Investitionen

So soll die Leeraner Innenstadt schöner gemacht werden

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 19.01.2022 19:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Ernst-Reuter-Platz in Leer: Hier soll etwas passieren, aber andere Projekte haben Vorrang. Foto: Nording/Archiv
Der Ernst-Reuter-Platz in Leer: Hier soll etwas passieren, aber andere Projekte haben Vorrang. Foto: Nording/Archiv
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Die Stadt Leer plant, die Innenstadt deutlich aufzuwerten. Bedauert wurde dabei, dass der Ernst-Reuter-Platz nicht an erster Stelle steht.

Leer - „Wir haben mit dem Ernst-Reuter-Platz ein Sahnehäubchen in der Innenstadt. Da kann man einiges draus machen. Der Platz sollte eine Priorisierung bekommen“, beklagt Christiane Kühmann (Grüne) im Wirtschaftsausschuss. Stein des Anstoßes: Die Stadt will EU-Mittel für die sogenannte „Perspektive Innenstadt“ nutzen, um die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. Dabei haben sie drei Aspekte auserkoren. Der Ernst-Reuter-Platz soll jedoch erst baulich angegangen werden, sollten diese Mittel erhöht werden.

Was und warum

Darum geht es: Die Pläne der Stadt Leer, um die Innenstadt schöner zu machen.

Vor allem interessant für: Leeraner und Urlauber

Deshalb berichten wir: Im Wirtschaftsausschuss wurden die aktuellen Pläne vorgestellt.

Den Autor erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de

Dem stimmten im Prinzip auch die übrigen Fraktionen zu. Das Problem: Die Stadt steht unter Zeitdruck. „Bis Ende März 2023 muss alles realisiert und schlussgerechnet sein“, erklärt Elke Hinrichs, Wirtschaftsförderin der Stadt Leer. Sonst könne man die Förderung aus EU-Mitteln verlieren. Diese beträgt 755.000 Euro. Mit dem Eigenanteil der Stadt stehen für die Pläne erst einmal 839.000 Euro zur Verfügung. Deshalb schlug die Verwaltung vor, mit anderen Projekten zu beginnen. Im ersten Schritt möchte sich die Stadt deshalb auf die Ledastraße und die untere Mühlenstraße konzentrieren. Die gesamte Ledastraße soll verkehrsberuhigt werden und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität gesteigert werden. Die Straße soll dennoch ihren Wert für den Autoverkehr behalten. Auch soll die Pflasterung der Straße von der Tourismuszentrale bis zur Fußgängerzone angepasst werden. „Wir wollen die Aufenthaltsqualität und die Attraktivität der Innenstadt so stärken“, erklärt Hinrichs. Deshalb sollen auch Sichtachsen zur neuen Uferpromenade am Hafenkopf geschaffen werden.

Altstadt an Fußgängerzone anschließen

Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) sprach von einem ambitionierten Programm. „Wir wollen das Wasser in Szene setzen“, sagt er und verriet seinen Traum von der Ledastraße: „Wir haben in der Innenstadt keine zweite Eventfläche. Die Ledastraße kann hier eine Alternative werden. Mit Events an diesem Ort können wir die Leute in die Innenstadt ziehen“, so der Bürgermeister, der gleichzeitig betonte, dass die Straße die verkehrliche Bedeutung nicht einbüßen dürfe. Für dieses Projekt würde auch der Löwenanteil der EU-Förderung benötigt. Die Verwaltung geht in einer Kostenschätzung von 572.700 Euro zuzüglich Planungskosten in Höhe von etwa 50.000 Euro aus.

Gleichzeitig will man sich der Mühlen- und der Brunnenstraße widmen. Im Kern soll die Fußgängerzone mit der Altstadt verbunden werden. Auch hier soll die Attraktivität gesteigert werden. Es sollen beispielsweise Bänke und Blumenkübel aufgestellt werden. Im Kern soll aber das Stück, das sich in der Pflasterung unterscheidet, angeglichen werden. Nach einer Kostenschätzung belaufen sich die Gesamtkosten für dieses Projekt auf etwa 55.000 Euro. Das restliche Geld soll in den Radverkehr und für die Elektromobilität verwendet werden. Dafür möchte die Verwaltung ein Konzept erstellen. Geplant ist, dass an der Ledastraße zwei mal zwei E-Bike-Ladesäulen entstehen. An der Mühlenstraße sollen an einem Ort zwei Ladesäulen aufgestellt werden. Gleiches gilt für die Brunnenstraße.

Pläne für den Ernst-Reuter-Platz

In einem weiteren Schritt soll der Ernst-Reuter-Platz aufgewertet werden. Man wolle wegen des straffen Zeitplans aber mit kleineren Arbeiten beginnen, um die Förderung nicht zu riskieren, erklärte Horst. Deshalb nutze man die Möglichkeit, weitere Fördermittel für den Platz zu beantragen. Auch diese würden aus dem EU-Topf kommen. Es gilt nämlich, dass Gelder, die von anderen Kommunen nicht abgerufen werden, umverteilt werden. Hier hat sich die Stadt Leer angemeldet und hofft auf eine weitere Förderung, die höher als 200.000 Euro sein soll. „Der Parkplatz am Wasser muss weg. Es ist generell schwierig, dem Platz eine neue Funktion zu geben“, erklärt Horst. Möglich sei es, auf der Fläche direkt am Wasser einen Multifunktionsraum zu schaffen. Alleine dafür plant die Stadt rund 313.000 Euro ein.

Auch sollen die Wälle rund um den Spielplatz entfernt werden, um auch hier den Blick zum Wasser zu öffnen. Der Spielplatz soll zudem modernisiert werden. Möglich seien hier interaktive und digitale Angebote. „Wir vergessen den Platz nicht. Wir haben aber Zeitdruck“, sagte der Bürgermeister. Er befürchtet zudem, dass am Ernst-Reuter-Platz Altlasten aus der Zeit gefunden werden könnten, als dort Industrie angesiedelt war. Deren Räumung würde den straffen Zeitplan dann sprengen. Christiane Kühmann blieb dennoch dabei: „Ich habe Sorge, dass da nichts passiert“, sagt sie.

Bei drei Enthaltungen wurde die Verwaltung trotz der Bedenken ermächtigt, die Pläne zu forcieren. In den nächsten Sitzungen sollen nun verlässliche Kostenrechnungen vorgelegt werden. „Wir wollen schnell Geld ausgeben, damit Leer in den Genuss der 90-prozentigen Förderung kommt“, so der Bürgermeister.

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