Trend
Wenige verreisen an Feiertagen, der Sommerurlaub ist aber gebucht
Die Pandemie verdirbt wie auch schon im vergangenen Winter vielen Menschen die Reiselust. Der Blick geht dafür schon zum Sommer und Herbst. Das sind die beliebten Ziele.
Emden - Die Reiselust über Weihnachten und Silvester hält sich dieses Jahr in Grenzen. Der Corona-Winter sei einfach schwierig, sagt Rüdiger Termöhlen. Er leitet das Emder Reisebüro Termöhlen. Schon im ersten Pandemie-Jahr habe sich gezeigt, dass die Lage im Sommer halbwegs entspannt, zum Winter dann aber wieder schlechter gewesen war. Das sei in diesem Jahr ähnlich. Viele Reisewilligen seien verunsichert - insbesondere wegen der neuen Omikron-Variante. „Die Inzidenzen beispielsweise in Spanien steigen derzeit“, sagt Termöhlen.
Was und warum
Darum geht es: Viele Reisewillige sind derzeit verunsichert und verschieben ihren Urlaub.
Vor allem interessant für: Menschen, die gerne reisen oder davon träumen wollen angesichts des derzeit schlechten ostfriesischen Wetters
Deshalb berichten wir: Wer gerade aus dem Fenster in den grauen Winter in Ostfriesland schaut, könnte sich wünschen, zu verreisen. Wir haben bei der Reisebranche nachgehakt, wie die Trends für den Urlaub derzeit sind. Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de
Auch Portugal und die USA wurden von der Bundesregierung kürzlich wieder als Hochrisikogebiete eingestuft. Einige Ziele gebe es zwar noch, „die gut möglich“ seien, sagt Termöhlen. Dennoch hätten viele ihre Reisen verschoben. „Viele sind verhalten und wollen abwarten“, erklärt er. Und: Wegen der zurückgehenden Buchungszahlen im Fluggeschäft sind auch schon zahlreiche Flüge gestrichen.
Topziele für den Winter
Im Herbst sah das noch anders aus. Ab September hätten die Buchungen für die Wintermonate stark zugenommen, hieß es vom Deutschen Reiseverband im Oktober. Die Lust auf Badeziele auf der Fernstrecke sei größer geworden. Die Top-Reiseziele waren daher Stand Ende September: Kanaren, Malediven, Ägypten, Dominikanische Republik, Vereinigte Arabische Emirate und die Türkei. Über Silvester seien die beliebtesten Vor-Corona-Reiseziele laut dem Online-Reisebuchungsportal Opodo Bangkok, London, Palma de Mallorca, Teneriffa und Wien gewesen.
„Es zeigt sich auch für den Winter, dass die Menschen verreisen wollen und die Möglichkeit ergreifen, wenn sich die Chance dazu bietet“, meint Reiseverbands-Präsident Norbert Fiebig. Die Lust am Verreisen sei zweifelsohne da. Denn: Sobald ein beliebtes Urlaubsziel wieder bereist werden könne, stiegen auch die Buchungen an. Auf ein Niveau wie in Vor-Corona-Zeiten waren die Buchungen aber längst nicht gestiegen. Es wurde nur halb so viel gebucht. Ab November zeigte sich schon der Buchungs-Abwärtstrend.
Sommergeschäft fest im Blick
Und: Viele Kunden entschieden sich dann noch ganz kurzfristig für oder gegen eine Reise. Das beobachtet auch Rüdiger Termöhlen. Vielen hätten sie im Reisebüro direkt empfohlen, eine Winter-Reise lieber zu verschieben. „Im Frühling gehen die Infektionszahlen runter“, sagt der Emder. So sei es zumindest in diesem Jahr gewesen. Einige Menschen - insbesondere Senioren - würden im Januar noch gerne in sonnige Gegenden verreisen. Für die Reisebranche stünden jetzt aber klar Sommer und Herbst im Fokus.
Der Reisekonzern Tui, der auch eine Niederlassung in Emden hat, schreibt in einer Pressemitteilung Mitte Dezember, dass das erste Geschäftsquartal 2022 schon heute nahezu vollständig gebucht sei. „Damit erreichen wir derzeit 69 Prozent des Vorkrisenniveaus. Wir gehen davon aus, dass der Sommer 2022 ein weitgehend normalisiertes Buchungsniveau erreichen wird“, heißt es. Für das kommende Jahr zeige sich deutlich, dass Urlauber höherwertige Angebote und mehr Pauschalreisen wählen. Sie seien auch bereit, mehr dafür zu bezahlen: „Die Durchschnittspreise liegen um 15 Prozent über dem Vorkrisenjahr. Für den vergleichsweise sehr gut gebuchten Sommer 2022 liegen die Durchschnittspreise sogar um 23 Prozent höher“, heißt es von Tui.
Insbesondere Fernreiseziele wie die USA, Thailand, die Malediven oder die Seychellen stünden ganz oben auf der Wunschliste der Reisewilligen. Aber auch Griechenland und Spanien bleiben beliebt. Viele würden sich für Aktiv- oder Wellnessurlaube entscheiden.