Landwirtschaft

„Goldene Olga“: Betrieb aus Westoverledingen ausgezeichnet

Henrik Zein
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Von Henrik Zein
| 02.01.2022 15:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Landwirtsfamilie mit (von links) Heino Wübben, seiner Frau Else-Karin Wessels und Sohn Arndt Fokko Wessels aus Coldemüntje in der Gemeinde Westoverledingen freut sich, dass der Hof zu den besten elf Milchviehbetrieben Niedersachsens gehört.
Die Landwirtsfamilie mit (von links) Heino Wübben, seiner Frau Else-Karin Wessels und Sohn Arndt Fokko Wessels aus Coldemüntje in der Gemeinde Westoverledingen freut sich, dass der Hof zu den besten elf Milchviehbetrieben Niedersachsens gehört.
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Der Hof der Familie Wessels aus Westoverledingen gehört zu den besten Milchviehbetrieben Niedersachsens. Das Besondere: Das Betreiber-Ehepaar kommt aus ganz anderen Berufszweigen.

Westoverledingen - Die Freude bei der Familie Wessels aus Coldemüntje in der Gemeinde Westoverledingen war groß, als sie im November davon erfuhr, dass ihr Bauernhof zu den besten Milchviehbetrieben Niedersachsens gehört. Beim Milchlandpreis „Goldene Olga“ belegte der Hof eine Platzierung unter den ersten elf. Auch wenn es nicht ganz für eine goldene, silberne oder bronzene Kuh-Statue reichte, die die ersten drei Betriebe erhielten, sind die Landwirte stolz auf das Erreichte.

In einem separaten Stall auf dem Hof werden die Kälber gehalten.
In einem separaten Stall auf dem Hof werden die Kälber gehalten.

Heino Wübben (54), der den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Else-Karin Wessels (55) führt, erklärt: „Das Besondere bei uns ist, dass wir beide Quereinsteiger sind.“ Wübben ist gelernter Maurer, seine Frau hat eine Ausbildung im medizinischen Bereich gemacht. Aufgebaut haben den Betrieb die Eltern von Else-Karin Wessels. Diese bewirtschafteten ab 1965 zunächst einen Pachthof im Bunderhammrich im Rheiderland und kauften dann 1975 den Hof in Coldemüntje. „Sie haben mit ganz wenigen Tieren angefangen und wurden nach und nach größer“, erklärt Else-Karin Wessels. Als es zu Beginn der 2000er-Jahre darum ging, wer die Betriebsnachfolge übernehmen soll, kam dann nur noch sie infrage. „Ich war dazu bereit und habe eine landwirtschaftliche Weiterbildung gemacht“, erzählt die 54-Jährige. 2003 gab dann auch ihr Mann Heino Wübben seinen Maurer-Job auf und fing an, gemeinsam mit seiner Frau den Bauernhof zu führen.

Milchkühe der Rasse Holstein-Friesian

Heutzutage bewirtschaften die beiden einen 95 Hektar großen Grünlandbetrieb mit 117 Milchkühen der Rasse Holstein-Friesian und 60 weiblichen Nachzuchttieren. Von der Jury des Milchlandpreises der „Goldenen Olga“, die den Hof einen Tag lang genau unter die Lupe genommen hatte, gab es viel Lob: „Die Herde erbringt eine gute Milchleistung von rund 9300 Kilogramm pro Kuh und Jahr.“ Auch Werte wie Fett- und Eiweißgehalt seien gut. Auf dem Betrieb wird genfreie Weidemilch produziert, die an die Molkerei Ammerland in Wiefelstede geliefert wird.

Der Melkstand soll in den kommenden Jahren modernisiert werden.
Der Melkstand soll in den kommenden Jahren modernisiert werden.

Auch die Zukunft des Betriebes scheint gesichert. Der älteste von zwei Söhnen, der 21-jährige Arndt Fokko Wessels, möchte später den Hof übernehmen. Er absolviert zurzeit seine Ausbildung in einer Berufsfachschule und hilft abends immer beim Melken mit. „Ab dem Sommer will ich erst einmal für zwei Jahre auf einem Betrieb in Schleswig-Holstein lernen“, sagt er. Seine Mutter erklärt: „Wenn das alles so wie gewünscht klappt, dann werden wir natürlich auch investieren müssen.“ So entspreche der derzeitige 6er-Doppel-Fischgräten-Melkstand nicht mehr den modernen Standards. „Da müssten wird dann mit Sicherheit etwas machen“, betont Else-Karin Wessels.

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