Berlin

Schweinefleisch: Aldi und Lidl stellen auf deutsche Produktion um

Jan-Malte Wortmann
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Von Jan-Malte Wortmann
| 07.12.2021 11:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die größten deutschen Discounter wollen nur noch Schweinefleisch aus Deutschland anbieten. Foto: imago images/blickwinkel
Die größten deutschen Discounter wollen nur noch Schweinefleisch aus Deutschland anbieten. Foto: imago images/blickwinkel
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Die zwei größten deutschen Discounter Aldi und Lidl wollen unter ihren Eigenmarken nur noch Schweinefleisch verkaufen, das vollständig in Deutschland produziert wurde. Auch die Haltungsformen sollen angepasst werden.

Aldi und Lidl wollen ihren Schweinefrischfleisch-Produktion umstellen und nur noch Fleisch anbieten, bei dem die gesamte Produktionskette in Deutschland stattfindet. Das berichtete die „Agrarzeitung“. Damit wollen die Discounter einerseits die deutschen Betriebe und regionalen Schweinebauern stärken und sich andererseits für mehr Qualität und Tierwohl einsetzen.

Umstellung der Produktion für 2022 geplant

Aldi kündigte an, bis Ende 2022 bei konventionellem Schweinefleisch konsequent auf sogenanntes „5D“-Fleisch umzustellen. Lidl will diesen Schritt schon Anfang des kommenden Jahres gehen, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. Die Bezeichnung „5D“ beschreibt Schweinefleisch, bei dem jeder einzelne Schritt der Produktionskette in Deutschland stattfindet. 

Dazu gehören die Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und die Weiterverarbeitung. Tiertransporte ins Ausland, beispielsweise für die Schlachtung, sind dann verboten. Mit diesem Schritt möchte Aldi die Qualität ihres angebotenen Schweinefleischs sichern und die regionalen Erzeuger unterstützen:

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Aldi will bis 2030 auf tierwohlgerechte Haltung umstellen

Bereits im Juni hatte Aldi angekündigt, bis spätestens 2030 vollständig auf Frischfleisch aus Außenklima- und Bio-Haltung umstellen zu wollen. Das entspricht den Stufen 3 und 4 des „Haltungsform“-Produktsiegels. In Zusammenarbeit mit der Initiative Tierwohl soll das Angebot stufenweise geändert werden. Die Umstellung auf „5D“-Schweinefleisch im kommenden Jahr soll ein erster Schritt in diese Richtung sein.

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Aldi erklärte, dass alle Lieferanten durch die nun erfolgte frühzeitige Ankündigung ein Jahr Zeit hätten, um die komplexe Lieferkette umzustellen. Außerdem wollen Aldi Nord und Aldi Süd die deutschen Schweinebauern unterstützen, indem sie den Abnahmepreis für Schweine bis zu 20 Prozent über dem Marktniveau stabil halten wollen und vorerst auf Neuausschreibungen verzichten, wie die „Agrarzeitung“ berichtet.

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