Notfallplan
Nach einem Feuer muss alles schnell organisiert werden
Es kommt immer mal wieder vor, dass Menschen ihr Zuhause bei einem Brand verlieren, wie jetzt beispielsweise ein Osterhuser. Inwieweit sind die Gemeinde und das DRK aber für solche Fälle gerüstet?
Osterhusen - Nachdem sich am Mittwoch Gutachter die Feuerschäden im Haus von Mario van den Berg angeschaut haben, bleibt für ihn weiter unklar, wie es in Sachen Sanierung weitergeht, sagt der Osterhuser am Donnerstagvormittag auf Nachfrage unserer Redaktion. Auch liege ihm noch kein Ergebnis zur offiziellen Brandursache und zur genauen Schadenshöhe vor. Dafür müsse van den Berg nun aber zumindest nicht mehr nach Emden wegziehen, wo ihm seine Baptistengemeinde ein Apartment zur Verfügung stellen wollte. Seine Versicherung übernehme stattdessen die Kosten und er bleibe bis auf Weiteres mit seinem Hund „Snoopy“ im Hinteraner Hotel Novum, so der 51-Jährige. Dort hatte ihn die Gemeinde Hinte zunächst einquartiert.
Was und warum
Darum geht es: Das Deutsche Rote Kreuz und die Gemeinde Hinte erklären, wie sie Opfern von Bränden helfen und wo das in der Regel nicht notwendig ist.
Vor allem interessant für: Menschen, die sich für Notfall-Pläne von Behörden und Rettungsorganisationen interessieren
Deshalb berichten wir: Es hieß zunächst, dass die Gemeinde Hinte Mario van den Berg in einem Hotel untergebracht hat. Wir wollten wissen, ob für solche Fälle extra Geld zurückgelegt wird. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Wie aber wird sowas eigentlich genau geregelt? Gibt es einen speziellen Topf oder eine feste Summe im Haushaltsplan, die für humanitäre Notfälle zurückbehalten wird? Nein, sagt auf Nachfrage Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos). Die Gemeinde könne bei Hausbränden aber trotzdem in Vorleistung gehen und tue das auch, wann immer es nötig sei. Glücklicherweise komme es in Hinte nur selten vor, dass Menschen bei Bränden ihr Haus verlieren. Man hoffe dann zwar immer darauf, dass am Ende die Versicherung der jeweiligen Geschädigten die Kosten übernehme, aber grundsätzlich sei die Kommune dazu verpflichtet, Obdachlose unterzubringen. „Das ist das wenigste, aber auch das wichtigste, was wir an diesem Abend tun konnten“, so der Verwaltungschef.
Im Winter muss es nachts besonders schnell gehen
Er verweist zudem auf die Leistung der insgesamt etwa 100 Feuerwehrleute aus Osterhusen, Hinte, Loppersum, Suurhusen und Groß Midlum, die in diesem Fall zusammen mit einem Einsatzleitwagen aus Norden alarmiert worden waren. Der Gemeinde-Mitarbeiter Dr. Stephan Peters sei mit der Suche nach einer Bleibe beauftragt worden und auch Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus Hinte und Loppersum kamen zur Hilfe. Sie hätten noch am selben Abend die nötigsten Dinge für den täglichen Gebrauch beschafft und am nächsten Tag habe sich van den Berg Wäsche von der Kleiderkammer besorgen dürfen, sagt der Bürgermeister.
Arne Wirth ist der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Hinte, der laut ihm immer mitalarmiert wird, sobald die Rettungsleitstelle bei Einsätzen von einer „anzunehmenden Gefahr“ spreche oder die Feuerwehr mit Atemschutzgeräten Gebäude betreten muss. Man kümmere sich jedoch nicht nur medizinisch um die Opfer, sondern auch psychologisch und materiell. Gerade wenn es nachts brenne und Winter sei, kämen Hausbewohner oftmals nur in Schlafanzügen ins Freie und müssten schnell an einen warmen Ort gebracht werden. Man spreche und beruhige die Betroffenen, die nicht selten unter Schock stehen. In besonders schweren Fällen rufe man Experten für eine psychosoziale Notversorgung hinzu. Schwierig werde es immer dann, wenn es keine Freunde oder Angehörigen gibt, die die Brandopfer bei sich aufnehmen können.
Um Spendenaufrufe müsse sich das DRK gerade in der Gemeinde Hinte aber nur selten kümmern. Fast immer gebe es Nachbarn, Freunde, Familie oder andere Mitmenschen, die etwas auf die Beine stellen würden. „Auch in Osterhusen kennen sich die Leute.“ Aus Erfahrung weiß Wirth, dass vor allem Kleidung schnell zusammenkommt – oftmals mehr, als letztendlich gebraucht wird. So nutzten viele Leute die Gelegenheit, auch gleich Sachen loszuwerden, die ohnehin in die Altkleidersammlung sollten. Erst wenn klar werde, dass bestimmte Dinge des täglichen Bedarfs nicht aufzutreiben sind, kümmere sich das DRK selbst darum.