Justiz

Drogenmillionär muss für 13 Jahre hinter Gitter

| | 03.12.2021 11:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Vor dem Landgericht Aurich ging es um Drogenhandel. Foto: Archiv/Ortgies
Vor dem Landgericht Aurich ging es um Drogenhandel. Foto: Archiv/Ortgies
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Ein 38-Jähriger aus Bunde, der mit Drogenhandel Millionär geworden ist, muss für 13 Jahre ins Gefängnis. Auch seine Frau und seine Mutter wurden verurteilt. Das Ehepaar verliert zudem Haus und Hof.

Aurich/Bunde - Ein Drogenhändler aus Bunde muss für lange Zeit hinter Gitter. Das Landgericht Aurich hat den 38-Jährigen am Donnerstag unter anderem wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln und Geldwäsche in 83 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt. Das teilte Gerichtssprecher Stefan Büürma am Freitag mit.

Auch die Ehefrau des Angeklagten muss ins Gefängnis. Die 39-Jährige wurde wegen Beihilfe zu drei Jahren Haft verurteilt. Die 64 Jahre alte Mutter des Angeklagten erhielt wegen Geldwäsche eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu 50 Euro (18.000 Euro).

Einfamilienhaus mit Drogengeld finanziert

Der aus den Drogengeschäften erzielte Gewinn in Höhe von mehr als einer Million Euro wird eingezogen. Das bedeutet unter anderem, dass der Mann sein Einfamilienhaus in Bunderhee verliert, das wie mehrere Fahrzeuge und teure Technikgeräte mit Drogengeld finanziert war. Ein Teil der Einnahmen wurde in Kryptowährungen und Aktien angelegt. Mit dem verhängten Strafmaß blieb die 2. Große Strafkammer bei allen drei Angeklagten unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger hatten jeweils Freispruch beantragt.

Der 38-Jährige soll zwischen August 2017 und Februar dieses Jahres im großen Stil mit Drogen gehandelt haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler ließ er kiloweise Marihuana und Kokain sowie Amphetamin aus Spanien und den Niederlanden einführen, um damit in Deutschland zu handeln. Dazu soll er Kuriere beauftragt haben, die die Drogen im Hohlraum eines umgebauten Pferdeanhängers transportierten. Als Zwischenlager diente eine Lagerhalle bei Quakenbrück. Die Abgabe der Drogen an die Kunden soll unter anderem auf Parkplätzen von Supermärkten in Oldenburg oder in der Wohnung des 38-Jährigen erfolgt sein.

Zur Organisation seiner Geschäfte nutzte der Drogenhändler verschlüsselte Mobiltelefone. Der Prozess war das erste Verfahren am Landgericht Aurich im Zusammenhang mit verschlüsselten Nachrichten sogenannter Krypto-Handys des Anbieters „Encrochat“, die im Rahmen einer Zusammenarbeit niederländischer und französischer Ermittlungsbehörden im vergangenen Jahr sichergestellt und entschlüsselt worden waren.

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