Abzocke

Paketdienst-SMS: Vorsicht vor Betrügern

| | 09.12.2021 08:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Betrüger, die sich als Paketdienste ausgeben, versuchen, durch solche SMS an persönliche Daten zu kommen. Foto: Hagewiesche
Betrüger, die sich als Paketdienste ausgeben, versuchen, durch solche SMS an persönliche Daten zu kommen. Foto: Hagewiesche
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Immer mehr Menschen bekommen eine SMS, in denen sie aufgefordert werden, auf einen Link zu klicken, um den Status eines Paketes nachzuverfolgen. Polizei und Verbraucherschutz warnen vor der Betrugsmasche.

Aurich - „Hallo, Ihr Paket steht noch aus. Bestätigen Sie Ihre Angaben hier: *Link* Deutsche Post“ – solche SMS-Nachrichten bekommen immer mehr Menschen. Dabei handelt es sich um eine perfide Betrugsmasche. Die Folge können schädliche Apps, Massen-SMS und Abofallen sein.

Bei dieser Betrugsform handelt es sich um das sogenannte „Smishing“. Dabei geht es immer um die Zustellung eines Pakets, teilt die Verbraucherzentrale auf ihrer Website mit. Viele Handynutzer werden von SMS belästigt, die angeblich von Paketdiensten stammen. Enthalten ist jedes Mal ein Link auf seltsame Internetseiten. „Die Absichten der unbekannten Absender sind unterschiedlich: Einige haben es darauf abgesehen, schädliche Apps zu verbreiten, die Daten auslesen und massenweise SMS an gespeicherte Kontakte senden“, heißt es von der Verbraucherzentrale. Andere wollen mit „Smishing“ ahnungslose Nutzer in Abofallen locken. Vor allem würden Namen bekannter Paketdienste wie DHL, Hermes oder DPD für die Betrugsmasche missbraucht werden.

Schlechte Rechtschreibung

Oft falle eine solche SMS durch eine schlechte Rechtschreibung auf. Die Verbraucherzentrale gibt dafür Beispiele: „Ihr paket wird heute zum Absender zuruckgesendet. Letzte Moglichkeit es abzuholen.“ Einige SMS können sogar persönliche Anreden enthalten, teilt die Verbraucherzentrale mit. Fälle wie: „Hallo Stefan D2“ oder „Hallo Paulas Mutter“ sprechen dafür, dass die Handynummern aus Telefonbucheinträgen anderer Handynutzer stammen, deren Daten von Schadprogrammen ausgelesen wurden. Die Nachrichten sind so programmiert, dass einfach die Infos „Vorname und Nachname“ automatisch eingefügt werden.

Um das Bekommen von „Smishing“-Nachrichten zu verhindern, kann in vielen Nachrichten-Apps festgelegt werden, dass nur Nachrichten von eingespeicherten Kontakten empfangen werden können. „Dadurch müssen aber Rufnummern für Service-Angebote wie Terminerinnerungen oder Banking-Infos im Handy eingespeichert werden, um sie weiterhin zu bekommen“, heißt es. Außerdem bieten manche Smartphone oder Sicherheitsapps Spam-Filter an, mit denen die Zahl solcher Nachrichten verringert werden kann. „Die eigene Handynummer sollte nur angegeben werden, wenn es zwingend nötig ist. Wenn nichts mehr hilft, sollte über einen Wechsel der Handynummer nachgedacht werden“, teilt die Verbraucherzentrale mit.

Nachrichten ignorieren

„Es macht absolut keinen Sinn, per SMS Informationen über ein Paket zu bekommen“, sagt Svenia Temmen, Pressesprecherin der Polizei Leer/Emden. Man bekomme immer eine Paketverfolgungsnummer, mit der man sich über den Status des Paketes erkundigen könne. „Am besten blockiert man direkt die Nummer und ignoriert jede Nachricht dieser Art“, sagt sie. Solche Links von unbekannten Adressen dürfte man niemals anklicken, sagt Wiebke Baden von der Polizei Aurich/Wittmund. „Durch eine Schadenssoftware, die im Hintergrund installiert wird, klauen die Betrüger so Daten und Kontakte vom Handy“, sagt sie. Oft würden Opfer, die einmal auf den Link „hereingefallen“ sind, danach gleich von mehreren Handynummern belästigt werden.

Seit Ostern 2021 werden die Mitteilungen offenbar noch etliche Male häufiger verschickt als zuvor. Darauf deutete eine gestiegene Zahl von Verbraucheranfragen hin. Auch im März diesen Jahres gab es im Landkreis Aurich eine regelrechte „Welle“ solcher Paket-SMS, teilt Baden mit. Nicht immer werden aber solche Betrugsmaschen der Polizei gemeldet, häufiger werden die Nachrichten einfach gelöscht.

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