Berlin
Norddeutscher Serienmörder: „Konkreter Hinweis“ nach Aktenzeichen XY
Bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“ suchte das LKA Niedersachsen einen mutmaßlichen Serienmörder, der in den 90ern zwei Frauen erdrosselte. Die Sendung erbringt einen „konkreten Hinweis“ auf eine Person.
Am 12. Januar 2022 bat „Aktenzeichen XY … ungelöst“ wieder um die Mithilfe der Zuschauer. Rudi Cerne stellte fünf Filmfälle vor, einen Update-Film aus dem Norden sowie einen Studiofall. Jetzt liegen erste Hinweise vor, die Alfred Hettmer vom LKA München am Ende der Sendung vorstellte.
Erste Hinweise und Ergebnisse
Zum mutmaßlichen Serienmörder aus Norddeutschland hatten mehrere XY-Zuschauer etwas mitzuteilen. „Nicht zuletzt“, so Hettmer, liegt ein ganz konkreter Hinweis auf eine Person vor, die eventuell mit dieser Tat in Verbindung stehen könnte.“ Gesucht wird ein Mann, der Anfang der 90er Jahren in Bremerhaven und Verden zwei drogenabhängige Frauen vom Straßenstrich erdrosselt hat. Mehrere Zuschauer haben Hinweise zu den Tagwerkzeugen gemacht - einem Nylonseil, Leukoplast, Kabelbinder und einer Plastiktüte. Die Ermittler waren erst spät auf den möglichen Zusammenhang zwischen den Taten gestoßen; deshalb wollten sie auch wissen, ob weitere Taten oder Vermisstenfälle mit der Serie in Verbindung stehen könnten. Tatsächlich gaben einige Anrufer Hinweise auf ähnlich gelagerte Fälle im Tatzeitraum.
Morde an Vanessa W. und Anja W.
Die Kripo Cuxhaven/Bremerhaven ermittelt die Hintergründe der Ermordung von Vanessa W. und Anja W. Vanessa stirbt 1992 in Bremerhaven, Anja wird acht Monate später in Verden zum Opfer. Weil verschiedene Polizeidienststellen ermitteln, werden auffällige Übereinstimmungen zunächst übersehen: Beide Frauen waren drogenabhängig und arbeiteten auf dem Straßenstrich, beide wurden stranguliert. Inzwischen haben Profiler des LKA Niedersachsen sich noch einmal intensiv mit dem Fall auseinandergesetzt. Der Täter, der heute vermutlich um die 60 oder 70 Jahre alt ist, könnte demnach ein bundesweit agierender Serienmörder gewesen sein, dem es sexuelle Befriedigung verschafft, seine Opfer zu erdrosseln. Im Update-Film, den die Ermittler bei „Aktenzeichen XY“ vorstellen, geht es unter anderem um die Tatwerkzeuge. Eine achtminütige Doku zum Fall stellt das ZDF hier bereit.
Zweite Fahndung bei „Aktenzeichen XY“
Die Morde an Vanessa W. und Anja W. sind schon zum zweiten Mal Gegenstand der Öffentlichkeitsfahndung bei „Aktenzeichen XY“. Zum letzten Mal war der Fall im November 2019 Thema. Damals gingen etwa 250 Hinweise bei der Polizei ein, die alle überprüft wurden. Der entscheidende Hinweis war allerdings nicht dabei, wie die Ermittler in einer Pressemitteilung schreiben. Nachdem eine DNA-Probe des Täters ermittelt wurde, sind demnach über 800 Personen überprüft und rund 450 Speichelproben eingeholt worden. Nun hoffen die Beamten, dass sich nach der neuen Sendung Hinweise zur Waffe und dem Motiv des Täters ergeben, die zur Aufklärung der Morde führen.