Fußball

Bloem in die Landesliga – 15 Klubs wollten Kickers-Spieler

| | 13.12.2021 14:31 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Viertelfinale des Ostfriesland-Cups steuerte Sebastian Bloem (Mitte) im Sommer noch einmal zwei Tore für den BSV Kickers Emden beim 7:1-Sieg in Pewsum bei. Fotos: Doden
Im Viertelfinale des Ostfriesland-Cups steuerte Sebastian Bloem (Mitte) im Sommer noch einmal zwei Tore für den BSV Kickers Emden beim 7:1-Sieg in Pewsum bei. Fotos: Doden
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Nach zwölf Jahren verlässt Sebstian Bloem den BSV Kickers Emden. Nach vielen Offerten hat sich der 28-Jährige nun entschieden und spielt künftig in der Landesliga.

Emden - Das Telefon stand tagelang nicht still. Nachdem Fußballer Sebastian Bloem vor einigen Wochen seinen Abschied von Kickers Emden angekündigt hatte, trudelten Offerten aus ganz Ostfriesland, dem Emsland und aus Wilhelmshaven ein. Nach zwölf Jahren beim BSV Kickers buhlten 15 Klubs um die Fußballkünste des 28-Jährigen. Der Sieger beim Kampf um den Mann aus Warsingsfehn kommt von der Jade. „Ich habe bei Frisia Wilhelmshaven zugesagt.“

Bloem erspielte sich 2012 gleich einen Stammplatz.
Bloem erspielte sich 2012 gleich einen Stammplatz.

Nach zuletzt nur wenigen Einsatzzeiten beim BSV Kickers Emden tat das große Werben der Fußballseele des Mittelfeldmannes richtig gut. „So eine Wertschätzung ist natürlich ein schönes Gefühl“, sagt Bloem mit einem Lächeln. „Das zeigt mir, dass ich in den vergangenen Jahren nicht so schlecht gespielt habe.“

Halbe Bezirksliga meldete sich

Deshalb unterbreiteten nicht nur die ostfriesischen Landesligisten und Emsland-Klub BW Papenburg dem wieselflinken Kicker Offerten, sondern auch die halbe Bezirksliga. Die Ostfriesen gehen nun leer aus.

2012 gehörte Bloem erstmals zum Herrenkader.
2012 gehörte Bloem erstmals zum Herrenkader.

Den Ausschlag für den Landesligisten WSC Frisia gaben mehrere Faktoren. „Ich hatte ein tolles Gespräch mit Frisia-Trainer Jürgen Hahn“, nennt Bloem einen Hauptgrund. Außerdem machte ihm auch Frisia-Akteur Reno Janssen, der im Vorjahr das Emder Trikot trug, den Wechsel an die Jade schmackhaft. Und schließlich passt der Wechsel auch zur Lebensplanung. Bloems Freundin ist angehende Polizistin und wohnt in Oldenburg. Dorthin zieht es vermutlich 2022 auch den Moormerländer. Von dort ist die Fahrt nach Wilhelmshaven nicht weit.

Abschiedsfeier bei Kickers

So geht Fußball-Ostfriesland ein flinker, torgefährlicher und bodenständiger Fußballer verloren. Am Sonnabend schaute sich der dienstälteste Kickers-Akteur den 2:0-Sieg des BSV im Oberligaspiel gegen den TuS Bersenbrück an und verabschiedete sich bei der kleinen Weihnachtsfeier von seinen Ex-Teamkollegen.

Auch künftig trägt Sebastian Bloem Blau-Weiß.
Auch künftig trägt Sebastian Bloem Blau-Weiß.

„Wir haben uns Essen kommen lassen und mit der Mannschaft im VIP-Raum gefeiert“, erzählt er. „So konnte ich alle noch einmal umarmen.“ Den harten Freundeskern aus dem Kickers-Team zog es nach der Klubheim-Party noch weiter zum Auricher Weihnachtsmarkt. „Da haben wir dann noch zusammen zwei Glühwein getrunken.“

Beruflich auf Schiffen im Einsatz

Nun ist das Kapitel Kickers Emden für ihn beendet. Genau genommen war es das aber schon seit vielen Wochen. Weil Bloem als Angestellter der Emder Firma Funa die Technik-Arbeiten auf Kreuzfahrtschiffen verrichtet, hatte er im Herbst kaum noch Zeit zum Training. Er befand sich häufiger auf den Weltmeeren als auf dem Fußballrasen.

Erst vor wenigen Tagen kehrte der Moormerländer aus der Dominikanischen Republik zurück. Dort verbrachte er einen spannenden und tagsüber auch entspannten dreiwöchigen Arbeitseinsatz. Auf der „Mein Schiff 2“ musste sein Team bei laufendem Kreuzfahrtbetrieb in der Nacht die Arbeit verrichten. „Am Tag hatten wir quasi Urlaub und konnten bei 34 Grad den Sonnenschein genießen.“ Beim Arbeitseinsatz mit All-Inklusive-Leistung kam nur der Schlaf etwas zu kurz.

Auch künftig Blau-Weiß

Wegen dieser Dienstreise musste Sebastian Bloem auch die interessierten Klubs lange Zeit vertrösten. Nach seiner Rückkehr schaffte er nun klare Verhältnisse und entschied sich für Frisia Wilhelmshaven. „Der Verein hat ein überzeugendes Konzept. Da möchte ich in den nächsten Jahren mitwirken.“

Vom Dollart geht es für den Kicker damit an die Jade. Bei den Trikotfarben muss er sich nicht einmal umgewöhnen. Nach zwölf Kickers-Jahren bleibt Sebastian Bloem in Wilhelmshaven ein Blau-Weißer.

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