FDP und Corona

Die Opposition war einfach

Rena Lehmann
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Ein Kommentar von Rena Lehmann
| 06.01.2022 17:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nachdenklich und staatsmännisch: FDP-Chef Christian Lindner beim diesjährigen Dreikönigstreffen in Stuttgart. Foto: Uli Deck/DPA
Nachdenklich und staatsmännisch: FDP-Chef Christian Lindner beim diesjährigen Dreikönigstreffen in Stuttgart. Foto: Uli Deck/DPA
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Endlich mal ein Dreikönigstreffen für die FDP, bei dem sie nicht im Umfragetief sondern auf der Regierungsbank sitzt. Doch das Virus kann auch ihr gefährlich werden.

Christian Lindner ist mit sich im Reinen. Geradezu staatsmännisch geriet seine Rede beim traditionellen Dreikönigstreffen der FDP. Erstmals seit vielen Jahren musste er seine Partei in der Stuttgarter Oper nicht aufrichten und ihrer Existenzberechtigung versichern. Und doch bleibt der geschmeidige Einzug der Liberalen in die Ampel-Regierung erklärungsbedürftig. Lindner scheint bereits zu ahnen, dass es kein Selbstläufer wird, seine 11,5 Prozent der Wähler im Zusammenspiel mit SPD und Grünen nicht permanent zu enttäuschen. Die weitere Corona-Politik der Bundesregierung wird dafür entscheidend sein. Mit ihrer Kritik an den Corona-Maßnahmen der letzten Bundesregierung hat sie einem kleineren, aber nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung aus der Seele gesprochen. Daran ist die Partei erstarkt. Doch lag sie auch nicht mit allen Bewertungen von Maßnahmen als vermeintlich unverhältnismäßig richtig. In der Pandemie in der Opposition zu sein und laut „Freiheit!“ zu rufen, ist etwas anderes, als wenn man als Teil der Regierung die Überlastung der Krankenhäuser verhindern muss. Es ist gelungen, die vierte Welle mit maßvollen Eingriffen in Schach zu halten. Ob dieser Kurs mit Omikron beizubehalten ist, kann derzeit mit Sicherheit niemand voraussagen. Die FDP ist jedenfalls vorsichtiger geworden dabei, drastische Maßnahmen gänzlich auszuschließen. 

Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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