Ehrenamt
Das haben sich die neuen Ortsvorsteher vorgenommen
Mit dem Beginn der neuen Wahlperiode nehmen auch die neuen Ortsvorsteher in der Krummhörn ihre Arbeit auf. Was aber schwebt ihnen vor? Wir haben nachgefragt.
Krummhörn - Wenn den Bürgern in der Gemeinde Krummhörn irgendwo der Schuh drückt, sind die 19 Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher oftmals die ersten Ansprechpartner. Nach der jüngsten Kommunalwahl sind nun neun Personen neu ernannt worden, die wir nach ihren Plänen gefragt haben. Feike van Ellen, der in Canum übernimmt, konnten wir als einzigen nicht erreichen. Die acht anderen Anfragen, die beantwortet wurden, haben wir nachfolgend zusammengefasst.
Was und warum
Darum geht es: Acht der neun neuen Krummhörner Ortsvorsteher sprechen über ihr neues Ehrenamt.
Vor allem interessant für: Krummhörnerinnen und Krummhörner, die sich mit ihren Anliegen an sie wenden können
Deshalb berichten wir: Nach den Kommunalwahlen werden auch die Ortsvorsteher neu bestimmt. Inzwischen sind die meisten von Ihnen im Amt. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Hedda Oldewurtel aus Visquard schreibt: „Ich habe das große Glück, in einem Dorf zu wohnen, wo es seit Langem viele Vereine und Gruppierungen gibt.“ Diese pflegten einen guten Zusammenhalt, aber die Pandemie habe Treffen verhindert. Wenn die Lage besser werde, will sich Oldewurtel ihnen vorstellen und fragen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Auch über eine Bürgersprechstunde denke sie nach. Wichtige Themen seien in Visquard die Schaffung neuer Bauplätze sowie von besseren Busanbindungen für Jung und Alt. Zwischen Visquard und Dykhusen fehle ein Fahrrad- und Fußweg. Zudem befänden sich mehrere Straßen in einem schlechten Zustand und die Dykhuser Straße sei innerorts zu eng.
Joachim Kah aus Campen meint, dass der Campener Ring und die Heiselhusener Straße, wo sich schon Risse in den Häusern bilden würden, dringend vom Schwerlastverkehr entlastet werden müssen. Auch wolle er zusammen mit den anderen Ortsvorstehern dieses Ehrenamt aufwerten und erreichen, dass diese in Zukunft besser über die Entscheidungen des Rates unterrichtet und auch eingebunden werden, wenn die Beschlüsse den eigenen Ort betreffen. Regelmäßige Treffen mit den anderen Ortsvorstehern seien wünschenswert. Sofern die Campener es wollen, sollen zudem wieder die früheren Feste und damit auch die Gemeinschaft zurückkehren. Wenn es um Veranstaltungen gehe, könnte dabei auch dem Landwirtschaftlichen Museum eine große Rolle zukommen.
Gertrud Rantzen möchte für eine stärkere Wahrnehmung von Woltzeten sorgen, wenn es um anstehende Infrastrukturprojekte wie die Sanierung der Wirtschaftswege und die des Dorfgemeinschaftshauses geht. „Aber auch das Thema Digitalisierung ist ein Bereich, wo wir noch viel Potenzial zur Weiterentwicklung haben“, findet sie. Bei alledem helfe eine gute Vernetzung unter den Ortsvorsteherinnen und -vorstehern. Dabei könne sie selbst auch ihre Erfahrungen als Vorstandsvorsitzende der deutsch-slowenischen Industrie- und Handelskammer einbringen. Der Zusammenhalt der Dorfbewohner sei in Woltzeten sehr groß. Man unterstütze sich gegenseitig und habe immer ein offenes Ohr für den anderen. Einen großen Anteil daran habe der Bürgerverein.
