Verkehr

Emder Eisenbahnbrücke bleibt noch länger dicht

| | 23.01.2022 17:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Eisenbahnbrücke bereitet schon seit mehr als zehn Jahren immer wieder Probleme. Foto: Päschel/Archiv
Die Eisenbahnbrücke bereitet schon seit mehr als zehn Jahren immer wieder Probleme. Foto: Päschel/Archiv
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Weil sie repariert werden muss, ist die Emder Eisenbahnbrücke seit Ende November runtergeklappt. Größere Boote können also nicht in den Delft oder diesen verlassen. Das bleibt jetzt noch länger so.

Emden - Schon seit Ende November ist die Eisenbahnbrücke, die den Zugang zum Emder Delft reguliert, runter geklappt. Die störanfällige Brücke soll repariert werden. „Nach derzeitigem Stand werden wir mit den ersten Arbeiten Mitte März beginnen“, erklärt eine Bahnsprecherin auf Nachfrage dieser Zeitung. Bislang ist also noch nichts angefangen worden. Als Grund nennt sie die Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung, die durch die Pandemie bedingt sind.

Zuletzt hatte es geheißen, dass die Brücke „frühestens im April“ wieder hochgeklappt werden könnte, um größere Schiffe in den alten Binnenhafen zu lassen und hinauszulassen. Jetzt teilt die Sprecherin mit: „Die Freigabe der Brücke ist nach derzeitigem Stand für Anfang Mai vorgesehen.“ Das bringt eine Reihe von Problemen für den Tourismus und Freizeitbereich mit sich: Am 1. April nämlich startet die Wassersport-Saison. Freizeitskipper, deren Boote einen zu hohen Aufsatz haben, und Segler können dann nicht von Emden aus andere Liegeplätze erkunden – ebenso wenig kann Emden von diesen als Ziel gewählt werden. In Pandemiezeiten aber war der Delft für Besucher zu Wasser immer beliebter geworden. Das könnte nun einen herben Schlag erleiden.

Auswirkungen auf Bootjefahrer und Matjesfest

„Das ist schon traurig“, sagt Holger Hallwaß vom Team Wassersport Ostfriesland auf Nachfrage. Durch diese aktuelle Situation werde wieder viel „negative Werbung“ für Emden gemacht, dabei seien sie im Team, zu dem seinen Angaben nach mehr als 3100 Mitglieder gehören, „immer schon am Kämpfen“, damit Bootstouristen Emden als Ziel für sich entdecken. Man wolle Ostfriesland und die Seehafenstadt touristisch aufwerten, aber diese eine Brücke mache das wieder sehr schwer. „Und die Stadt Emden ist machtlos“, sagt er. Für die Bahn hat der Zugverkehr Priorität. Die Brücke ist die einzige Bahnverbindung für den Autotransport von Volkswagen. Wenn die Reparatur-Arbeiten im März starten, sollen diese „nur nachts Sa/So und So/Mo jeweils in der Zeit von 0.45 Uhr bis 5.15 Uhr durchgeführt“, werden, um den Zugverkehr so wenig wie möglich zu stören, so die Bahnsprecherin. Effizient und schnell kann die Reparatur also nicht durchgeführt werden.

Das und auch die anhaltenden Lieferengpässe in Corona-Zeiten lassen auch bezweifeln, ob die Brücke tatsächlich Anfang Mai wieder freigegeben werden kann. Damit könnte es, wenn sich alles weiter verzögert, auch Auswirkungen auf das derzeit für den 26. bis 29. Mai geplante Matjesfest geben. Dann nämlich sollen viele große Schiffe in den Delft einlaufen, die viele Besucher anziehen sollen. Auch Freizeitskipper kommen gerne zu den Matjestagen zu einem der Liegeplätze.

Selbst wenn die Arbeiten pünktlich abgeschlossen sein sollten, heißt das nicht, dass die Brücke dann einwandfrei funktioniert. „Im Jahr 2022 sind auch weitere Instandsetzungsarbeiten vorgesehen, die wir im Vorwege mit allen Beteiligten abstimmen. Etwaige Einschränkungen werden zeitnah bekanntgegeben“, so die Bahnsprecherin. Eine endgültige Lösung scheint noch nicht in Sicht. Aber: Die FDP hatte zuletzt im Dezember vergangenen Jahres betont, dass sie weiterhin im Niedersächsischen Landtag auf die Bedeutung einer zweiten Klappbrücke über den Emder Hafen beharren wolle. Die könnte eine Sicherheit für den Autotransport aber auch die Wassersportler bieten.

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