Serie „Das kostet!“
Ein Knöllchen kostet beim SV Holtland fünf Euro
Bei den Fußballern es SV Holtland gelten strikte Park- und Kleidungsregeln. Strafenwart Jannes Knoop hat unserer Zeitung auch verraten, warum die Spieler zwei Sporttaschen brauchen.
Holtland - Jörn Janssen ist ein Verfechter von Fairness, Disziplin und Ordnung. Deshalb lebt der Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Holtland diese Tugenden nicht nur seinem Team vor, sondern fordert diese auch von den Spielern ein.
Entsprechend legte Jörn Janssen großen Wert darauf, dass im mannschaftsinternen Strafenkatalog klare Regeln verankert wurden.
Ausgefallene Strafen
So gibt es für die Spieler eine strikte Kleiderordnung. Es gibt Klamotten wie einen Pulli, eine lange Hose und ein T-Shirt, die nur zu Spielen getragen werden dürfen. Fürs Training hat die Holtlander erste Herren ein eigenes Outfit. Wer falsche Klamotten trägt, muss fünf Euro blechen. „Wenn unsere Sponsoren Geld für uns ausgeben, dann sollen die Sachen möglichst lange halten“, begründet Jörn Janssen. „Früher kam es schon mal vor, dass die Spieler einen neuen Trainingsanzug gar nicht mehr ausziehen wollten – so stolz waren sie auf diesen. Aber dass ich sie dann beim Rasenmähen in diesem Anzug sehe, geht einfach nicht.“ Deshalb darf die Montur des SV Holtland auch nicht mehr in der Freizeit getragen werden.
Aber nicht nur die falschen Klamotten kosten beim Überraschungsersten der Bezirksliga-Staffel B Strafe – auch die falsche Sporttasche. „Wir Spieler brauchen praktisch zwei Taschen. Eine für die Spiele bekommen wir vom Verein gestellt. Fürs Training dürfen wir diese aber nicht nutzen. Also brauchen wir noch eine andere Tasche“, erklärt Mittelfeldspieler und Strafenwart Jannes Knoop. Schienbeinschoner, Duschgel etc. müssen immer umgeräumt werden. Falls ein Spieler das aber nicht macht, sondern beispielsweise mit der Spiel-Tasche auch beim Training erscheint, muss er fünf Euro zahlen. „Das kassieren wir regelmäßig ab. Wir haben sogar einen Spieler, der allem zum Trotz immer mit derselben Tasche kommt“, verrät Jannes Knoop. Ein Aufregerthema beim SV Holtland ist auch die Parkplatzsituation. So dürfen die Spieler nur beim offiziellen Parkplatz, der rund 100 Meter vom Sportplatz entfernt ist, parken. Auf dem Vereinsgelände, der naheliegenden Rasenfläche und direkt an der Straße ist das Autoabstellen dagegen tabu. „Zum einen soll die Parkanlage, die vor zwei Jahrzehnten für viel Geld gebaut wurde, auch genutzt werden. Zum anderen beschweren sich sonst Anwohner bei an der Straße parkenden Autos. Und auch das Vereinsgelände ist nicht zum Parken gedacht, es soll nicht kaputtgefahren werden“, sagt Jörn Janssen. Vor allem neue Spieler kassieren öfters mal ein Knöllchen, wie Jannes Knoop verrät. Fünf Euro kostet das Falschparken beim SV Holtland. „Mit der Zeit haben alle die Regel aber verinnerlicht. Trotzdem gibt es manchmal Unmut – zum Beispiel, wenn jemand eine Kiste Bier ausgeben will, aber diese so weit schleppen muss.“
Die Höchststrafe
Die bereits genannten Fünf-Euro-Strafen sind bei den Herren des SV Holtland immer mal wieder fällig. Die Höchststrafe von 50 Euro wurde dagegen in den vergangenen Jahren nicht verhängt.
Diesen Betrag müsste ein Spieler für das unentschuldigte Fehlen bei Spielen oder für das Kassieren einer Roten Karte wegen einer Unsportlichkeit bezahlen. „Eine Gelbe Karte wegen Meckerns kam schon mal vor. Zehn Euro Strafe sind das“, sagt Jannes Knoop.
Der Strafenwart
Der 22-Jährige, der an diesem Mittwoch seine Abschlussprüfung zum Werkzeugmechaniker bei Volkswagen ablegt, ist seit seinem Wechsel von Frisia Brinkum vor zwei Jahren der Strafenwart des SV Holtland. In seinem Handy bei den Notizen trägt er die Strafen ein. Zumeist zum Monatsende sammelt Jannes Knoop die zusammengekommene Strafgeld-Summe in bar ein. „Teils ist das echt ein Hinterhergerenne“, sagt Knoop. Eine Strafe für zu spätes Bezahlen – wie etwa der Ligakonkurrent TuS Pewsum – hat der SV Holtland aber nicht vereinbart.
Bei den „ganz Faulen und Vergesslichen“, wie sie Jannes Knoop bezeichnet, wird das fällige Strafgeld irgendwann von Mannschaftskassenwart Florian Lüpkes eingezogen.