Berlin

So verdienen Sie jedes Jahr mehrere Hundert Euro mit Ihrem E-Auto

Mark Otten
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Von Mark Otten
| 26.12.2021 17:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
E-Autos kosten in der Anschaffung oft mehr als vergleichbare Verbrenner – doch ab 2022 haben Fahrer einen neuen Anspruch auf einen Zuschuss. Foto: imago images/Martin Bäuml Fotodesign
E-Autos kosten in der Anschaffung oft mehr als vergleichbare Verbrenner – doch ab 2022 haben Fahrer einen neuen Anspruch auf einen Zuschuss. Foto: imago images/Martin Bäuml Fotodesign
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Fahrer von E-Autos können ab 2022 weitere Zuschüsse für ihren Wagen einstreichen. Mehrere Hundert Euro pro Fahrzeug sind möglich – und zwar jedes Jahr.

Ab 2022 können Besitzer von rein elektrisch betriebenen Autos von der sogenannten Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote) profitieren und jedes Jahr Geld für ihr Fahrzeug bekommen.  

Was steckt hinter der THG-Quote?

Mit den Quoten werden vor allem Mineralölgesellschaften per Gesetz dazu gezwungen, die CO2-Emissionen ihrer verkauften Kraftstoffe zu verringern. Wenn Unternehmen das nicht schaffen, indem sie etwa Biokraftstoffe beimischen, müssen sie zum Ausgleich Strafen zahlen oder sich Verschmutzungsrechte von Dritten kaufen, die vom Staat als CO₂-Minderung anerkannt werden. Ab 2022 können auch Privatkunden und Gewerbetreibende mit ihren Elektroautos teilnehmen und das eingesparte CO2 an Kraftstoffanbieter verkaufen. 

Wie viel Geld gibt es pro E-Auto und Jahr?

Die Höhe der Angebote und schwankt und ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Aktuell gibt es zwischen 250 und 370 Euro pro Auto und Jahr. Weil sich die Klimaziele für die Mineralölwirtschaft in den kommenden Jahren verschärfen, rechnen Branchenkenner damit, dass die Preise für die THG-Quote steigen werden. 

Verbraucherschützer raten dazu, einen Anbieter mit kurzen Vertragslaufzeiten zu wählen. Der regelmäßige THG-Quoten-Vergleich könnten für E-Auto-Fahrer dann die Suche nach dem jeweils günstigsten Strom- und Gasanbietern ergänzen.  

Wie verdiene ich Geld mit meinem E-Auto?

Es gibt mehrere Anbieter für das neue Geschäft mit den THG-Quoten, darunter Carbonify, Emobia, Emovy, Fairnergy, Maingau Energie, The Mobility House oder Smartificate. Verbraucher registrieren sich auf der Webseite eines Anbieters und laden ein Foto ihres Kfz-Scheins hoch. 

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Die Unternehmen reichen die Daten der KfZ-Scheine beim Umweltbundesamt ein, bündeln anschließend die Bescheide des Umweltbundesamts und verkaufen sie an Mineralölkonzerne. Die E-Auto-Fahrer bekommen bis zu 85 Prozent der tatsächlichen THG-Quote, den Rest behalten die Dienstleister für ihre Arbeit.

Wer und welche Autos sind anspruchsberechtigt?

Privatpersonen aber auch Betriebe können jedes Jahr mit ihren reinen Elektroautos Geld verdienen. Dabei ist es egal, ob das Auto neu, gebraucht oder geleast ist. Der Antrag muss jedes Jahr neu gestellt werden. Eine Frist gibt es bisher nicht, sodass Anträge ganzjährig gestellt werden können. Die aktuelle Regelung gilt zunächst bis 2030. Plug-in-Hybride sind von der Förderung ausgenommen. 

Warum gibt es die THG-Quote überhaupt?

Die THG-Quote gibt es seit 2015. Damit setzt Deutschland die Vorgaben der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) um. Über sie sollen besonders CO2-arme alternative Kraftstoffe gefördert werden. Das soll die Nachfrage nach diesen Kraftstoffen erhöhen und einen Markt erzeugen, heißt es dazu von Seiten der Bundesregierung. 

Stimmen Sie ab: Was halten Sie von der THG-Quote für E-Auto-Fahrer?

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