Politik
SPD wehrt sich gegen mögliche Schulschließungen
Nach der Jennelter Schulleitung kritisiert nun auch die SPD die anstehende Bedarfsanalyse zu den Krummhörner Grundschulen. Die Bürgermeisterin hält derweil an ihrem bisherigen Standpunkt fest.
Krummhörn - Wie zukunftsfähig sind die Grundschulen in der Krummhörn? Diese Frage stellt man sich in der Gemeinde schon seit Jahren, weshalb es nun eine neue Analyse zum aktuellen und späteren Bedarf geben soll. Die entsprechende Ratsentscheidung wird jedoch kritisiert. Nach der Leitung der Jennelter Grundschule meldet sich nun auch die Krummhörner SPD zu Wort.
Was und warum
Darum geht es: Müssen Schulen in der Krummhörn geschlossen werden? In der Gemeinde wird befürchtet, dass dies das Ergebnis einer jetzt anstehenden Analyse sein könnte.
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Deshalb berichten wir: Die SPD hatte eine Stellungnahme zu dem Thema an die Presse geschickt. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Heinz Richter, Sprecher der Ratsfraktion, erinnert an ein Zitat des kürzlich verabschiedeten früheren Bürgermeisters und Parteigenossen Frank Baumann: „Mit den Stimmen der SPD-Fraktion der Gemeinde Krummhörn wird es unter meiner Regie keine Grundschulschließung in der Krummhörn geben!“, habe dieser während des Wahlkampfs 2013 bei einer Podiumsdiskussion gesagt. Dieses Versprechen habe er gehalten und seine Partei stehe auch weiterhin „zu 100 Prozent“ hinter dieser Aussage, betont Richter.
SPD begründet Zustimmung zur Analyse
Die Mitglieder des Gemeinderates hätten sich auf ihrer vergangenen Sitzung darauf geeinigt, im Vorfeld einer Entscheidung alle Einrichtungen zu besichtigen, um sich ein Bild von den Schulen zu machen. „Auch wenn die SPD eine Bedarfsanalyse zugestimmt hat, heißt das nicht, dass das mit Grundschulschließungen enden muss“, verdeutlicht die Fraktion nun.
Es sei verständlich, dass die neue Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) wissen möchte, wie es um die Finanzen in der Gemeinde bestellt sei. Allerdings dürfe es sich bei der Bedarfsanalyse um keine Analyse zur Wirtschaftlichkeit der Schulen handeln. „Eine Schule ist kein Wirtschaftsunternehmen und die Schulkinder keine Wirtschaftsgüter.“ Stattdessen brauche man moderne Bildungsstätten, die man jetzt nicht habe. Anstelle von Tafel und Kreide sollten Kameras und Whiteboards angeschafft sowie ein vernünftiges Nachmittagsangebot geschaffen werden, „das Ganztagsschule mit Tagesheimbetreuung kombiniert“. Unterrichts-, Erholungs- und Spielphasen müssten sich abwechseln.
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Es gelte, parteiübergreifend für ein gemeinsames Ziel und für die Zukunft der Kinder zu kämpfen und dafür benötige man vier moderne Grundschulen. Die Kosten dürften dabei nicht im Fokus stehen, so Richter weiter. „Die nachfolgende Generation wird niemals bemängeln, wenn sie Verbindlichkeiten für eine gute Bildung abtragen muss.“ Außerdem sollte man berücksichtigen, dass sich in der Vergangenheit Analysen und getroffene Entscheidungen sehr oft als falsch erwiesen hätten, heißt es.
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So hatte kürzlich zum Beispiel die Leiterin der Jennelter Grundschule, Jutta Lerche-Schaudinn, in einer Stellungnahme betont, dass bei der Analyse auch die Zahl der Kinder unter die Lupe genommen werden soll. Diesbezüglich gebe es schon jetzt die ersten Fehler bei der Datenerhebung, weil Schüler mit Sonderbedarf, die doppelt gerechnet werden müssten, nicht immer doppelt erfasst werden. Auch müsse man nicht nur die Geburtenzahlen als Richtwert nehmen, sondern ebenso berücksichtigen, dass auch Familien zuziehen.
Bürgermeisterin Looden fordert derweil eine ergebnisoffene Analyse, will sich also alle Möglichkeiten offenhalten. Als unsere Zeitung jetzt mit ihr ein allgemeines Gespräch zu ihren ersten Wochen im neuen Amt führte, erinnerte sie zudem daran, dass man in Sachen Bedarfsanalyse noch ganz am Anfang stehe und erst eine Firma gefunden werden müsse, die diese erstellt.