Verkehr

Auf der Schoonorther Straße gilt jetzt Tempo 70

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 05.01.2022 18:51 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Statt wie bislang Tempo 50 gilt jetzt auf der L4 bei Schoonorther Tempo 70. Archivfoto: Wagenaar
Statt wie bislang Tempo 50 gilt jetzt auf der L4 bei Schoonorther Tempo 70. Archivfoto: Wagenaar
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Fast ein Jahr lang galt auf einem Teil der L4 schadensbedingt Tempo 50. Zwischenzeitlich sollte das Limit erhöht werden, aber dann kamen weitere Schäden hinzu. Nun gilt plötzlich Tempo 70. Warum?

Schoonorth - Der Zustand der Schoonorther Straße in der Gemeinde Krummhörn (Landesstraße L4) ist schlecht, weshalb sie auch bestenfalls in diesem Jahr saniert werden soll. Schon am 23. März vergangenen Jahres wurde auf einem Abschnitt ein Tempolimit von 50 Stundenkilometern festgelegt, um die Strecke und auch die Fahrgestelle der Verkehrsteilnehmer zu schonen. Nun sind aber plötzlich überall mindestens 70 Stundenkilometer erlaubt, obwohl sich der Zustand der Straße nicht verbessert hat. Ganz im Gegenteil.

Was und warum

Darum geht es: Auf einer wichtigen Alternativroute zwischen Emden und Norden dürfen Autofahrer jetzt wieder etwas schneller fahren.

Vor allem interessant für: Verkehrsteilnehmer, die in diesem Bereich unterwegs sind

Deshalb berichten wir: Wir sind durch einen anderen Medienbericht auf das neue Tempolimit aufmerksam geworden.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Zwar war dieser Schritt schon im Juni vergangenen Jahres angekündigt worden. Dann ruderten die Verantwortlichen jedoch zurück. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr begründete das im Oktober auf Nachfrage unserer Zeitung mit unterwarteten zusätzlichen Schäden im Belag, die keine höhere Geschwindigkeit zuließen. Später habe sich aber bei einer erneuten Untersuchung gezeigt, dass 70 km/h doch die richtige Geschwindigkeit sei, erklärt jetzt Frank Buchholz, Leiter des zuständigen Auricher Geschäftsbereichs der Landesbehörde.

Warten auf den Winter

Man habe sich diesbezüglich mit der Verkehrsbehörde des Landkreises Aurich abgestimmt, die auch die Anordnung zum Aufstellen der neuen Schilder erteile. Der Zustand der Straße sei zwar seit Oktober nicht besser, aber auch nicht schlechter geworden. Das heiße aber nicht, dass man zwangsläufig überall 70 Stundenkilometer fahren müsse, betont der Behördenleiter. Man müsse halt seine Fahrweise gegebenenfalls an die Wetter- und Lichtbedingungen anpassen.

Was die Sanierung der Strecke angeht, müsse man erst noch abwarten, was die kommenden Winterwochen bringen. Vor allem ein ständiger Wechsel von Frost- und Tauwetter könne sehr schädlich für Fahrbahnen sein. So dringe Wasser in Ritzen ein, gefriere, dehne sich aus und vergrößere die Schäden, wodurch sich auch immer wieder die Prioritätenliste bei den Sanierungen verändern könne. Zudem soll erst im März feststehen, wie viel Geld dem Geschäftsbereich Aurich für die Sanierung seiner Straßen zur Verfügung steht. Das hänge vom jährlich variierenden Haushaltsplan des Landes Niedersachsen ab, so Buchholz. Wenn die Sanierung der Schoonorther Straße dann konkret werde, schaue man sich nochmal genau an, von wo bis wo ausgebessert werden soll.

Erst einmal kein Radweg

Sollte es mit der L4 in diesem Jahr klappen, heißt das jedoch nicht, dass auch ein Radweg gebaut wird. Selbst wenn das Geld dafür schon vorhanden wäre, müsse man erst die baurechtlichen Voraussetzungen schaffen und Gespräche mit Grundstückseigentümern führen. Das sei in der kurzen Zeit nicht zu schaffen, auch wenn die Schließung der kilometerlangen Radweglücke zwischen Wirdum und Norden zum „vordringlichen Bedarf“ des Radwegekonzepts des Landes gehört. Anwohner der L4 fordern den Radweg schon seit vielen Jahren und haben inzwischen die Geduld verloren. Kürzlich bemalten sie rund 60 Räder mit orangener Farbe und stellten sie zusammen mit Schildern entlang der Strecke auf, um für ihren Wunsch zu werben.

Dabei steht auch nach wie vor ein Bürgerradweg zur Diskussion, für den ein Verein gegründet werden müsste, der Teile der Radwegplanung übernimmt und dadurch von einem neuen Fördertopf profitiert. Die Anwohner betrachten diese Idee aber eher als Notlösung und wollen lieber die Entscheidungsträger beeinflussen, um das reguläre Verfahren zu beschleunigen.

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