Berlin
Coronavirus und Omikron: Diese vier Punkte machen für 2022 Hoffnung
In der Corona-Politik scheinen die Verfechter von Lockdown, Impfpflicht und Schulschließungen die Oberhand zu gewinnen. Dabei gibt es im Angesicht von Omikron vier Gründe, einer Corona-Hysterie zu widerstehen.
Die Corona-Pandemie ist auch eine Pandemie
• falscher Versprechen (Keine Krebs-Operationen werden mehr verschoben)
• wissenschaftlicher Fehleinschätzungen (Masken bringen nichts / Für Geimpfte ist Corona vorbei)
• übertriebener Horrorszenarien (Kinder sind große Virenschleudern)
• und der Wortbrüche (Niemand hat die Absicht, eine Impfpflicht einzuführen).
Jetzt dürfte es Anfang 2022 ganz anders kommen. Von Angela Merkel über Olaf Scholz und Karl Lauterbach bis hin zu vielen Vertretern von FDP und Grünen fordern eine generelle Impfpflicht für alle, auch wenn der Nutzen zum Brechen der vierten und fünften Corona-Welle schon allein aus zeitlichen Gründen nicht gegeben ist.
Diese oft irritierende Krisenkommunikation ist teilweise darauf zurückzuführen, dass die Entwicklung der Pandemie selbst schwer vorhersagbar war. Was gestern noch richtig war, kann morgen schon falsch sein und umgekehrt. Hinzu kommen gesellschaftliche Stimmungslagen, die politische Entscheidungen beeinflussen. Wenn etwa rund 70 Prozent der Deutschen die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht für Erwachsene fordern, dann wird sich dem selbst ein Kanzler kaum entziehen können. Das polarisierende Thema hat eine Eigendynamik entwickelt, die Olaf Scholz schwer wieder einfangen kann. Klar ist aber auch: Dieser Wortbruch wird der Demokratie bei einem Teil der Gesellschaft Vertrauen kosten.
Im Angesicht der Rekord-Infektionszahlen in Teilen Europas steigt zugleich die Nervosität.
So forderte das Robert-Koch-Institut bereits vor Weihnachten bundesweite Lockdown-Maßnahmen sowie Aussetzung des Präsenzunterrichts durch Verlängerung der Ferien und anschließendem Distanzunterricht. Trotz anderslautender Bekundungen der Bildungsminister der Länder hat Thüringen schon beschlossen, nach den Weihnachtsferien auf Präsenzunterreicht wieder zu verzichten. Werden andere Kultusminister dem folgen?
Gleichzeitig wird der Ton rauer. Da beschimpft der Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery die Justiz als „kleine Richterlein“, weil diese strenge Corona-Regeln im Einzelhandel kassierten. Da gerieren sich selbst Pazifistinnen als Zuchtmeisterinnen der Nation, wenn es um den Einsatz von „Pfefferspray und Schlagstöcke“ gegen Corona-Demonstranten geht.
Sind das Anzeichen für einen um sich greifenden Corona-Alarmismus? Dabei gibt es vier Gründe, optimistischer auf 2022 zu schauen.
1. Kinder sind keine Pandemietreiber
Schulen und Kindergärten sind mit den passenden Hygienekonzepten keine Pandemietreiber. Das haben etliche Studien belegt. Die von Lehrerverbänden und besorgten Eltern vorgetragenen Ängste sind übertrieben. Die Kinder und Jugendlichen sind selbst ungeimpft gut vor einem schweren Corona-Verlauf geschützt. Wir dürfen nicht vergessen: In der Altersgruppe von 0 bis 19 Jahren gab es bislang 42 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona zu beklagen. Von den bis dato gut 110 000 gemeldeten Todesfällen entfallen mehr als 100 000 auf die Altersgruppen von 60 Jahren aufwärts. Und davon besonders betroffen sind wiederum Menschen, die älter als 80 Jahre alt sind.
2. Krankheitsverlauf bei Omikron milder
Der Krankheitsverlauf scheint bei der Omikron-Variante entgegen der ersten Befürchtungen milder als bei der Vorgänger-Variante Delta zu sein. Doppelgeimpfte und Genesene dürften zudem einen weiterhin passablen Schutz vor einem tödlichen Verlauf der Krankheit haben. Obwohl sich die Infektionszahlen in Großbritannien wie zu einer Wand auftürmen, bleiben die Corona-Todeszahlen moderat. Der Vergleich der 7-Tage-Mittelwerte vom 27.Dezember 2020 zum 27. Dezember 2021 zeigt eine klare Tendenz auf: Gab es vor einem Jahr im Mittel 479 Tote und 35 500 Neuinfektionen, waren es jetzt 106 Tote und 108000 Neuinfektionen. Es gibt bislang auch noch keine Überlastung der Krankenhausversorgung zu vermelden. Ähnliches gibt es in Südafrika, Spanien und den USA zu beobachten.
3. Boosterung schreitet voran
Die Impfstoffe von Pfizer und Moderna weisen nach der Boosterung weiterhin einen starken Schutz vor einer Infektion mit Omikron auf. Ob eine Anpassung erfolgen muss, prüfen die Hersteller. Die Drittimpfung schreitet in Deutschland erfreulich stark voran.
Zudem kommt der erste Totimpfstoff auf den Markt, auf den etliche Ungeimpfte gewartet haben. Der US-Hersteller Novavax wird ab Januar vier Millionen Dosen nach Deutschland liefern, sodass sich die Zahl der Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, weiter verkleinern dürfte. Der Immunitätsschutz der Bevölkerung dürfte auch ohne Impfpflicht in naher Zukunft ausreichend sein.
4. Wirksame Corona-Pille kommt auf den Markt
Die Gefahr, an Covid zu versterben, sinkt auch wegen besserer Behandlungsmöglichkeiten. Etliche Präparate sind bereits in der EU im Einsatz. Jetzt bekam in den USA das Medikament Paxlovid von Pfizer eine Notzulassung. Nach Angaben des US-Herstellers senkt es die Gefahr einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes um knapp 90 Prozent. Das Medikament kann daheim eingenommen werden. US-Präsident Joe Biden sieht darin einen Gamechanger, der einen Ausweg aus der Pandemie aufzeigt. Eine Million Pillen hat Deutschland bereits bestellt.
Summa summarum: Obwohl Schreckensszenarien für 2022 populär sind, kann es durchaus realistisch sein, dass Corona in absehbarer Zeit auf die Gefährlichkeit einer normalen Grippewelle herabgestuft werden kann. Diese Hoffnung hegt auch der Epidemiologe und Virologe Klaus Stöhr, ehemaliger Pandemiebeauftragter der WHO.
Lockdowns und Schulschließungen sollten deshalb der Vergangenheit angehören. Denn die Kollateralschäden für Kinder und Jugendliche, Händler und Soloselbstständige sind zu immens. Ganz zu schweigen von den enormen Folgekosten für das Gesundheits- und Finanzsystem. Zugleich sollte der Expertenrat der Bundesregierung jetzt Kriterien definieren, wann das Ende der Corona-Pandemie und der Beginn der endemischen Lage ausgerufen werden soll. Die Zeit ist reif, Schritt für Schritt zur Normalität zurückzukehren.
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