Polizei

Sabotage auf Feuerschiff aufgeklärt: 45-Jähriger der Täter

| | 23.12.2021 11:13 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Erst seit Ende November liegt das Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“ wieder im Emder Delft. Jetzt gibt es gute Nachrichten. Foto: Hanssen/Archiv
Erst seit Ende November liegt das Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“ wieder im Emder Delft. Jetzt gibt es gute Nachrichten. Foto: Hanssen/Archiv
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Sechs Monate lang wurde ermittelt. Jetzt teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit: Ein amtsbekannter 45-Jähriger soll im Juni Löcher in den Rumpf des Emder Feuerschiffs gebohrt haben.

Emden - Fast genau ein halbes Jahr, nachdem in den Rumpf des Emder Museumsfeuerschiffs „Amrumbank/Deutsche Bucht“ Löcher gebohrt worden waren, konnte die Tat nun aufgeklärt werden. Das teilen die Staatsanwaltschaft Aurich und die Polizeiinspektion Leer/Emden am Donnerstag mit. Der als „gemeinschädliche Sachbeschädigung“ eingestufte Vorfall sei durch eine intensive Spurensuche, zahlreiche Vernehmungen und die erfolgreiche Auswertung der Spuren durch das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen aufgeklärt worden. Einem 45-jährigen Emder konnte die Tat jetzt nachgewiesen werden.

Auf Nachfrage bei der Polizei konnte Sprecherin Svenia Temmen noch nichts zu den Motiven des Mannes sagen. „Das Motiv ist nicht ganz klar geworden“, erklärt sie. Auch wie genau er die Tat durchgeführt hatte, könne noch nicht mitgeteilt werden. In der Nacht vom 19. auf den 20. Juni hatte sich der Täter Zugang zu dem frisch sanierten Feuerschiff und Emder Wahrzeichen verschafft und vier Löcher in den Rumpf gebohrt. Rund 18 Kubikmeter Wasser liefen in den Maschinenraum. Ein Mitglied des Museumsvereins, dem das Schiff gehört, hatte den Einbruch rechtzeitig bemerkt und Schlimmeres verhindert.

Täter könnte wieder auf freien Fuß kommen

Nach Bekanntwerden der Tat sei eine umfangreiche Spurensuche auf dem Schiff erfolgt. „Schlussendlich haben die intensive Spurensicherung und die mehrfach überprüften Aussagen von verschiedenen Hinweisgebern dazu geführt, dass der Tatverdacht gegen einen 45-jährigen Mann aus Emden bereits sehr früh in dem laufenden Verfahren begründet werden konnte“, wird die zuständige Ermittlerin der Polizei Emden, Kriminaloberkommissarin Martina Helmecke, zitiert. Um den Tatverdacht gerichtsverwertbar zu erhärten, hätten alle gesicherten Spuren durch das LKA Niedersachsen geprüft und ausgewertet werden müssen. Die führten dazu, dass der Emder für die Tat zur Verantwortung zu ziehen sei. Der amtsbekannte Mann befindet sich bereits wegen eines anderen Verfahrens in Haft.

Diese andere Straftat habe nichts mit dem Feuerschiff zu tun, erklärt Temmen. Und: Es könnte sein, dass der Mann vorerst entlassen wird. Die Unterlagen zur Anklage im Feuerschiff-Fall seien an die Staatsanwaltschaft gegangen, die diese jetzt überprüft. Alles weitere könne die Staatsanwaltschaft dann im kommenden Monat beantworten, so Temmen.

Trägerverein: „Wir sind überaus erleichtert“

Heinz-Günther Buß zeigt sich auf Nachfrage sehr erleichtert. Der Vorsitzende des Feuerschiff-Trägervereins hatte nicht mehr mit einer Auflösung des Falls in diesem Jahr gerechnet, sagt er. „Das hat auf alle im Verein jetzt eine besondere Wirkung“, betont er. Die Gerüchteküche sei damit auch beendet. „Es wurden viele verdächtigt“, sagt er. Seit der Tat war auch immer wieder das Gerücht umgegangen, dass ein Vereinsmitglied verdächtigt sei. Es hatte zuvor einen Streit im Verein gegeben, einige Mitglieder hatten sich zurückgezogen. Einen „45-Jährigen in U-Haft“ aber würden sie nicht zu ihren Mitgliedern zählen, sagt Buß. Die jetzige Aufklärung des Falles bringe ihnen „viel Sicherheit“.

Dass das Motiv noch nicht geklärt sei und der Mann wieder auf freien Fuß kommen könnte, besorge ihn nicht. „Jetzt können wir endlich wieder unsere normale Vereinsarbeit weiterführen – das sind Sorgen und Arbeit genug“, betont er. Das Schiff wurde zwar von außen saniert, der Innenausbau aber steht noch in großen Teilen aus. Zur neuen Saison aber, wenn die Pandemie-Bedingungen es zulassen, soll der rote Stahlkoloss wieder für Besucher zugänglich sein, hofft er.

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