Demografie
Hinte: Für die Dorfentwicklung muss neu geplant werden
Die Hinteraner sollen im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms über die Zukunft der Gemeinde entscheiden. Weil große Treffen derzeit zu riskant sind, läuft der Prozess jedoch anders als normal ab.
Hinte - Anfang des Jahres ist Hinte als einzige Gemeinde in Ostfriesland neu an das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen worden. Für sie steht also ein neuer Topf mit Fördermitteln bereit, über deren Verwendung die Bevölkerung in Arbeitskreisen entscheiden soll. Eine große Informationsveranstaltung, mit der das Projekt jetzt eigentlich richtig losgehen sollte, wird es jedoch erst einmal nicht geben. Zu hoch ist das coronabedingte Risiko. Stattdessen hat man sich jetzt erst einmal für einen Plan B entschieden, wie die Gemeindeverwaltung und die beauftragte NWP-Planungsgesellschaft mbH aus Oldenburg auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigen.
Was und warum
Darum geht es: Bei der Gemeinde Hinte ist der Förderbescheid fürs Dorfentwicklungsprogramm eingegangen. Nun laufen die weiteren Vorbereitungen an.
Vor allem interessant für: Hinteraner, die sich in der nächsten Zeit für die Zukunft ihrer Orte aktiv einbringen können
Deshalb berichten wir: Im Rat Hinte ist jetzt nochmal das erste Abstimmungsgespräch mit der NWP angesprochen worden. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Laut Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) ist inzwischen der Förderbescheid für das Dorfentwicklungsprogramm eingetroffen, was er kürzlich schon den Mitgliedern des Fachausschusses für nachhaltige Gemeindeentwicklung und nun auch im Rat verkündet habe. Dass der Bescheid eintrifft, ist die Grundvoraussetzung dafür, dass es überhaupt weitergehen kann. Wie genau die nächsten Schritte aussehen, besprach Redenius diese Woche mit dem zuständigen NWP-Mitarbeiter Dirk Kaminski. Im Januar werde ein Strategiegespräch mit den Beteiligten folgen und danach die ersten „Dorfgespräche“. Eine Bürgerversammlung könne hoffentlich einige Wochen später veranstaltet werden, so Redenius.
Bürgerversammlung frühestens im März
Kaminski kündigt zunächst aber eine „Strategiegruppe“ an, die aus Vertretern der Verwaltung, der Planungsgesellschaft, den Hinteraner Ortskümmerern und dem Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) bestehen soll. Ihre Aufgabe wird es ab Anfang oder Mitte nächsten Monats sein, den Prozess schon einmal organisatorisch und inhaltlich abzustecken. Die Dorfgespräche mit Bewohnern der einzelnen Orte sollen dann vermutlich Ende Januar folgen. Die Treffen werden höchstens jeweils zehn bis 20 Teilnehmer zählen. „Die genauen Termine müssen noch festgelegt werden“, kündigt Kaminski an. Gesprochen werden soll über die Wünsche und Chancen sowie darüber, was die Orte charakterisiere, welche Strukturen es gebe und was fehle, was sie lebenswert mache und was die einzelnen Orte miteinander verbinde.
Dadurch soll schon einmal ein grober Rahmen an Themen abgesteckt werden, bevor hoffentlich im März oder April eine größere Bürgerversammlung folge. Dort werde der breiten Bevölkerung das Programm und dessen Prozess vorgestellt und sie könne Nachfragen stellen, bevor die eigentlichen Arbeitskreise gegründet werden, in der sich jeder interessierte Bewohner aktiv einbringen kann. Wenn genug Vorschläge zur Dorfentwicklung gesammelt worden sind, entwickelt daraus schließlich die NWP einen Dorfentwicklungsplan – die schriftliche Entscheidungsgrundlage, über dessen Punkte in den kommenden Jahren dann auch die Politik nach und nach abstimmen wird.