Prozess
Täter muss lebenslang in Psychiatrie
Im Prozess um einen Brandanschlag auf einen 66-jährigen Oldenburger fiel am Dienstag das Urteil. In der Verhandlung zollte das Gericht dem Opfer großen Respekt.
Oldenburg/Wiefelstede - Er hat einen 66-Jährigen an einer Bushaltestelle in Oldenburg niedergeschlagen, mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Für diese Tat muss ein 54-jähriger Mann aus Wiefelstede nun lebenslang in die geschlossene Psychiatrie. Das hat die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichts am Dienstag angeordnet. Die Tat ereignete sich bereits am 19. August vergangenen Jahres. Wegen versuchten Mordes konnte der Beschuldigte nicht bestraft werden. Er ist aufgrund einer schweren psychischen Störung schuldunfähig.
An einer Bushaltestelle wollte der 66-Jährige eine Mutter und deren Tochter beschützen. Der Beschuldigte, der weder die Mutter noch die Tochter kannte, hatte damals sofort die Zwölfjährige heiraten wollen. Der 66-Jährige, der auf das verrückte Geschehen aufmerksam geworden war, schritt ein. Er wollte den 54-Jährigen verscheuchen, doch dieser griff den Oldenburger an. Das Opfer überlebte den Angriff schwer verletzt mit großflächigen Verbrennungen der Haut und der Atemwege.
Täter gilt schon lange als gefährlich
„Ihr Vater war ein Held. Er hat Anstand, Mut und Zivilcourage bewiesen. Dafür zollt die gesamte Kammer ihrem Vater größten Respekt“, sagte der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann zu den Kindern des Opfers, die den Prozess verfolgten.
Der Wiefelsteder gilt schon seit Jahrzehnten als schwerst gestört und äußerst gefährlich. Schon 2004 hatte er Frauen und Mädchen sexuell bedrängt. Auch damals war er für schuldunfähig erklärt und in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht worden. Dort saß er 14 Jahre lang, wurde dann Anfang 2019 wieder entlassen.