Beteiligung
Emder Jugendparlament feilt an seinem Profil – mit Zeitdruck
Das erste Jugendparlament der Stadt Emden hat viel vor. In seiner dritten Sitzung wurde es konkreter. Ein Fokus steht fest. Wie viel kann bis zur nächsten Wahl 2022 umgesetzt werden?
Emden - Sichere Radwege stehen für die Mitglieder des Emder Jugendparlaments (Jupa) ganz oben auf der Liste. Kürzlich hatten sie sich das dritte Mal getroffen. Das im doppelten Sinn junge Gremium will ordentlich Druck auf die Stadt ausüben. Für den „Masterplan Fahrrad“ wurde nun eine Arbeitsgruppe (AG) eingerichtet, sagt Jupa-Sprecher Malte Kröger-Vodde. In einer vorherigen Sitzung hatte man sich schon auf gefährliche Straßen im Stadtgebiet geeinigt – etwa die Neutorstraße, die Verkehrsführung zwischen der Innenstadt und dem Ortsteil Petkum, die Fahrradbrücke beim Friesenhügel, die unter Eisenbahnschienen hindurchführt sowie parallel zu den Schienen verläuft, generell Schulwege sowie Ampeln und Fahrradwege im Schulzentrum.
Was und warum
Darum geht es: In das Emder Jugendparlament kommt schon mehr Routine – und Nachdruck.
Vor allem interessant für: Junge Menschen, die in Emden politisch aktiv sein wollen, sowie insgesamt Politikinteressierte
Deshalb berichten wir: Kürzlich kam das Jugendparlament zu seiner dritten Sitzung zusammen. Wir wollten wissen, was dort besprochen wurde und haben nachgehakt. Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de
Die drei Jugendlichen der AG wollen jetzt herausfinden, was wie umgesetzt werden kann und bei welcher Stadtstelle sie dabei insbesondere nachbohren müssen. In den nächsten zwei Sitzungen des Jupa, die bereits feststehen, sollen schon erste Ergebnisse vorgestellt werden, so Kröger-Vodde. Das Jupa wolle sich auch nun verstärkt in weiteren Emder Schulen vorstellen und dort Verkehrs-Umfragen starten. Gemeinsam wolle man damit Sorge tragen, dass Politik und Verwaltung bei ihrer Planung auch an Schülerinnen und Schüler denken.
Jetzt sichtbar und laut werden
Dafür wurde auch eine Taskforce gegründet, mit der gesammelt wird, was für die jungen Menschen neben der Verkehrssituation noch wichtig ist. „Wir müssen dabei immer schauen, was realistisch ist und was man umsetzen kann“, erklärt der Jugendliche. Punkte sind beispielsweise für Jugendliche attraktive Geschäfte in der Innenstadt, mehr Blumenwiesen, bessere Beleuchtung am Wall oder Emden als Kulturzentrum als „buntere Stadt“. Auch hier wollen die Jupa-Mitglieder mit ihren Anregungen an Politik und Verwaltung treten. Der Zeitdruck sitzt ihnen dabei im Nacken. Weil sich im Sommer nicht genug Jugendliche und Kinder für das Jupa gemeldet hatten, wurde es zunächst als einjährig aktives Startup mit zwölf Mitgliedern gegründet. Im kommenden Sommer steht also erneut eine Wahl an, für die das Jupa jetzt alles dran setzen muss, sichtbar zu werden, damit sich dann mehr junge Menschen aufstellen lassen.
Das Gremium ist als Vertretung der Kinder und Jugendlichen der Stadt gedacht. Auf seiner Facebook-Seite teilt das Jupa die eigenen Erfahrungen mit der Stadtpolitik mit Interessierten. Das Jupa hat zwar keine politische Stimme, dafür aber Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Politik in Emden. So sitzen Mitglieder des Jupa beratend in verschiedenen Ratsausschüssen. Sie können Redebeiträge leisten. Nach Beobachtung dieser Zeitung nehmen die jungen Menschen davon rege Gebrauch. „Wir schauen uns vorher die vorhandenen Unterlagen zu den Tagespunkten an“, erklärt der Jupa-Sprecher. So wolle man sich gut informiert beteiligen. Das sei aber teilweise gar nicht so einfach, weil einige Unterlagen offenbar nur an Fraktionsmitglieder geschickt würden, sagt er.
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