Serie „Weihnachten in der Kindheit“

Bei Wilfried Theessen gibt es Weihnachten immer Kaviar

| | 15.12.2021 10:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Eltern von Wilfried (links) und Ingrid (rechts) Theessen hatten in Aurich einst die Kneipe „Alte Wache“ betrieben. Heute befindet sich ein Griechisches Restaurant in dem Gebäude.
Die Eltern von Wilfried (links) und Ingrid (rechts) Theessen hatten in Aurich einst die Kneipe „Alte Wache“ betrieben. Heute befindet sich ein Griechisches Restaurant in dem Gebäude.
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Seit 35 Jahren ist Wilfried Theessen der Vorsitzende des MTV Aurich. Nun erzählt der 69-Jährige unserer Zeitung zwei Weihnachts-Anekdoten seiner Familie – eine zum Festessen, eine zu Geschenken.

Aurich - Würstchen mit Kartoffelsalat, Raclette, Gänse- und Entenbraten: Vor allem diese vier Gerichte stehen bei den Deutschen an Weihnachten ganz hoch im Kurs, wie eine Umfrage von „Statista Global Consumer Survey“ zeigt. Dessen Ergebnisse wurden vor wenigen Tagen veröffentlicht. Nicht ganz so klassisch – aber nicht minder traditionell – wird bei Familie Theessen aus Aurich aufgetischt. „Das Weihnachtsessen schlechthin ist bei uns Lachs und Kaviar“, erzählt Wilfried Theessen.

Der 69-Jährige ist seit ziemlich genau seinem halben Leben, genau gesagt seit 35 Jahren, der Vorsitzende des MTV Aurich. „Die Fisch-Tradition zu Weihnachten hatte einst mein Vater eingeführt. Er war vor dem Krieg immer zur See gefahren.“ Die Fisch-Tradition zu Weihnachten gab Wilfried Theessen an seinen eigenen Sohn Thees (34 Jahre) weiter. Dieser fährt für Weihnachten aber erstmals nicht heim zu seinen Eltern. „Thees bleibt mit seiner schwangeren Frau in Köln“, verrät Wilfried Theessen. Er freut sich aufs Opa-Sein.

Wilfried Theessen liebte als Kind seine Eisenbahn.
Wilfried Theessen liebte als Kind seine Eisenbahn.

Dieses Jahr Weihnachten zu zweit

Wenn sich Wilfried Theesen an Weihnachten in seinen Kindheitstagen zurückerinnert, dann denkt er neben dem Lachs und Kaviar auch an eine Modelleisenbahn der Marke Märklin. „Die hatte ich geschenkt bekommen, als ich sechs oder sieben Jahre alt war“, sagt Wilfried Theessen. „Es begann mit einem einfachem Oval und einer Lok. Mit den Jahren wurde es zu Weihnachten dann immer mehr. Mal gab es eine Doppelkreuzung, weitere Loks und Anhänger, Häuser oder Beleuchtung.“ Während sich seine Schwester Ingrid eher für Puppen interessierte, fand sein sechs Jahre jüngerer Bruder Hans-Ulrich immer mehr Freude an der Eisenbahn. „Er brachte sich schon ziemlich besitzergreifend ein“, muss Wilfried Theessen noch immer schmunzeln. „Ich bin aus dem Alter irgendwann rausgewachsen und mein Bruder hat die Bahn komplett übernommen.“ Bis zu seinem Tod vor sechs Jahren feierte Hans-Ulrich Theessen bei Wilfried Theessen mit Weihnachten.

Geschenke-Auspacken an Weihnachten 1961 im Hause Theessen in Aurich: Ingrid (von links, damals zehn Jahre), Hans-Ulrich (drei) und Wilfried (neun). Vor allem eine Eisenbahn hatte es den Brüdern angetan. Fotos: Privat
Geschenke-Auspacken an Weihnachten 1961 im Hause Theessen in Aurich: Ingrid (von links, damals zehn Jahre), Hans-Ulrich (drei) und Wilfried (neun). Vor allem eine Eisenbahn hatte es den Brüdern angetan. Fotos: Privat

Da in diesem Jahr auch Sohn Thees Theessen nicht zu Weihnachten kommt, wird Wilfried in Zweisamkeit mit seiner Frau am 1. Weihnachtstag Lachs und Kaviar verköstigen. Tags zuvor, an Heiligabend, gibt es bei dem Theessen-Ehepaar dagegen ein in deutschen Landen weit verbreitetes Weihnachtsgericht: Fondue. Dieses hat es mit 13 Prozent in der eingangs genannten Umfrage immerhin in die Top-Fünf der beliebtesten Weihnachtsessen der Deutschen geschafft.

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