Tradition
Greetsieler Teestube: Betreiberin steht offenbar fest
Für die Greetsieler Kult-Teestube Poppingas Alte Bäckerei soll es eine neue Betreiberin geben. Allerdings muss noch einiges geklärt werden, bevor das historische Haus weitergenutzt werden kann.
Greetsiel - Gerade erst hatte Ostfrieslands Dehoga-Chef Erich Wagner gegenüber unserer Zeitung betont, dass bei der Greetsieler Teestube Poppingas Alte Bäckerei alles stimmt. Sowohl Lage, Ambiente als auch das Angebot. Seitdem die bisherige Betreiberin Inge Ysker-Cornelius vor gut einem Jahr in den Ruhestand ging, blieb jedoch unklar, wie es weitergehen soll – zumindest offiziell. Nun hat unsere Zeitung jedoch von zwei Stellen unabhängig voneinander erfahren, dass es eine neue Pächterin für das aus dem 17. Jahrhundert stammende Haus geben soll. Die Übernahme-Pläne seien schon recht konkret, heißt es. Allerdings gebe es noch Probleme mit einem Wasserleck im Keller, das überprüft werden müsse. Auch stünden Gespräche zwischen der Gemeinde Krummhörn und Ysker-Cornelius wegen der Übernahme des Inventars an.
Was und warum
Darum geht es: Offenbar gibt es eine neue Pächterin für die Teestube im Greetsieler Hafen, allerdings auch ausstehende Fragen zum Denkmalschutz.
Vor allem interessant für: Greetsieler und Greetsiel-Fans, die die Einrichtung von früher her kennen und jetzt vermissen
Deshalb berichten wir: Als wir uns jetzt über die gastronomische Rolle der Teestube informierten, hatten wir auch zufällig Kontakt zu Leuten, die von einer neuen Pächterin sprachen. Wir haben uns daraufhin weiter umgehört. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Fritz Harders ist der Sprecher der Gemeinde, der die Immobilie gehört. Auf Nachfrage schreibt er: „Gesetzt den Fall, es gäbe Verhandlungen mit Interessenten, ginge die Gemeinde erst nach Vertragsabschluss und im Einvernehmen mit dem neuen Betreiber an die Öffentlichkeit.“ Er kann die Informationen also derzeit weder bestätigen noch verneinen. Die Gemeinde sei jedoch darum bemüht, „die historische Gastronomie über einen Pächter / eine Pächterin zu reaktivieren.“ Allerdings müsse erst in das unter Denkmalschutz stehende Gebäude „baulich investiert“ werden. „Die Kosten dafür sind vor rund zwei Jahren erfasst worden. Sie sind aber angesichts der zwischenzeitlich drastisch gestiegenen Baupreise nicht mehr aussagekräftig.“
Denkmalschutz: Weitere Untersuchungen notwendig
Weiterhin heißt es von einem unserer beiden Hinweisgeber, dass das Thema Denkmalschutz kein Problem mehr für den Weiterbetrieb darstellen soll. In der Vergangenheit hatte es noch seitens der Gemeinde geheißen, dass mit dem Erlöschen der bisherigen Konzession ein behindertengerechter Umbau notwendig werden würde, der in solch einem Fall in der Gastronomie vorgeschrieben sei. Das wiederum könnte sich aufgrund der historischen Gebäudesubstanz und des Denkmalschutzes als schwierig gestalten. Darauf jetzt noch einmal angesprochen, äußerte sich Harders nicht. Rainer Müller-Gummels, der Sprecher des Landkreises Aurich, schreibt hingegen, dass es im vergangenen Juni eine Ortsbesichtigung gab, an der die Denkmalpflegerin des Landkreises und eine Vertreterin der Gemeinde teilnahmen. Dabei sei es um die Weiternutzung als Teestube und um einen möglichen Umbau gegangen, da die Räume derzeit „kleingliedrig“ seien.
„Die Begehung des Gebäudes hat im Innenbereich sehr viel originale Bausubstanz gezeigt, weshalb der Wunsch nahe liegt, das Gebäude als Einzeldenkmal auszuweisen. Hierzu bedarf es einer Begehung mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, diese ist bislang noch nicht erfolgt.“ Sollte im Innenbereich umgebaut werden, bedürfe das möglicherweise einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung als auch einer Baugenehmigung. „Ein entsprechender Antrag liegt dem Landkreis Aurich nicht vor.“ Seit der Begehung Ende Juni hätten sich weder die Gemeinde noch die potenzielle Pächterin oder der potenzielle Pächter noch einmal gemeldet.
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