Religion

Kirche an Weihnachten: Alle dürfen rein

Nikola Nording
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Von Nikola Nording
| 21.12.2021 18:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
An Heiligabend gilt Maskenpflicht und Abstand halten in der Kirche. Foto: Heimken/DPA
An Heiligabend gilt Maskenpflicht und Abstand halten in der Kirche. Foto: Heimken/DPA
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An Weihnachten zieht es viele Menschen in die Kirche. Zutritt haben in der Regel ungeachtet des Impfstatus alle, es muss aber trotzdem auf Corona-Maßnahmen geachtet werden.

Ostfriesland - Ein Gang in die Kirche gehört in Ostfriesland an Heiligabend für viele Menschen dazu. Die Gotteshäuser verzeichnen in jedem Jahr ein großes Interesse an ihren Gottesdiensten vor allem am Heiligabend. Doch in Pandemiezeiten müssen auch die Kirchen einiges ändern, damit ein sicherer Besuch für die Gläubigen möglich ist.

Was und warum

Darum geht es: Auch in den Weihnachtsgottesdiensten gelten Corona-Maßnahmen. Wir haben nachgefragt, worauf man achten muss.

Vor allem interessant für: Kirchgänger an den Feiertagen.

Deshalb berichten wir: An Weihnachten gehen mehr Menschen als sonst in die Kirche. Einige fragen sich, worauf sie beim Besuch achten müssen.

Die Autorin erreichen Sie unter: n.nording@zgo.de

Zutrittsregeln: In den Kirchen hat jeder Gläubige Zutritt – ungeachtet seines Impfstatus, erklärt Ulf Preuß, Pressesprecher im Landeskirchenamt der Evangelisch-reformierten Kirche in Leer. Allerdings sei eine 3G-Regelung in den Gottesdiensten möglich. Begründet ist die Regelung durch das Grundgesetz zur Ausübung der Religionsfreiheit. Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden erklärt auch, warum es aus ihrer Sicht so wichtig ist: „In der Weihnachtszeit werden Gottesdienste oft von Menschen besucht, die sonst wenig Kontakt mit ihrer Gemeinde haben. Unterschiedliche Gründe bewegen sie – oft tiefe Sehnsucht oder große Einsamkeit. Sie an der Kirchentür abzuweisen, weil sie nicht geimpft sind, wäre ein fatales Signal – für diese Menschen wie auch in die Öffentlichkeit hinein. Zu Gottesdiensten laden wir im Namen Gottes ein – und er weist niemanden zurück.“ Ob 3G gilt oder nicht, hat auch das katholische Dekanat Ostfriesland seinen Mitgliedskirchen freigestellt, teilt Dekanats-Sprecherin Birgit Hesse mit. In der Regel verzichte man aber auch auf die 3G-Maßnahmen. „Wenn wir auch durch die Umstände manchmal mit wenigen Menschen Gottesdienste feiern müssen, dann bedeutet das doch aber auch, dass wir das stellvertretend für andere tun. Da beten wir auch für die, die zu Hause bleiben wollen oder aus gesundheitlichen Gründen zu Hause bleiben müssen“, erklärt auch Regionalbischof Dr. Detlef Klahr vom evangelisch-lutherischen Sprengel Ostfriesland.

Weitere Regeln für Gottesdienstbesucher

Abstand: Es sollten mindestens 1,5 Meter Abstand gehalten werden.

Maske: In Innenräumen gilt Maskenpflicht, soweit und solange ein Sitzplatz eingenommen wurde, kann die Maske abgenommen werden. Grundsätzlich sind bei dem derzeit hohen Infektionsgeschehen FFP-2-Masken zu empfehlen.

Gruppenplätze: Die Verordnung definiert keine Gruppen, das bedeutet, Gruppen, die den Gottesdienst gemeinsam besuchen, können selbst entscheiden, ob sie ohne Abstand sitzen möchten.

Gemeindegesang: Dies handhaben die Kirchengemeinden unterschiedlich. Er ist durch die Verordnung nicht untersagt. Es wird dringend empfohlen, für den Fall, dass keine 3G-Regel angewendet wird, auf Gemeindegesang in Innenräumen zu verzichten und im Übrigen nur mit Maske zu singen. In manchen Gottesdiensten gibt es auch eine kleine Kantorengruppe, die vorsingt, und insgesamt auch mehr kreatives Orgelspiel.

Dokumentation: Erfassung von Namen, Adresse, Datum und Zeitpunkt der Anwesenheit ist durch die Verordnung vorgeschrieben, muss datenschutzkonform erfolgen, digitale Erfassung ist möglich.

Alternativen: Einige Gottesdienste werden wieder digital ins Netz übertragen. Außerdem gibt es in vielen Kirchen Gottesdienste und Andachten unter freiem Himmel. Auch Krippenspiele sind vielerorts in den Gemeindegarten verlegt. „Die Geburt von Jesus fand draußen in einem Stall stand. Dieses Bild prägt das Weihnachtsfest bis heute. Ich freue mich, dass in diesem Jahr viele Gemeinden auch außerhalb der Kirchenmauern auf kreative Weise ihre Gottesdienste feiern.“ Das sagt Christa Olearius, Superintendentin des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer, vor dem Hintergrund der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie. „Wir stellen fest, dass viele Menschen die Kirchen außerhalb der Gottesdienste aufsuchen, als Ort der Unterbrechung, zur Besinnung, zum Gebet. Deshalb ist die Gestaltung der Gotteshäuser auch wichtig, so dass man nicht in einen kahlen Raum kommt, sondern dieser durchaus anspricht: durch ausliegende Texte und Impulse, Kerzen oder der Beleuchtung einzelner Ausstattungsgegenstände“, so Birgit Hesse vom Dekanat Ostfriesland. Manche Gemeinden stellen Aufnahmen von den Gottesdiensten als Audio- oder Video-Datei auf ihre Homepage, verteilen im Nachgang CDs.

Information zu Anmeldungen: Fast überall ist eine vorherige Anmeldung notwendig, weil die Anzahl der Gottesdienstbesucher je nach Kirchengröße begrenzt ist. Viele Gemeinden bieten dafür ein Online-Anmeldeformular über ihre Webseite, Anmeldungen per Mail oder auch per Telefon. Für Interessierte, die sich über Gottesdienstangebote informieren wollen, gibt es eine bundesweite Datenbank: www.weihnachtsgottesdienste.de. Allerdings sind nicht alle Gemeindeangebote darin zu finden. Weitere Informationen zum Gottesdienst in der eigenen Kirche gibt es bei den örtlichen Kirchenbüros.

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