Ausblick

Das erwartet die Krummhörner im nächsten Jahr

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 26.12.2021 17:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Hilke Looden hat uns jetzt auch die drei Themen genannt, die ihrer Meinung nach im nächsten Jahr die wichtigsten sein werden. Foto: Hillebrand
Hilke Looden hat uns jetzt auch die drei Themen genannt, die ihrer Meinung nach im nächsten Jahr die wichtigsten sein werden. Foto: Hillebrand
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Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden ist jetzt seit knapp zwei Monaten im Amt. Nun haben wir mit ihr über die bisherigen Erfahrungen und über die Themen gesprochen, die 2022 wichtig werden.

Pewsum - Inzwischen habe sie sich etwas akklimatisiert, die meisten Verwaltungsmitarbeiter kennengelernt, Kindergärten und die Grundschulen Greetsiel und Jennelt besucht. Auch zwischen den Jahren sei Hilke Looden (parteilos) im Dienst, wie die neue Bürgermeistern der Gemeinde Krummhörn sagt. Weil es erst 2022 wieder richtig mit den Terminen losgehe, wolle sie die Zeit nutzen, um sich weiter einzuarbeiten, kündigt sie an. Im Tagesgeschäft bleibe dafür nicht genug Zeit übrig, weshalb es für sie auch die größte Herausforderung sei, sich diese einzuteilen. Inzwischen sind knapp zwei Monate seit ihrem Amtsantritt vergangen. Darum hat unsere Zeitung sie nun im Rathaus in Pewsum für ein erstes Zwischenfazit besucht und mit ihr über wichtige Themen gesprochen, die im nächsten Jahr anstehen werden.

Was und warum

Darum geht es: Kurz vor dem Jahreswechsel blickt die neue Bürgermeisterin der Krummhörn auf 2022.

Vor allem interessant für: Bewohner und Besucher der Krummhörn, die von den politischen Entscheidungen betroffen sind

Deshalb berichten wir: Es sind jetzt knapp zwei Monate her, dass Hilke Looden ihre Arbeit im Pewsumer Rathaus aufgenommen hat. Wir finden, es wird Zeit für die erste größere Zwischenbilanz.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Man habe Looden im Rathaus gut aufgenommen und ihr fachkundig geholfen und sie habe bislang nicht bei ihrem Amtsvorgänger Frank Baumann (SPD) Rat einholen müssen. Auch mit den ersten Sitzungen des Gemeinderats sei die neue Chefin zufrieden. „Ich denke, dass wir vernünftig zusammenarbeiten werden.“ Was die persönlichen Treffen angeht, so stelle sich nun jedoch immer wieder die Frage, wie es mit der Verbreitung der Omikron-Virusvariante weitergehe. Manche Termine, wie die Austauschrunden des Landkreises Aurich mit den Hauptverwaltungsbeamten im Kreisgebiet, fänden inzwischen beispielsweise wieder digital statt. Im Rathaus setze man unterdessen auf möglichst kleine Runden.

Neue Chefin: Viele Vorhaben-Träger versuchen erneut ihr Glück

Die Leute hätten dafür Verständnis, dass die neue Bürgermeisterin noch nicht alles wissen könne. Allerdings falle schon auf, dass bei ihr auch immer wieder Anfragen von Personen eingingen, die mit ihren Anliegen unter Baumann gescheitert waren und es nun erneut versuchen würden. „Ich muss mich immer wieder neu platzieren“, so Looden. Das sei viel Arbeit, da sie als Bürgermeisterin für ein breites Spektrum an Themen zuständig sei. Welche drei davon werden bei ihr im kommenden Jahr daher die höchste Priorität haben?

Ein grundsätzlich immer wichtiger Punkt sei die Bauleitplanung beziehungsweise die Änderungen von Bebauungsplänen. Das ist die Grundvoraussetzung für neue Wohn- und Gewerbeflächen in der Gemeinde. Gerade in Greetsiel müsse man da „sicherlich etwas anfassen“. Als zweite Priorität nennt die Verwaltungschefin die nun anstehende Bedarfsanalyse zur Zukunft der vier Grundschulen. Zuerst müsse aber der Auftrag für die Analyse an eine geeignete Fachfirma vergeben werden, bevor es damit losgehen könne. „Es ist klar, dass es wegen der Analyse Sorgen gibt, aber es gibt dazu keine Alternative, auch wenn ich dieses Wort nur ungern nutze“, betont sie.

Wie geht es mit dem Tourismus weiter?

Als dritten Punkt nennt Looden den Tourismus und alles, was damit zusammenhängt. Die Wählergemeinschaft Freie Bürgerliste Krummhörn (FBL) habe von einem Masterplan Tourismus gesprochen und tatsächlich sei es wichtig, einige grundsätzliche Fragen zu beantworten: Was will man überhaupt? Wie können die Interessen der Bewohner von Greetsiel dabei berücksichtigt werden und welche Entscheidungen können sie mittragen? Wie kann man sich breiter aufstellen, also auch über diesen touristisch geprägten Fischerort hinaus? Auch eine klarere Trennung zwischen der Gemeinde und ihrer Tourismus-Tochtergesellschaft sei wichtig. So müssten die Aufgaben und Zuständigkeiten genau festgelegt werden, damit es die Einheimischen und die Urlauber leichter haben. Darüber hinaus soll es in den nächsten Wochen ein Stück weit mit dem Pilotprojekt weitergehen, mit dessen Hilfe die maroden Wirtschaftswege der Krummhörn saniert werden sollen, die auch eine wichtige Rolle für den Fahrrad-Tourismus spielen.

Looden nennt aber noch viele weitere Punkte, zu denen es nächstes Jahre neue Entwicklungen geben soll. So müsse noch ein Standort für das geplante Ärztehaus gefunden werden und das Udo-Solick-Bad soll fertig werden. Es stünden Verhandlungen mit den Planern eines Jugend- und Familienhotels in Greetsiel an und man halte weiter an dem Projekt Bürgerbus fest, bei dem ein Verein unter finanzieller Unterstützung ein eigenes Verkehrsnetz mit eigenen ehrenamtlichen Fahrern aufbauen soll, die den öffentlichen Nahverkehr ergänzen. Außerdem müsse man nächstes Jahr „unbedingt“ die Jugendarbeit in Angriff nehmen. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche fehle es an Angeboten, weshalb man sich mit dem Jugendpfleger der Gemeinde und den Sportvereinen über die Möglichkeiten austauschen wolle.

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