Serie „Weihnachten in der Kindheit“

Ein Wübbenhorst-Geschenk wurde in Hamburg gestohlen

| | 06.12.2021 20:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bevor im Hause Wübbenhorst die Geschenke ausgepackt wurden, mussten Imke (links) und ihr Bruder Helge zunächst drei Weihnachtslieder singen. Foto: Privat
Bevor im Hause Wübbenhorst die Geschenke ausgepackt wurden, mussten Imke (links) und ihr Bruder Helge zunächst drei Weihnachtslieder singen. Foto: Privat
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Schöne Erinnerungen hat Fußball-Lehrerin Imke Wübbenhorst an Weihnachten als Kind in Wiesens. Doch ein Geschenk wurde in Hamburg gestohlen. In den Fall ist auch eine Europameisterin „verwickelt“.

Aurich - Diese Tage reist Imke Wübbenhorst noch durch die Republik. Ob in Dortmund, Halle oder zuletzt in Braunschweig: Die Fußball-Lehrerin sitzt auf der Tribüne und schaut sich als Gegneranalystin die Drittliga-Kontrahenten ihres Arbeitgebers Viktoria Köln an. Zu Weihnachten wird wieder Wiesens angesteuert, um im Elternhaus nahe Aurich Traditionen zu leben und in Erinnerungen zu schwelgen.

Durch das Schlüsselloch versuchte die kleine Imke einen Blick ins verschlossene Wohnzimmer zu erhaschen. Foto: Privat
Durch das Schlüsselloch versuchte die kleine Imke einen Blick ins verschlossene Wohnzimmer zu erhaschen. Foto: Privat

„Wir Kinder wurden Weihnachten immer richtig heiß gemacht von unseren Eltern. Der Spannungsbogen stieg von Tag zu Tag“, sagt die 32-Jährige. Ihr Bruder Helge und sie durften am großen Tag das Wohnzimmer nicht mehr betreten, es wurde abgeschlossen. „Ich weiß noch, wie wir viel Zeit damit verbracht haben, etwas durch das Schlüsselloch zu erkennen.“

Drei Lieder, dann Bescherung

Wenn die Eltern die Tür endlich öffneten, konnten die Geschenke noch nicht ausgepackt werden. „Mein Vater ist ein großer Freund von Ritualen“, sagt Wübbenhorst. So mussten die Kinder immer erst drei Weihnachtslieder singen, bevor die Bescherung anstand. In jungen Jahren kam sogar „Weihachtsmann Fokko“. „Das war unser Nachbar, der sich als Weihnachtsmann verkleidet hatte. Zu Beginn hatte ich noch immer etwas Angst.“

Der Weihnachtsmann schaute natürlich auch bei Familie Wübbenhorst vorbei. Er hatte es nicht weit: es war der Nachbar. Foto: Privat
Der Weihnachtsmann schaute natürlich auch bei Familie Wübbenhorst vorbei. Er hatte es nicht weit: es war der Nachbar. Foto: Privat

Als sie eines ihrer schönsten Geschenke erhalten hatte, war „Christkind Fokko“ längst im Ruhestand. Teenager Imke bekam ein neues Mountainbike. „Das fand ich richtig cool. Ich habe mich ohnehin immer sehr über Geschenke gefreut, die mit Bewegung und Sport in Verbindung standen.“

Kulig wird das Rad gestohlen

Das robuste Rad trat mit der Jugendnationalspielerin dann auch den Weg an die Elbe an, als die Fußballerin mit 16 Jahren 2005 von SuS Timmel zum Hamburger SV wechselte. Der war im Frauenfußball zur damaligen Zeit noch eine angesehene Adresse. Beim HSV spielte sie auch mit der 16 Monate älteren Kim Kulig zusammen, die später sogar A-Nationalspielerin und Frauen-Europameisterin wurde. Jetzt ist sie Co-Trainerin bei den Frauen des VfL Wolfsburg und TV-Expertin im Männerfußball. „Ich habe Kim damals mal mein Mountainbike geliehen – und dann wurde es ihr leider in Hamburg gestohlen. Seither ist es verschwunden.“

Zu den schönsten Weihachtsgeschenken zählte für Imke Wübbenhorst ein Mountainbike. Foto: Privat
Zu den schönsten Weihachtsgeschenken zählte für Imke Wübbenhorst ein Mountainbike. Foto: Privat

Viel schlimmer wäre der Verlust eines anderen Geschenks. Die Tierliebhaberin Imke bekam von ihren reitbegeisterten Eltern vor 26 Jahren nämlich ein deutsches Reitpony: „Jana ist noch immer bei meinen Eltern, sie ist auch auf unserer heimischen Weide geboren. Ich freue mich, sie bald wieder zu sehen.“ So gehörten Utensilien für das Reiten und die heimischen Pferde auch immer mal wieder zu den Präsenten.

Warten auf die Enkelkinder

Ein festes Weihnachts-Ritual bei Familie Wübbenhorst ist das gemeinsame Raclette-Essen. „Das ist lecker und hatte auch praktische Gründe. Meine Mutter musste als Einzelhändlerin am 24. Dezember noch oft arbeiten. Das Raclette ließ sich gut vorbereiten.“

Imke Wübbenhorst wird von ihrem Lebensgefährten Markus nach Ostfriesland begleitet. Foto: Privat
Imke Wübbenhorst wird von ihrem Lebensgefährten Markus nach Ostfriesland begleitet. Foto: Privat

Die studierte Gymnasiallehrerin, die nun im Profifußball aktiv ist, wird nach den letzten Gegner-Analysen für Viktoria Köln und Fahrten durch die Republik nicht alleine die Weihnachtsreise nach Ostfriesland antreten. Auch Lebensgefährte Markus ist dabei. „Er kommt Weihnachten mit zu meinen Eltern. Auch mein Bruder und seine Frau sind wie immer da“, erzählt Imke Wübbenhorst. Das Wohnzimmer wird an Heiligabend natürlich längst nicht mehr abgeschlossen. Schließlich ist es noch kein Weihnachten mit Enkelkindern. Aber was noch nicht ist, kann ja bald werden, wie Wübbenhorst mit einem Lächeln ankündigt. „Hoffen wir mal, sich das in den nächsten Jahren ändert.“

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