In Grimersum ist Paul Hörnke der neue Ortsvorsteher und dort möchte er unter anderem erreichen, dass das Wäldchen am Sportplatz wieder von Spaziergängern genutzt werden kann. Zudem müsse der Emder Weg instandgesetzt und die sanitären Anlagen im Dorfgemeinschaftshaus saniert werden. Hörnke findet zudem, dass der Radweg in Richtung Schoonorth-Möhlenhörn ausgebaut werden sollte. Was die Arbeit im Rathaus angeht, so müsse man erreichen, dass Anträge und andere Anliegen schneller von der Gemeinde bearbeitet werden können. Hörnke lobt die Arbeitseinsätze der „Rentnerband“. Allerdings müsste in Zukunft auch die jüngere Generation mehr eingebunden werden, zum Beispiel wenn es um die Traditionsfeste wie Osterfeuer oder Maibaumfeiern gehe, findet er.
Junge Menschen müssen auch in Groothusen mehr ins Dorfleben eingebunden werden, schreibt Johann Wienbeuker. Dafür sei die Jugendarbeit in den Vereinen ebenso wichtig wie die Schaffung von neuem Wohnraum. „Mein Traum seit über 20 Jahren wäre immer noch ein kleines Baugebiet in Groothusen.“ Auch der Posten der Ortsvorsteher müsse für jüngere Leute attraktiver gemacht werden. Für den Nachwuchs sei es wiederum wichtig, den Kindergarten aufzuwerten und dort mehr Platz zu schaffen. Immerhin gingen auch Kinder aus Groothusen, Hamswehrum und Upleward dorthin. Die Landesstraße 2 „haben wir in den letzten Jahren sicherer gemacht durch die Verkehrsampel.“ Nun müsse man den „sehr starken Verkehrslärm“ im Fokus behalten.
Astrid Brants aus Woquard sagt, dass sie schon seit fast 30 Jahren dort lebe und wisse, wo den Bewohnern der Schuh drücke. Natürlich könnten sich diese aber an sie wenden, wenn es Probleme oder Anregungen gebe. Den einzigen Wunsch, den sie schon mitbringt, ist, dass die Pandemie ein baldiges Ende findet, damit die alten Dorftraditionen wieder aufleben können, so Brants weiter. Was diese angehe, so spielten für sie unter anderem die Interessengemeinschaft und die Kirche eine wichtige Rolle. Woquard sei ein sehr kleiner, überschaubarer Ort und die Menschen friedlich und respektvoll. Zwar gebe es auch dort mal Streits und Probleme: „Aber Woquard wäre nicht Woquard, wenn diese nicht zu lösen wären.“
Für Eilsum hat sich Klaas Hinderks vorgenommen, die Arbeit seines verstorbenen Vorgängers Siegfried Wübbena fortzuführen. „Es ist sicher ein schweres Erbe, aber für mich auch eine Ehre“, schreibt er. So sei es der Wunsch seines Vorgängers gewesen, dass Hinderks das Amt übernehme. Schon im Mai vergangenen Jahres sei er erstmals eingesprungen. Wie die anderen Ortsvorsteher hofft auch er darauf, dass sich möglichst bald die Pandemielage wieder entspannt, damit wieder Dorffeste wie Osterfeuer und Maifeiern möglich sind, ebenso wie „die geliebten Veranstaltungen mit den Senioren.“ Dann wolle er persönliche Gespräche mit vielen Personen sowie auch mit der Feuerwehr aufnehmen, sich Probleme anhören und nach Lösungen suchen.
„Ich habe in meinem Leben, privat wie beruflich, viel Positives erfahren. Daher will ich ein wenig davon wieder an die Gemeinschaft zurückzugeben“, schreibt schließlich noch Greetsiels neuer Ortsvorsteher Gerd Wellbrock. Auch er wolle „die gute Arbeit meines Vorgängers [Alfred Jacobsen] fortsetzen.“ Seit 2004 wohne er in dem Fischerdorf und sei Mitglied im örtlichen Sportverein. Viele Leute würden ihn bereits kennen.
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