Serie „Weihnachten in der Kindheit“
Im Hause Wilts spielte einst die Oma den Weihnachtsmann
Stefan Wilts ist eines – wenn nicht das – Gesicht der SpVg Aurich. Unserer Zeitung verrät er, warum er früher am 1. Weihnachtstag um 4.30 Uhr aufstand und was seine liebsten Geschenke waren.
Aurich - Den Weihnachtsmann gibt es wirklich. Dieser Überzeugung sind die allermeisten Kinder – auch Stefan Wilts hatte sie einst in jungen Jahren. Für den heutigen Geschäftsführer und Trainer der Bundesliga-B-Juniorinnen der SpVg Aurich war es immer ein tolles Erlebnis, wenn der Mann mit roter Zipfelmütze und Rauschebart höchstpersönlich an Heiligabend vorbeikam. Genau genommen war es im Hause Wilts aber nicht ein Weihnachtsmann, sondern eine Weihnachtsfrau, die zumeist während des Festessens am Abend an die Scheibe klopfte und dann die Bescherung begleitete. „Bei uns spielte Oma Waltraud den Weihnachtsmann“, sagt Stefan Wilts. „Sie konnte sehr gut die Stimme verstellen. Als mein Bruder Marco und ich so zehn, elf Jahre alt waren, haben wir die Sache dann aber durchschaut“, schmunzelt der 40-Jährige, der in Münkeboe aufwuchs, mittlerweile aber in seinem Geburtsort Aurich wohnt.
Die Weihnachtstage in seiner Kindheit liefen klassischerweise gleich ab. „An Heiligabend gab es zum Mittagessen immer nur eine Kleinigkeit zu essen, da am Abend das Festessen anstand. Oft gab es Rouladen, aber wir hatten auch mal Ente und andere Braten“, sagt Stefan Wilts. „Am 1. Weihnachtstag ging es dann zu den einen Großeltern, am 2. Weihnachtstag dann zu den anderen.“
Vor allem Elektronik-Geschenke begeisterten
Da wussten Stefan und Marco Wilts in ganz jungen Jahren noch nicht, dass sie die eine Großmutter, Oma Waltraud, bereits an Heiligabend gesehen hatten – kostümiert als Weihnachtsmann. Während des Essens stieß sie dazu. Nach dem Mahl ging es rasch in das bis dahin verschlossen gebliebene Wohnzimmer zur Bescherung.
Mit den Geschenken schien „Weihnachtsfrau Waltraud“ – insgeheim waren es aber natürlich die Eltern, die den Großteil der Geschenke besorgten – zumeist genau ins Schwarze getroffen zu haben. „Mein Bruder und ich sind am 1. Weihnachtstag immer ganz früh aufgestanden, um mit den Geschenken zu spielen – sogar schon mal um 4.30 Uhr“, sagt Stefan Wilts. Gleich mehrere Kindheitsgeschenke sind ihm in Erinnerung geblieben – allen voran elektronische. „Über den ersten Kassettenrekorder mit CD-Spieler hatte ich mich sehr gefreut, ebenso über einen Gameboy“, sagt Stefan Wilts, der auch von seinem zu Weihnachten geschenkt bekommenen Kindheitsfahrrad schwärmt: „Damit bin ich abends noch im Schnee auf dem Wendehammer umhergefahren.“
Eine Sünde in der Weihnachtszeit
Im Teenageralter, als dann an Heiligabend auch Oma Waltraud nicht mehr als Weihnachtsmann verkleidet kam, konnten Stefan und Marco Wilts noch nicht abwarten, was sie denn an Heiligabend geschenkt bekommen sollten. „Wir wussten, dass unsere Eltern die Geschenke im Kleiderschrank aufbewahrten. Da haben wir auch mal Blicke reingeworfen, als unsere Eltern nicht da waren“, gesteht Stefan Wilts.
Auch in diesem Jahr wird er zum Festessen an Heiligabend zu seinen mittlerweile in Moordorf wohnenden Eltern fahren. Danach geht’s zurück in den Auricher Ortsteil Sandhorst, wo Stefan Wilts den 24. Dezember mit seiner Freundin ausklingen lassen möchte.
In Suurhusen gab es einst die „Postfiliale Thonicke“
Das Gedicht der 60er kann Neumann noch immer auswendig
Eisenbahn von 1963 fährt bei Schreitlings heute noch im Kreis
Bei platten Gokart-Reifen half sich die Nachbarschaft