Berlin

Aktenzeichen XY: Kind stirbt bei Brandanschlag – Rechtsextreme Bekenner

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 12.01.2022 14:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Heute bittet Rudi Cerne in „Aktenzeichen XY“ wieder um die Mithilfe der Zuschauer. Foto: ZDF/Opium Effect
Heute bittet Rudi Cerne in „Aktenzeichen XY“ wieder um die Mithilfe der Zuschauer. Foto: ZDF/Opium Effect
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Cold Case bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“: 1990 starb der fünfjährige Ercan bei einem Brandanschlag. Danach taucht ein rechtsextremes Bekennerschreiben auf. Heute stellt die Polizei den Fall noch einmal vor.

Am 12. Januar 2022 bittet „Aktenzeichen XY … ungelöst“ wieder um die Mithilfe der Zuschauer. Rudi Cerne stellt fünf Filmfälle vor, einen Update-Film aus dem Norden sowie einen Studiofall. Besonders auffällig: Drei der Verbrechen, um die es heute geht, behandeln so genannte Cold Cases, deren Täter seit Jahrzehnten unentdeckt sind.

Anschlag auf türkisches Wohnhaus

Mehr als 30 Jahre danach versucht die Neu-Ulmer Kripo, den Tod eines Fünfjährigen aus Kempten (Allgäu) aufzuklären. Das Kind starb 1990 in den Flammen eines Wohnhauses, das von türkischen Familien bewohnt wurde. Wenig später taucht ein Bekennerschreiben auf, das den Fall als rechtsextremen Brandanschlag erscheinen lässt. Die „Soko 1990“ hofft jetzt auf die Unterstützung der XY-Zuschauer: Wer hat Informationen zu dem Hausbrand oder dem Brief? Wer hat damals verdächtige Beobachtungen gemacht?

Wer tötete Ercan (5) aus Kempten?

Im Herbst 2020 hatte die Polizei den Fall zur Wiederaufnahme der Ermittlungen noch einmal geschildert. Demnach wurden die Hausbewohner in der Nacht auf den 17. November 1990 von dem Brand überrascht. Ein Großteil der Betroffenen konnte sich durch einen Sprung aus dem Fenster retten; zum Teil erlitten sie dabei schwere Verletzungen. Der fünfjährige Sohn einer Familie konnte durch die Feuerwehr zwar noch geborgen werden, starb aber kurz darauf im Krankhaus. Die damaligen kriminalpolizeilichen Ermittlungen wegen Brandstiftung mit Todesfolge führten damals nicht zur Aufklärung. Dabei ging es auch um ein Bekennerschreiben. Dessen Inhalte bezeichnen die Ermittler als rechtsextrem.

In der „Soko 1990“ arbeitet nun die bei der Münchner Generalstaatsanwaltschaft angesiedelte Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus mit dem Polizeipräsidium zusammen. Ermittelt wird wegen Mordes. In diesem Zusammenhang prüft die Sonderkommission auch Zusammenhänge mit weiteren Brandverfahren aus dieser Zeit.

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