Fußball

Kickers-Spieler Goguadze: „Die Situation ist einfach scheiße“

| | 06.01.2022 18:11 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Für Nikky Goguadze ist aktuell völlig unklar, wie es für ihn sportlich weitergehen wird. Archivfoto: Doden
Für Nikky Goguadze ist aktuell völlig unklar, wie es für ihn sportlich weitergehen wird. Archivfoto: Doden
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Die Wege von Nikky Goguadze und Fußball-Oberligist Kickers Emden werden sich wohl trennen. Der BSV möchte in Zukunft auf ungeimpfte Spieler verzichten. Goguadze bezieht Stellung.

Emden - Nikky Goguadze zählte bei Kickers Emden in der Fußball-Oberliga zu den Leistungsträgern. Der Stürmer aus den Niederlanden mit georgischen Wurzeln kam in 15 Partien zum Einsatz, konnte sechs Treffer erzielen und war somit zusammen mit Daniel van der Werff hinter Tido Steffens (11 Tore) zweitbester Torjäger. Jetzt deutet alles auf eine Trennung hin. Im Interview erklärt der 23-Jährige die Hintergründe.

Frage: Auf der Plattform LinkedIn suchen Sie bereits nach einem neuen Verein. Wie ist der Stand der Dinge bei Ihnen und Ihren Brüdern?

Goguadze: Noch haben wir mit den Emder Verantwortlichen nicht endgültig besprochen, dass wir Kickers verlassen werden, wir haben nur Telefongespräche geführt und die Dinge noch nicht unter vier Augen geklärt. Aktuell ist die Lage ja so, dass wir ohne eine Corona-Impfung in Deutschland nicht spielen und trainieren dürfen. Im letzten Sommer hatten wir Corona. Wir haben für uns die Entscheidung getroffen, dass wir uns momentan noch nicht impfen lassen möchten.

Frage: Wie geht es jetzt bei Ihnen weiter?

Goguadze: Wir möchten gerne weiter Fußball spielen. Wenn wir dafür eine Impfung brauchen, ist es derzeit für uns in Deutschland nicht möglich. Daher suchen wir einen Verein, wo wir auch ohne Impfung spielen können. Das wird schwierig werden. Durch Corona ist es leider so, dass mein Traum vom höherklassigen nur schwer umzusetzen ist. Mein Ziel war es, mich in Emden weiterzuentwickeln. Da ich mich auf den Fußball konzentriert habe, versuche ich, wieder einen Job als Dachdecker oder Personaltrainer anzufangen.

Frage: Wo schauen Sie sich nach einem neuen Verein um?

Goguadze: Das wird in Holland sein, dort sind die Regelungen noch ein bisschen einfacher für uns. (Anmerkung der Redaktion: Um in den Niederlanden am Mannschaftssport teilzunehmen, galt bisher die 3G-Regel. Der Genesenen-Status gilt momentan für 365-Tage. Es gibt allerdings Diskussionen, diesen zu verkürzen.)

Frage: Waren Sie überrascht, dass die Verantwortlichen von Kickers Emden entschieden haben, mit nichtgeimpften Spielern nicht mehr zusammenarbeiten zu wollen?

Goguadze: Wir waren über die Ankündigung schon sehr verwundert und haben bisher nur mit Carsten Herzog und Albert Ammermann über unsere Situation gesprochen. Die vertraglichen Dinge müssen wir in den nächsten Tagen dann klären. Es ist schade, dass es so auseinandergeht. Kickers und auch wir wollten um den Aufstieg kämpfen, die Situation ist einfach scheiße.

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