Windkraft in Bayern

Markus Söder steht im Wort

Uwe Westdörp
|
Ein Kommentar von Uwe Westdörp
| 20.01.2022 17:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne, links) besucht Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München. Foto: Hase/DPA
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne, links) besucht Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München. Foto: Hase/DPA
Artikel teilen:

Klimaschutzminister Robert Habeck versucht es mit Dialog und baut den widerspenstigen Bayern Brücken. Ob er so den Ausbau der Windkraft voranbringt? Bisher sieht es nicht danach aus.

Viel Wind um so gut wie nichts. Tief im Süden war kaum was zu holen für Klimaschutzminister Robert Habeck. Zwar will Bayern im Streit um den Ausbau der Windkraft jetzt Ausnahmen von seiner scharfen Abstandsregelung prüfen. Ein Durchbruch ist aber nicht zu erwarten.

Gerade einmal acht Windkraftanlagen kamen im vergangenen Jahr im flächenmäßig größten Bundesland hinzu. Fest steht aber: Die Nordländer können die Energiewende nicht alleine hinbekommen. Alle Länder müssen einen größeren Beitrag leisten, auch die im Süden – wenn nicht durch Windkraft, dann durch deutlich mehr Photovoltaik, Wasserkraft, Geothermie und Bioenergie. Habeck appelliert nun an den Patriotismus der Bayern, genauer an den „ökologischen Patriotismus“. Er erhöht damit den psychologischen Druck auf den Freistaat und vermeidet so eine offene Konfrontation. Denn er weiß: Gegen die Landes- und die Kommunalpolitik wird er seine Ziele nicht erreichen, ganz besonders nicht im Streit um die unschönen Windräder.

Aber natürlich richtet sich Habecks Appell auch gezielt an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder. Der hat sich immer wieder wortreich zum Klimaschutz bekannt und sich sogar fotografieren lassen, wie er Bäume umarmt. Er steht im Wort, mehr zu tun für den Klimaschutz – auch und gerade vor der eigenen Haustür.

Ähnliche Artikel