Einzelhandel

Emder Markt startet mit Austern und Kaviar ins neue Jahr

Stephanie Tomé
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Von Stephanie Tomé
| 17.01.2022 15:06 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Berend Schulz verkauft auf dem Emder Wochenmarkt Muscheln. Foto: Ortgies
Berend Schulz verkauft auf dem Emder Wochenmarkt Muscheln. Foto: Ortgies
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Trotz kleiner „Winterruhe“ gibt es neue Angebote auf dem Emder Wochenmarkt. Im Frühjahr soll sich noch mehr tun.

Emden - Wenige Stände, viel freie Fläche: Der Emder Wochenmarkt ist dieser Tage nicht allzu üppig mit Händlern besetzt. Dem Kundenstrom tut das offenbar keinen Abbruch. Lange Schlangen finden sich vor fast jedem Stand.

Das Einkaufen unter freiem Himmel ist angesichts hoher Inzidenzzahlen und der Maskenpflicht im Einzelhandel nach wie vor beliebt. Das ausgedünnte Bild, das sich derzeit auf dem Markt zeigt, sei zu dieser Jahreszeit auch nicht ungewöhnlich, wie Marktsprecher Hayo de Wall erklärt: „Viele Händler befinden sich in der Winterpause.“

Zwei neue Fischhändler

Für einen Großteil des Blumenangebots ist es derzeit schlicht zu kalt. Andere Händler nutzen die Zeit nach den Feiertagen traditionell, um ihren verdienten Jahresurlaub anzutreten. „Das Weihnachtsgeschäft war für viele durchaus positiv“, zieht Marktmeisterin Anja Strohdiek-Münch ein kleines Resümee. Zum Ende des Jahres verabschiedete sich Familie Jetses aus Petkum mit ihrem Fischstand in den Ruhestand.

Die Delikatesse kommt bei den Kunden gut an. Sie stammt aus der Irischen Nordsee. Foto: Ortgies
Die Delikatesse kommt bei den Kunden gut an. Sie stammt aus der Irischen Nordsee. Foto: Ortgies

Dafür hat die Marktmeisterin Michael Eilts aus Hagermasch gewinnen können. Er kenne das Geschäft mit Fisch seit vielen Jahren und habe es von seinem Opa Luth Eilts übernommen, erklärt Strohdiek-Münch. Dienstags und samstags ist Eilts mit seinen selbst geräucherten Fischwaren auf dem Wochenmarkt vertreten.

Austernmenü auf dem Wochenmarkt

Seit Anfang Januar gehört auch Berend Schulz aus Hinte mit seinem Fisch- und Feinkost-Stand zu den Händlern, die lange Schlagen vor ihrer Theke bedienen. Für den Emder Wochenmarkt hat er neue Artikel im Angebot. Etwa veganen Fisch, Kaviar und frische Austern, die er im Menü zusammen mit einem Glas Sekt jeden Freitag auf dem Wochenmarkt anbietet.

Für alle, die sich mit der Delikatesse nicht auskennen, macht es Berend Schulz vor: Die Austern werden direkt aus der Schale geschlürft. Foto: Ortgies
Für alle, die sich mit der Delikatesse nicht auskennen, macht es Berend Schulz vor: Die Austern werden direkt aus der Schale geschlürft. Foto: Ortgies

Angelika Tamminga hat sich diesen Termin rot im Kalender markiert. Die 77-Jährige freut sich, die Delikatesse nun regelmäßig auf dem Wochenmarkt kaufen zu können, sagt sie im Gespräch mit dieser Zeitung vor Ort. Die ehemalige Lufthansa-Stewardess erinnert sich mit dem Geschmack von Austern an eine Zeit, in der sie noch in großen Flugzeugen um die Welt reiste. Und inzwischen hat sie bereits einige ihrer Freundinnen von der Delikatesse überzeugen können, so dass sie sich nun regelmäßig zum Austernschlürfen treffen.

Hochwertig, bio und vegan

Neben den für den Emder Geschmack eher außergewöhnlichen Delikatessen gibt es am neuen Fischstand fast Ware ausschließlich Ware aus zertifiziertem Fang und in Bio-Qualität. Der Händler greift damit einen Trend auf, den er auch schon auf anderen Märkten festgestellt hat: „Die Leute möchten gerne hochwertige Produkte und geben dafür dann gerne auch etwas mehr aus.“ Marktmeisterin Strohdiek-Münch hofft, dass beide Fischhändler „dauerhaft einen Platz in unserer Marktgemeinschaft finden würden.“

Im Februar, spätestens im März, werde der Wochenmarkt aber zu neuem Leben erwachen, verspricht Hayo de Wall. Blumen bringen wieder mehr Farbe auf die Fläche und bis dahin sollten auch einige Händler ihren Urlaub beendet haben. Und mehr noch: „Es tut sich was“, sagt de Wall. Es gebe neue Bewerber für den Markt. Welche genau, das konnte er noch nicht mit Sicherheit sagen. Die Pandemie, der im Winter oft kalte Arbeitsplatz und eine Arbeitsstätte, die immer wieder ihren Standort wechselt, macht es nicht leicht für die Branche Arbeitskräfte zu finden, wie de Wall sagt.

Schwierig Personal zu finden

Wie schwer es sein kann, gute Beschicker für einen Markt zu finden, weiß auch Marktmeisterin Strohdiek-Münch. „Es ist stets eine Herausforderung. Ich bin ständig auf der Suche nach Ergänzungen für unseren Markt und reise dafür durch ganz Ostfriesland.“

Was dem Emder Markt vor allem noch fehle, das sei ein kleiner Imbissstand. „Oder wenigstens ein Kaffeewagen“, sagt de Wall. Auf großen Wochenmärkten in Oldenburg und Münster sei deutlich zu erkennen, dass solche Stände auch die Verweildauer der Kunden erhöhen.

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