Kinderpornos
Ermittler haben Erschwerniszulage verdient
Ein monatliches „Schmerzensgeld“ für Polizisten, die im Bereich von Kinderpornografie harte Bilder ertragen müssen? Davon hält Niedersachsens Finanzminister Hilbers nichts – und liegt damit daneben.
Sexueller Missbrauch gehört zu den schlimmsten Verbrechen, die Kindern angetan werden können. Viele Opfer leiden ein Leben lang unter den traumatischen Erfahrungen. Insofern ist es gut und richtig, dass die Polizei in Niedersachsen die Aufklärung solcher Straftaten zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht hat. Der Respekt vor den Polizeibeamten, die sich tagein tagaus durch unendliche Bilder, Videos und Datenmengen wühlen, um die Täter zu ermitteln, kann gar nicht hoch genug sein. Da geht der Vorstoß von Innenminister Boris Pistorius (SPD) als oberster Dienstherr der Polizei, diese belastende Arbeit mit einem finanziellen Ausgleich zu würdigen, in die richtige Richtung.
Gleichzeitig mutet die knauserige Zurückhaltung von CDU-Finanzminister Reinhold Hilbers ein wenig so an, als sei es selbstverständlich, dass es zum Jobprofil eines Ermittlers gehöre, auch Bilder zu ertragen, die schwerste sexuelle Misshandlung von Kindern und Kleinstkindern zeigen. Das ist es aber mitnichten. Wer sich das als Polizist zutraut, braucht nicht nur psychologische Unterstützung, sondern dem steht auch ein „Schmerzensgeld“ zu. Als Nebeneffekt mögen sich innerhalb der Polizei vielleicht auch noch mehr Beamte finden, die sich mit Kinderporno-Ermittlungen befassen. Das Thema hat durch die Digitalisierung in den vergangenen Jahren eine neue und bisher unbekannte Dimension erreicht.
Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de