Einzelhandel
Norder Real-Markt schließt für immer
Nachdem bereits im Vorjahr ein Teil des Norder Real-Markts geschlossen wurde, zieht sich der Konzern zum 30. Juni ganz aus der Stadt zurück. Wir haben gefragt, wer der Nachmieter sein wird.
Norden - Nun ist es offiziell: Zum 30. Juni wird die Supermarktkette Real auch ihre Filiale in der Stadt Norden für immer schließen. Das gab das Unternehmen an diesem Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt. Nach der Schließung soll der Markt umgebaut werden. Auf Nachfrage unserer Zeitung teilt der Unternehmenssprecher Markus Jablonski mit, dass ein anderer Lebensmittelhändler die Räume nutzen möchte. Um welchen es sich handelt, dürfe er zwar noch nicht sagen, aber in Anbetracht der zur Verfügung stehenden Fläche wird auch dieser Markt groß sein, ließ er durchblicken. Damit könnte er zu einem bedeutenden Konkurrenten für das in nur wenigen hundert Metern Entfernung liegende Einkaufszentrum Norder Tor mit seinem Kaufland-Markt werden.
Im vergangenen Jahr war bereits der „Non-Food“-Bereich (Nicht-Lebensmittel-Bereich) von Real an der Straße Glückauf geschlossen worden, um dem Sonderpostenhändler Zimmermann aus Oldenburg Platz zu machen. Zimmermann eröffnete dort im November eine neue Filiale. Schon damals war die Rede davon, dass auch der restliche Real-Markt schließen soll, allerdings bereits zum 1. Juni.
Das Norder Warenhaus war nicht immer ein Real-Markt gewesen. Zuvor hatte es sich um eine Filiale des amerikanischen Wal-Mart-Einzelhandelkonzerns gehandelt, der mit seinen heute mehr als zwei Millionen Angestellten der größte private Arbeitgeber weltweit ist. Weitere Filialen in Ostfriesland hatte es auch in Aurich und in Emden gegeben. 2006 zog sich der Konzern dann jedoch nach acht Jahren vollständig vom deutschen Markt zurück und verkaufte seine 85 hiesigen Warenhäuser an die Metro-Gruppe, woraufhin auch der Norder Real-Markt entstand. Im Jahr 2020 dann übernahm der russische Finanzinvestor SCP die angeschlagene Warenhauskette mit ihren rund 270 Märkten, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. Ein Großteil der Filialen wurde inzwischen von Kaufland und Edeka gesichert.