alle Szenarien vorbereitet sein. Man möchte es nicht glauben, dass der einst von der EU umworbene Nachbar Russland plötzlich ein Feind sein soll. Und doch drängt sich der Eindruck auf, dass Moskau an einem entspannten Verhältnis zur EU immer weniger gelegen ist.

Im besten Fall will Moskau die Ukraine sowie Deutschland und Frankreich als Vermittler zu einem Frieden in der umkämpften Ostukraine unter russischen Bedingungen zwingen. Im schlimmsten Fall will Putin tatsächlich einen Krieg in der Ukraine provozieren. Wer hat 2008 schon mit dem Krieg im Kaukasus gerechnet? 

Lesen Sie auch: Interview: Ukraine setzt auf neue Bundesregierung für einen EU-Beitritt

Dort eskalierte damals der lange schwelende Konflikt zwischen Russland und Georgien um die georgische Provinz Südossetien. Dass im Falle des ukrainischen Donbass Ähnliches geschehen könnte, scheint nicht ausgeschlossen; es drohte allerdings ein weitreichender Waffengang, der nicht nach wenigen Tagen beendet wäre und zur Gefahr für ganz Europa würde.

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