Freizeit
Stadt Wiesmoor fragt Jugendliche: Was wünscht ihr euch?
Rund 2000 Kinder und Jugendliche in Wiesmoor sind von der Stadt aufgerufen, in einer großen Umfrage zu erklären, was sie sich an Freizeitangeboten wünschen. Erste Neuerungen sind in Planung.
Wiesmoor - Was kann Wiesmoor Kindern und Jugendlichen in ihrer Freizeit eigentlich bieten – und was wünschen die sich? Dies war einer der besonders präsenten Themen-Fäden, die sich durch den Kommunalwahlkampf im Spätsommer zogen. „Ich bin immer und immer wieder darauf angesprochen worden“, sagt der neue Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos). Auch in Podiumsdiskussionen vor der Wahl nahm das Thema großen Raum ein und auch Stadtjugendpfleger Michael Hofer bestätigt, „dass gerade das Jugendzentrum und die Frage, wie man damit umgeht, seit Jahren in der Diskussion ist“. Lübbers bekräftigt: „Wir wollen da in den kommenden Jahren auch wirklich verstärkt was machen, zumal wir dafür auch Fördergeld aus dem Programm Perspektive Innenstadt einsetzen können.“
Neuer Jugendplatz geplant
Unter anderem plant die Stadtverwaltung, einen neuen Jugendplatz als Treffpunkt in der Nähe des Ottermeeres zu bauen – auf dem Großteil einer Fläche, den der Baubetriebshof der Stadt aktuell noch als Lagerfläche nutzt. „Dorthin wollen wir unter anderem den Skaterplatz umsiedeln, aber wir möchten den Kindern und Jugendlichen grundsätzlich auch noch mehr bieten. Damit wir deren Wünsche aber erfüllen können, müssen wir sie auch kennen“, so der Bürgermeister. Genauso denke man darüber nach, „wie es mit dem Jugendzentrum weitergehen soll und inwiefern wir vielleicht auch ein Jugendcafé einrichten“, so Lübbers. „Wir können und wollen ja nichts machen, das gar nicht gewollt wird.“
Deswegen hat die Stadt gemeinsam mit Stadtjugendpfleger Michael Hofer jetzt eine große Umfrage gestartet, die sich an insgesamt rund 2000 Kinder und Jugendliche im Alter von acht Jahren bis Mitte 20 wendet. Die Umfrage ist anonym und kann im Internet beantwortet werden. Sie ist per Link unter https://link.zgo.de/G7Z9Kl erreichbar, die Stadtjugendpflege hat aber auch Postkarten drucken und an verschiedenen Stellen der Stadt auslegen lassen, auf die ein QR-Code gedruckt ist, der zur Umfrage führt. „Wir haben auch unsere eigenen Messenger-Gruppen genutzt, werden das über Facebook und Instagram bewerben und auch eng mit den Schulen zusammenarbeiten, damit die die Einladung zur Teilnahme per Mail verbreiten“, sagt Hofer. „Denn wir wollen ja über das hinaus, was wir von den Kindern und Jugendlichen schon wissen, von möglichst vielen ein differenziertes Bild ihrer Wünsche bekommen“, fügt er an – und Lübbers ergänzt: „Wir erhoffen uns da schon Meilensteine an Erkenntnissen, die wir dann auch in die Politik tragen können, um gemeinsam zu schauen, was davon wir auch ermöglichen können.“
Möglichst einfache Teilnahme
Hofer sagt, man habe – unterstützt von der Digitalisierungsbeauftragten der Stadt, Lena Reiners – sehr bewusst darauf geachtet, die Umfrage niedrigschwellig zu gestalten. „Es gibt keine umständliche Anmeldung, man kann alles schnell und bequem vom Smartphone oder Tablet aus beantworten.“
Ganz bewusst habe man sich hier aber auch an Kinder ab acht Jahren gewandt, „weil etwa unser jüngster Kinderrat einmal mehr gezeigt hat, welch differenzierte, aber auch kluge Ideen Kinder einbringen und welche Wünsche sie haben, auf die Erwachsene vielleicht gar nicht ohne Weiteres kommen“, setzt der Stadtjugendpfleger hinzu. Gern könnten die Kinder dies auch gemeinsam mit ihren Eltern beantworten.
Quo vadis Jugendzentrum?
Eine spannende Frage sei eben auch, wie man mit dem Jugendzentrum oder einem möglichen Jugendcafé umgehe und was der Nachwuchs sich da wünsche. „Früher hatten wir einfach Präsenzzeiten dort und anfangs waren täglich auch um die 40 Kinder da, das ist aber immer weniger geworden“, sagt Hofer. „Nur, wenn wir Veranstaltungen organisiert haben, war dort viel los.“ Deshalb sei man in den vergangenen Jahren dazu übergegangen, keine offenen Präsenzzeiten im Jugendzentrum mehr anzubieten, sondern es gezielt zu Aktionen zu öffnen, vom Billardspiel bis zum gemeinsamen Kuchenbacken. Etwa 200 solcher Veranstaltungen, allein die Hälfte in den Sommerferien, habe man in diesem Jahr angeboten. „Wir waren da wirklich häufig ausgelastet. Es gab aber von einer ganzen Reihe von Jugendlichen auch den Wunsch, einfach einen Ort zum Treffen zu haben, ohne Anlass, ohne Programm.“ Auch und gerade deshalb werde es spannend sein, nun einen breiteren Querschnitt an Meinungen auch zu diesem Thema einzuholen.
Parallel setze die Stadt selbst inzwischen auch auf neue Wege, um die Jugendlichen abzuholen und zu erreichen bei den bestehenden Angeboten. „Da haben wir uns bei unseren Monatsprogrammen von den traditionellen Papierbroschüren verabschiedet und machen dies nun komplett online. Da können wir auch deutlich kurzfristiger reagieren und zusätzliche Angebote bekanntmachen“, sagt Hofer. Bis Ende Januar können die Kinder und Jugendlichen mitmachen. Danach werden die Ergebnisse ausgewertet und der Politik vorgestellt.