Einzelhandel
XXL-Einkaufsnacht in Aurich ohne 2G-Regelung
Überraschend hat die Staatskanzlei die Kontrolle der 2G-Regelung für den Einzelhandel auf Sonntag verschoben. Das kommt den Geschäftsleuten gelegen. Der KV spricht von einem „Glücksfall“.
Aurich - „Das ist eine sehr gute Nachricht“, freute sich Geschäftsfrau Bettina Rademaker spontan über die Neuigkeit, dass die niedersächsische Staatskanzlei die 2G-Kontroll-Regelung für den Einzelhandel von Sonnabend auf Sonntag, 12. Dezember, verschoben hat. Die Inhaberin des Dekorationsartikelgeschäfts „Wohnkooje“ an der Burgstraße in Aurich ist glücklich darüber, weil sie sich wegen der Durchführung der Kontrollen große Sorgen gemacht hatte. So wie bei Bettina Rademaker war die Reaktion auch bei anderen Geschäftsleuten in der Innenstadt, die jetzt bessere Bedingungen für ihre XXL-Einkaufsnacht am Sonnabend, 11. Dezember, sehen. Udo Hippen, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins (KV), spricht von einem „Glücksfall für die Stadt“. Als gutes Signal wertet auch Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) die Entscheidung in Hannover: „Das ist positiv für die Geschäftswelt in der Stadt.“
Um die zu entlasten, hatte das Auricher Stadtmarketing am Freitag eine besondere Aktion in die Wege geleitet. Mitarbeiter des Baubetriebshofs schleppten schwere Bauteile von zwei Holzhäusern und montierten zwei Buden. Diese sollen der Herausgabe von sogenannten Zutrittsbändchen dienen. Sie ermöglichen die Identifizierung des Corona-Status einer Person, geben also eine Antwort auf die Frage, ob jemand geimpft oder genesen ist. Diese Kontrolle durch Geschäftsleute ist jetzt ab Sonntag, 12. Dezember, erforderlich. Da die Läden in Aurich dann geschlossen sind, wird das Verfahren ab Montag, 13. Dezember, angewandt. Erforderlich ist es nur in Ladenlokalen, deren Sortiment nicht der Deckung des täglichen Bedarfs dient. Für den Besuch dieser Geschäfte werden orangefarbene Bändchen ausgegeben.
Wer indessen den Weihnachtszauber besuchen und dort etwas verzehren möchte, muss an den Buden auch einen aktuellen Corona-Test vorweisen. Dann erhält er ab Sonnabend, 11. Dezember, ein blaues, sogenanntes 2G+-Bändchen. Die Buden befinden sich in der Burgstraße auf Höhe des Historischen Museums sowie am Eingang der Norderstraße. Eine dritte Bude gibt es bereits seit einigen Tagen, und zwar am Übergang zur Osterstraße. Die Ausgabehütten sind im Auftrag des Stadtmarketings errichtet worden. Damit sollen die Einzelhändler unterstützt werden. Die fühlen sich vielfach durch die Anforderung, ihre Kunden kontrollieren zu müssen, überfordert. Vor allen Dingen für kleine Geschäfte mit wenig Personal sei das ein Problem, hört diese Zeitung immer wieder. Wo sonst etwa eine Verkäuferin oder ein Verkäufer ausreichend wären, sind jetzt vielfach zwei erforderlich. Einer muss an der Tür stehen und sich vom Kunden das Bändchen zeigen lassen, der andere muss kassieren oder Waren einräumen, je nachdem, was gerade erforderlich ist.
Vor jedem Einkauf steht ein Taschenwühlstopp
Geschäftsleute verunsichert wegen Corona-Kontrollpflicht
Ist der verkaufsoffene Sonntag noch zeitgemäß?