Berlin (dpa)

Das war der Bundesliga-Samstag, das kommt am Sonntag

16.01.2022 05:00 Uhr  | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Wolfsburgs Trainer Florian Kohfeldt (l) klatscht mit seinem Spieler Ridle nach dem 0:0 gegen die Hertha ab. Foto: Swen Pförtner/dpa
Wolfsburgs Trainer Florian Kohfeldt (l) klatscht mit seinem Spieler Ridle nach dem 0:0 gegen die Hertha ab. Foto: Swen Pförtner/dpa
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Die Bayern kontern den Vorstoß des BVB auch dank dreier Lewandowski-Tore. Gladbach verliert, Mainz-Coach Svensson gesperrt. In Berlin herrscht derweil Vorfreude, in Wolfsburg weiter Frust.

Die Hoffnung auf neue Spannung im Titelkampf der Fußball-Bundesliga hielt nicht mal 24 Stunden.

Einen Tag nach dem 5:1-Sieg von Borussia Dortmund gegen den SC Freiburg stellte der FC Bayern mit einem 4:0 (2:0) beim 1. FC Köln den Sechs-Punkte-Vorsprung an der Tabellenspitze wieder her. Dahinter mischt auch Union Berlin im Kampf um die Königsklassen-Ränge mit, RB Leipzig setzt seine Aufholjagd fort. Außerdem brachte der 19. Bundesliga-Spieltag am Samstag eine besondere Szene in Köln und eine Debatte in Gladbach.

„In der Box eine Maschine“

Torgarant: 300. Bundesliga-Tor, 16. Dreierpack: Auch in schwierigen Corona-Zeiten mit vielen Ausfällen kann sich der FC Bayern auf Robert Lewandowski verlassen. Mit drei Treffern führte der Torjäger die Münchner zum klaren 4:0 beim 1. FC Köln. „Wir haben ihm viel zu verdanken und sind überglücklich, da er in der Box eine Maschine ist“, lobte Kapitän Manuel Neuer den Angreifer.

Tauschhandel: Es war eine der Szenen dieses Spieltags. Nach der Partie in Köln tauschten Neuer und FC-Trainer Steffen Baumgart Trikot und Kappe. Der Nationalkeeper sicherte sich die Schiebermütze Baumgarts, der im Gegenzug das Trikot Neuers erhielt. „Die Käppi ist schon legendär, die würde jeder gerne haben“, sagte Neuer.

„Ich bin froh, dass ich sie jetzt habe.“ Und auch für Baumgart hatte der Tag trotz der verdienten Niederlage noch was Schönes. „Ich will von Manu schon sehr lange ein Trikot haben“, sagte er mit einem Lächeln und erklärte in den Katakomben: „Ich bin jemand, der sowas sammelt.“

Sommer pariert zwei Strafstöße

Elfmeterkiller: Zwei Strafstöße in einem Spiel gehalten - das gelang vor dem Gladbacher Yann Sommer in der Bundesliga zuletzt Raphael Schäfer 2014. Zum Punktgewinn reichte es beim 1:2 gegen Bayer Leverkusen dennoch nicht. Die Niederlage befeuerte bei der Borussia auch die Debatte um Nationalspieler Matthias Ginter, der nach seinem angekündigten Abgang im Sommer nur auf der Bank saß. Für ihn spielte Neuzugang Marvin Friedrich. „Er hat ein ordentliches Debüt gegeben, er ist ein Spieler für die Zukunft“, sagte Coach Adi Hütter.

Negativserie: Immerhin nicht Niederlage Nummer neun - aber auch nicht der erhoffte Schritt aus der Krise. Florian Kohfeldt war nach dem 0:0 seines VfL Wolfsburg im Duell zweier Krisenclubs gegen Hertha BSC trotz des ersten Punktgewinns seit Mitte November nicht zufrieden.

„Das ärgert mich enorm“, schimpfte der Coach über den vergebenen Sieg, den seine Mannschaft seiner Meinung nach verdient gehabt hätte. „Leistungstechnisch war es ein Schritt nach vorne und dennoch war es kein Befreiungsschlag.“ An der Tabellensituation ändert sich wenig: Wolfsburg könnte am Sonntag auf Rang 15 abrutschen, Hertha ist 13.

Sperre für Svensson wegen vierter Gelber Karte

Zuschauerrolle: Die Szene kurz vor dem Schlusspfiff beim 1:0-Sieg gegen den VfL Bochum bewertete Bo Svensson im Rückblick selbst als „nicht so optimal“. Wegen Meckerns sah der Coach des FSV Mainz 05 in der 88. Minute die Gelbe Karte. Und die hat für Svensson Folgen: Da es seine vierte in dieser Saison war, ist er für ein Spiel gesperrt und kann am kommenden Samstag bei der SpVgg Greuther Fürth nicht auf die Bank und in die Kabine. Seine Verwarnung bezeichnete Svensson als Missverständnis, gab aber zu: „Das ist keine Ausrede. Das ist nicht eine Gelbe Karte, sondern es sind vier - das ist nicht so optimal.“

Aufholjagd dank Traumduo: Dass RB Leipzig sich wieder den Champions-League-Rängen nähert, hatte der Vize-Meister am Samstag vor allem zwei Spielern zu verdanken: André Silva und Christopher Nkunku. Das formstarke Sturm-Duo aus Portugal und Frankreich erzielte beim 2:0-Erfolg beim VfB Stuttgart die Tore.

„Wir sind sehr glücklich“, sagte Leipzigs neuer Trainer Domenico Tedesco nach dem zweiten Sieg in der Rückrunde. Silva traf in der 11. Minute per Handelfmeter, Nkunku vollendete 20 Minuten vor dem Ende den entscheidenden Konter.

Prömel trifft erneut für Union

Derbyfreude: Die Verhältnisse vor dem Berliner Derby im Achtelfinale des DFB-Pokals sind klar. Der 1. FC Union Berlin spielt in der Bundesliga um die Champions-League-Teilnahme, Stadtrivale Hertha BSC gegen den Abstieg. Träume von der erneuten Europapokal-Teilnahme sind bei Union trotz der bislang so starken Saison aber noch tabu. „Dafür liegt uns der Trainer zu sehr in den Ohren. Er predigt immer wieder, wo wir herkommen“, sagte Torschütze Grischa Prömel nach dem 2:1-Sieg gegen Hoffenheim.

Schlüsselspieler und Schlüsselspiel: Nach dem unglücklichen 2:3 gegen Dortmund will Eintracht Frankfurt unbedingt den ersten Sieg im neuen Jahr - muss am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) beim FC Augsburg aber gleich auf zwei Schlüsselspieler verzichten. Torhüter Kevin Trapp und Flügelspieler Filip Kostic wurden positiv auf Corona getestet und fallen aus.

Auch Außenbahnspieler Danny da Costa befindet sich nach einem Positivtest aus der Vorwoche weiter in Quarantäne. Die zweite Sonntags-Partie ist für Arminia Bielefeld ein Schlüsselspiel, für Greuther Fürth die wohl letzte Chance. Denn mehr Abstiegskampf geht nicht: Der Vorletzte Bielefeld tritt gegen Schlusslicht Fürth an. „Wir wissen um die Bedeutung des Spiels. Es wird ein heißer Tanz“, sagte Arminia-Trainer Frank Kramer vor der Partie (17.30 Uhr/DAZN).

© dpa-infocom, dpa:220115-99-724170/4