Kommunikation
Aurich will freies WLAN sehr viel verlässlicher machen
Bürgermeister Horst Feddermann will die Betreuung des kostenlosen WLAN-Netzwerks auf professionelle Füße stellen. Der Service werde immer wichtiger und müsse gut funktionieren. Andere Städte sind deutlich weiter.
Aurich - Wähle achtmal die Acht und du bist drin. Das ist die Werbebotschaft des Verkehrsvereins, um kostenloses Surfen in der Auricher Innenstadt zu ermöglichen. „Das Netzwerk ist 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr erreichbar“, heißt es dort vollmundig. Offiziell gibt es dieses Angebot seit sechs Jahren. Es steht aber nur eingeschränkt zur Verfügung. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Beschwerden wegen Störungen und punktuellen Schwankungen.
Was und warum
Darum geht es: Das WLAN-Netz in Aurich soll besser werden.
Vor allem interessant für: Nutzer des Internets in der Innenstadt
Deshalb berichten wir: Weil Bewegung in eine verfahrene Angelegenheit kommt. Die Autorin erreichen Sie unter: g.boschbach@zgo.de
Damit soll jetzt Schluss sein. „Wir wollen das Angebot auf professionelle Füße stellen“, sagte Horst Feddermann (parteilos) am Montag beim Jahrespressegespräch. Aurichs Bürgermeister spielte darauf an, dass das derzeitige WLAN-Netzwerk unentgeltlich von einer Auricher Fachfirma betreut wird. Einen Namen nannte er nicht. Es ist aber bekannt, dass das Unternehmen omg.de die Hardware installiert hat und weitgehend auch die Funktionalität des WLAN-Netzes sicherstellt. Dabei handelt es sich um ein Sponsoring-Projekt. Das heißt, dass omg.de die Anschaffungskosten übernommen hat und sich auch um Störungen kümmert. Weil es ein unentgeltliches Engagement ist, kann die Stadt keine Forderungen stellen.
Politik muss mit ins Boot
Die Stadt möchte die Leistung im kommenden Jahr ausschreiben. Die Finanzierung will die Verwaltung durch Mittel ermöglichen, die aus dem Förderprogramm „Perspektive Innenstadt“ stammen. „Unsere City-Managerin Viki Janssen hat dafür Projekte entwickelt und Preise eingeholt. Noch vor Weihnachten gibt es eine erste Besprechung, bevor wir die Ideen im nächsten Jahr der Politik vorstellen. Diese sollen bereits im Februar im Rat verabschiedet werden“, sagte Horst Feddermann. In nächsten Schritt werde man einen Antrag beim Fördermittelgeber einreichen, um die Finanzierung sicherzustellen. Bisher habe man nämlich zwar eine Förderzusage bekommen, das Geld aber noch nicht erhalten.
Aurichs Bürgermeister betonte, dass er den kostenlosen WLAN-Zugang in der Innenstadt für sehr wichtig halte. „Das wird einfach immer stärker nachgefragt. Das Sponsoring durch das Auricher Unternehmen ist zwar total nett. Aber das ist kein Zustand, auf den man bauen kann.“ Nach seinem Kenntnisstand gebe es kostenloses WLAN in der Innenstadt nur in Oldenburg.
Flächendeckende Versorgung
Tatsächlich verfügen aber sowohl Leer als auch Emden darüber. In Leer können Passanten seit 2017 auf diesen Service zurückgreifen. Er wird von der EWE angeboten, die 26 Access-Points, sogenannte Zugriffspunkte, in der Fußgängerzone installiert hat. Diese werden mit zusätzlichen Verteilern, sogenannten Mini-Routern, gekoppelt, um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten. Offizieller Vertragspartner der EWE ist die Leeraner Werbegemeinschaft. Die Stadt hat die Anschaffung allerdings mit 6000 Euro bezuschusst. „Monatlich unterstützen wir diesen Service mit einem Betrag in Höhe von 250 Euro“, sagte Martina Salie vom Leeraner Stadtmarketing.
In Emden kann man sich ebenfalls seit 2017 an 160 Stellen in der Stadt kostenlos ins Internet einloggen. Unter dem Namen „Freies Emder WLAN“ kann man unbegrenzt auf schnellen Datenleitungen surfen. Der Service werde, so Stadtsprecher Eduard Dinkela, von Emden digital betreut, einer Tochtergesellschaft der Emder Stadtwerke. Mittlerweile ist das Netzwerk fast flächendeckend in der gesamten Fußgängerzone erreichbar. Konstant verzeichnet man um die 500 Nutzer täglich, die im freien WLAN surfen. Die letzten Zahlen, die von Aurich vorliegen, weisen im Schnitt bis zu 400 Zugriffe aus. Wie hoch der Bedarf tatsächlich ist, lässt sich schwer ermessen.
Passwort steht auf Kassenbon
Wer in der Innenstadt kostenlos surfen will, kann auch auf Gaststätten oder Cafés ausweichen. Einige Geschäftsleute bieten diesen Service an, die Bäckerei Lorenz etwa. „In unseren 48 Filialen kann man sich unter wiki-wifi-koest-nix einloggen“, sagte Uwe Lorenz, der in dem Unternehmen für die IT zuständig ist. Das Passwort könne jeder Gast auf seinem Kassenbon finden. Das sei praktisch und habe sich bewährt.
Andere Betriebe in Aurich sehen keine Veranlassung, ihren Gästen kostenloses WLAN anzubieten. Im Café Philipp an der Auricher Burgstraße etwa hieß es, dass die Nachfrage sehr gering sei. Nur zwei- oder dreimal im Monat erkundige sich jemand danach, ob diese Möglichkeit bestehe.
Freies WLAN – ein Praxistest aus der Auricher Fußgängerzone
Stillstand beim Ausbau des WLAN-Netzes in Aurich
Die Fußgängerzone in Aurich wird auch digital ausgeleuchtet
Neue Hoffnung auf ein freies WLAN-Netz in Aurich