Stadtentwicklung

Conrebbi: Schon mehr als 350 Bewerber für 100 Grundstücke

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 13.01.2022 11:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Blick vom Friesenhügel auf das zu bebauende Gebiet in Emden: Zwischen Larrelter Tief, dem bestehenden Stadtteil Conrebbersweg und der Autobahn 31 soll in diesem Jahr auch sichtbar ein neuer Stadtteil für Emden entstehen. Foto: Hock/Archiv
Blick vom Friesenhügel auf das zu bebauende Gebiet in Emden: Zwischen Larrelter Tief, dem bestehenden Stadtteil Conrebbersweg und der Autobahn 31 soll in diesem Jahr auch sichtbar ein neuer Stadtteil für Emden entstehen. Foto: Hock/Archiv
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Bauwillige haben noch etwa sechs Wochen Zeit, sich für ein Grundstück im ersten Abschnitt von Conrebbersweg-West zu bewerben. Für junge Leute stehen die Chancen besser, zum Zug zu kommen.

Emden - Das große Interesse an Grundstücken im neuen Mega-Baugebiet Conrebbersweg-West im Nordwesten von Emden ist offenbar ungebrochen. Innerhalb der ersten beiden Wochen nach dem Start des Bewerbungsverfahrens für die ersten 100 Bauplätze sind bei der Stadt bereits 355 Bewerbungen eingegangen. Bauwillige haben noch etwa sechs Wochen Zeit, sich zu bewerben. Die Frist endet am 23. Februar.

Was und warum

Darum geht es: alles Wichtige für Bauwillige zum neuen Baugebiet Conrebbersweg-West in Emden

Vor allem interessant für: Bauwillige und diejenigen, die sich für die Entwicklung der Stadt Emden interessieren

Deshalb berichten wir: Das Bewerbungsverfahren für Grundstücke in dem Baugebiet läuft seit gut zwei Wochen. Wir haben nachgefragt, wie groß das Interesse von Bauwilligen ist.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Wie Stadtsprecherin Theda Eilers dieser Zeitung auf Nachfrage mitteilte, werden die Kaufverträge erst im zweiten oder im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden können. Zunächst müssten die eingegangenen Bewerbungen ausgewertet werden.

Diese Kriterien gelten für den Verkauf

Die Vergabe der Grundstücke erfolgt nach festgelegten Kriterien, die sich überwiegend an sozialen Faktoren orientieren. Ziel sei es, „junge Familien zu unterstützen und soziale Gerechtigkeit zu schaffen“, heißt es auf der gemeinsamen Homepage www.ankerplatz-emden.de von Stadt und Stadtwerken für das neue Baugebiet. Grundsätzlich kann sich aber jeder um ein Grundstück bemühen. Bewerbungen sind auch online über die Homepage möglich.

Bei der Vergabe werden unter anderem das Alter, die Familiensituation, Wohneigentum und Erbbaurechte, Teilhabeeinschränkungen sowie Fragen zum Arbeitsplatz und zum ehrenamtlichen Engagement berücksichtigt. Diejenigen, die sich in den vergangenen Jahren auf der Warteliste für das Baugebiet eintragen ließen, sollen ebenfalls vorrangig berücksichtigt werden. Darauf stehen die Namen von etwa 1200 Interessenten.

Preise liegen zwischen 150 und 180 Euro

Die einzelnen Kriterien werden nach einem Punktesystem bewertet. Die besten Chancen, als einer der ersten zum Zug zu kommen, hätte demnach beispielsweise ein Bewerber im Alter zwischen 26 und 35 Jahren, der Kinder im Alter unter fünf Jahren, kein eigenes Wohneigentum hat und in Emden arbeitet. Die schlechtesten Aussichten haben hingegen Leute, die älter als 55 Jahre und kinderlos sind, schon eine Immobilie besitzen und nicht in der Stadt beschäftigt sind. Zwischen diesen beiden Beispielen gibt es Abstufungen.

Die ersten etwa 100 Grundstücke, die verkauft werden, sind nach Angaben der Stadt zwischen 500 und 1150 Quadratmeter groß. Die Verkaufspreise liegen bei 150 bis 180 Euro pro Quadratmeter. Wer ein Grundstück erwirbt, muss das Haus darauf mindestens zehn Jahre lang selbst bewohnen.

Besondere Vorschriften für Wohnhäuser

Der erste von mehreren geplanten Bauabschnitten liegt im Norden des neuen Stadtteils, der zwischen der Autobahn, dem Larrelter Tief und dem bestehenden Teil von Conrebbersweg entsteht. Der erste Teil wird über eine Baustraße erschlossen, die ab der Autobahn-Anschlussstelle Pewsum angefahren wird. Diese Verbindung wird später als künftige Hauptstraße bis zum Steinweg und damit in Richtung Innenstadt geführt. Parallel zum ersten Bauabschnitt soll nahe der A31 ein kleines Gewerbegebiet entstehen. Dafür gibt es laut Eilers ebenfalls schon „einige Interessenten“.

Für die Wohnhäuser in dem neuen Stadtteil gelten besondere Vorschriften. So dürfen im neuen Stadtteil keine fossilen Brennstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas) zum Heizen verwendet werden. Entsprechende Versorgungsleitungen werden nicht verlegt. Stattdessen müssen die Häuser mit alternativen Energiequellen versorgen.

Erste Häuser im Spätsommer oder Herbst

Im Bebauungsplan ist festgelegt, dass auf geneigten Dachflächen (bei einer Neigung von mehr als 15 Grad) mindestens 30 Prozent der Fläche durch Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen belegt sein müssen. Auf Flachdächern schreibt die Stadt mindestens die Hälfte der Dachflächen dafür vor. Diese Auflagen sind Teil des stadtweiten Ziels, dass Emden bis zum Jahr 2050 klimaneutral wird.

Die Planungen zur Erschließung des Areals laufen schon seit längerem. Die ersten Straßen, Kanäle und Gräben sollen im kommenden Frühjahr angelegt werden, heißt es auf der Homepage. Die ersten Grundstücke könnten demnach im Spätsommer oder Herbst dieses Jahres bebaut werden.

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