Fußball
Gehaltsforderung als Amateur: „Will der mich verarschen?“
Jakob Krause-Heiber ist Sportwart beim Fußball-Landesligisten BW Papenburg. Grundsätzlich findet er es okay, dass Gehälter gezahlt werden. Er hat aber auch schon unverschämte Forderungen erhalten.
Papenburg - Dass im leistungsorientierten Amateurfußball Aufwandsentschädigungen gezahlt werden, findet Jakob Krause-Heiber normal. Allerdings beklagt der Sportwart des Landesligisten SC Blau-Weiß 94 Papenburg, dass diese oftmals zu hoch ausfallen. „Im Amateurfußball wird zu viel gezahlt. Es gibt leider immer wieder Spieler, Vereine und Menschen, die durch Geld den Sport kaputt machen. Das läuft dann auch nicht immer ganz sauber ab. Der Zoll und das Finanzamt sind in den letzten Jahren ja nicht umsonst bei einigen Vereinen aufgedribbelt“, sagt Krause-Heiber. „Wir müssen diese Suppe der letzten Jahre nun auslöffeln“, fügt der BW-Sportwart an.
Die von Krause-Heiber gemeinte Suppe besteht dabei aus mehreren Zutaten. Eine davon sind unverschämte Forderungen. „Ich habe schon mit Spielern gesprochen, da musste ich erst noch einmal googeln, ob sie vorher in der Kreisliga oder der 2. Bundesliga gespielt haben. Da denkst du nur noch, will der mich verarschen?“, sagt Krause-Heiber.
Geld weg, ist der Spieler weg
„Es gibt aber nun mal Vereine, die schon in der Kreisliga mehrere Hundert Euro pro Monat bezahlen. Ich selbst halte von diesen Projekten nichts, sie sind überhaupt nicht nachhaltig, und bei den Spielern ist die Identifikation mit dem Verein gleich Null. Ist das Geld weg, ist der Spieler weg“. Zudem schauen die Behörden genauer auf die Vereine. „Der Zoll und das Finanzamt haben die Fußballvereine in den letzen Jahren schon etwas genauer unter die Lupe genommen. Alle leistungsorientierten Vereine haben Besuch bekommen, und einige hat es ja auch erwischt.
Wir haben aber gründlich und sauber gearbeitet, es gab nichts zu beanstanden“, so Krause-Heiber. „Es werden stichprobenartig auch immer wieder Kontrollen durchgeführt und Nachweise angefordert, ob zum Beispiel Knappschaftsbeiträge abgeführt wurden. Wenn diese fehlen, gibt es schnell Ärger“.
Angler kann zu Hause bleiben
Grundsätzlich findet der BW-Sportwart eine Aufwandsentschädigung aber richtig. „Viele fragen sich, warum überhaupt Geld für ein Hobby gezahlt wird, aber ab einem gewissen Niveau ist es nicht mehr der Hobbybereich. Sonntags zu Angeln ist ein Hobby, da kann ich bei schlechtem Wetter einfach zuhause bleiben. Als Fußballer kann ich aber nicht sagen, dass ich wegen des Regens heute nicht komme“, so Krause-Heiber.
„Und wenn zum Beispiel ein Student anstatt Fußball zu spielen nebenbei in der Kneipe jobbt, muss er sich ja auch an Arbeitszeiten halten“, zieht der BW-Sportwart einen Vergleich. „Wir verlangen, dass die Spieler vier oder fünf Mal pro Woche da sind, und dafür zahlen wir dann auch etwas“.