Stadtentwicklung

Skulptur und Co.: Wie Wiesmoor sein Zentrum aufhübschen will

| | 26.01.2022 16:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Marktplatz ist zugepflastert, dient hauptsächlich als Parkplatz. Dass Wiesmoor eine Blumenstadt ist, ist nicht zu erkennen – noch nicht. Foto: Homes
Der Marktplatz ist zugepflastert, dient hauptsächlich als Parkplatz. Dass Wiesmoor eine Blumenstadt ist, ist nicht zu erkennen – noch nicht. Foto: Homes
Artikel teilen:

„Blüte Ostfrieslands“ nennt sich die Stadt Wiesmoor gerne. Dem Slogan will sie mit verschiedenen Maßnahmen entlang der Hauptstraße auch gerecht werden. Die Zeit dafür drängt allerdings.

Wiesmoor - Die Stadt Wiesmoor möchte ihr Zentrum aufhübschen. Nicht, weil das jetzige als hässlich empfunden wird, sondern weil sich dafür kostengünstig die Möglichkeit bietet. Denn auch ohne Innenstadt mit Fußgängerzone profitiert Wiesmoor vom Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ des Landes zur Bewältigung der Pandemiefolgen. „In Wiesmoor spielt sich vieles entlang der Hauptstraße ab. Deswegen haben wir für das Sofortprogramm einen Bereich entlang der Hauptstraße ausgemacht, an dem wir im Rahmen des Programms Maßnahmen planen“, sagt Ute Rittmeier. Sie ist für die Wirtschaftsförderung in Wiesmoor zuständig und Teil des siebenköpfigen Arbeitskreises „Perspektive Innenstadt“ im Rathaus.

Was und warum

Darum geht es: Mit gleich mehreren Projekten möchte die Stadt Wiesmoor ihr Zentrumsgebiet attraktiver machen. Doch für die Umsetzung drängt die Zeit.

Vor allem interessant für: alle, die sich oft entlang der Hauptstraße aufhalten

Deshalb berichten wir: Die Stadt Wiesmoor erhält 345.000 Euro im Rahmen des niedersächsischen Sofortprogramms „Perspektive Innenstadt“.

Den Autor erreichen Sie unter: n.homes@zgo.de

„Wir befinden uns gerade in der Kostenermittlung für die einzelnen Vorhaben“, sagt Bauamtsleiter Hinrich Beekmann, ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises. Doch die Zeit drängt. Denn der erste Einzelantrag muss bis zum 31. März eingereicht werden, der letzte bis zum 30. Juni. Umgesetzt werden müssen die Projekte bis zum 31. März 2032. Wiesmoor stehen 345.000 Euro zur Verfügung, von denen bis zu 90 Prozent der Projektkosten getilgt werden dürfen. Die Blumenstadt möchte mit dem Geld Projekte finanzieren, die sich mit der Aufwertung des Zentrums, dem Stadtmarketing und einem zentralen Jugendtreff befassen.

Aufwertung des Zentrums

Bei den Aufwertungsmaßnahmen entlang der Hauptstraße, schwerpunktmäßig auf dem Marktplatz, spielen Beleuchtung und Pflanzen eine große Rolle. So sollen gezielt Höhepunkte mit angestrahlten Gegenständen oder Bäumen gesetzt werden. Als „Blüte Ostfrieslands“ könne sich der Arbeitskreis auch eine Skulptur in Form einer Blüte vorstellen, verrät Ute Rittmeier.

Zudem sollen Bäume gepflanzt werden, beispielsweise auf Verkehrsinseln oder an der Promenade am Marktplatz. Mehrere Meter hohe Pflanzenpyramiden sind geplant, ebenso wie einige Sitzgelegenheiten entlang der Hauptstraße, speziell auf dem Marktplatz. Dort soll es auch eine Infotafel über die Stadt geben.

Stadtmarketing

Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos) möchte in der Verwaltung eine Stadtmarketing-Stelle schaffen. „Durch meine Erfahrung als Fachbereichsleiter weiß ich, dass das Planen von Veranstaltungen nicht nebenbei zu schaffen ist“, sagt Lübbers. „Auch der Gewerbeverein braucht organisatorisch Unterstützung.“

Der künftige Mitarbeiter im Stadtmarketing soll sich außer um die Veranstaltungsplanung, die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit und die „digitale Sichtbarkeit“ auch um Leerstände an der Hauptstraße kümmern. „Dabei soll es nicht nur um die Neubesetzung gehen, sondern auch um kurzzeitige Alternativnutzungen der Räumlichkeiten, beispielsweise für eine Ausstellung“, sagt Ute Rittmeier.

Zentraler Jugendtreff

Von dem Sofortförderprogramm soll auch die Jugend profitieren. So soll ein Platz geschaffen werden, „an dem sie auch mal laut sein kann“, sagt Sven Lübbers, ehe er noch konkreter wird: „Ins Auge gefasst haben wir dafür eine Fläche hinter den Beachvolleyball-Flächen der TG.“ Diese wird derzeit noch als Lagerfläche vom Baubetriebshof genutzt. „Wir räumen die Fläche und wollen dann in das Gewerbegebiet am Hopelser Weg ziehen“, sagt Baubetriebshofleiter Johann Burlager.

Auf die frei werdende Fläche soll im Sommer als erster Schritt die Skater-Anlage, die sich bisher zwischen dem Stadion- und dem Feuerwehr-Gelände befindet, ziehen. Die weitere Gestaltung des Jugendplatzes soll nach Auswertung der Jugendumfrage, die noch bis zum 31. Januar läuft, gemeinsam mit den Jugendlichen geplant werden.

Kommunen profitieren unterschiedlich viel

Als Stadt mit weniger als 25.000 Einwohnern erhält Wiesmoor über das Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ die Mindestsumme, also 345.000 Euro. Emden und Aurich als einwohnerstärkste Städte Ostfrieslands erhalten sogar 1.090.000 Euro. Leer kann mit 755.000 Euro planen. Diese Summe steht Städten zu, die zwischen 25.000 und 40.000 Einwohner haben. In Ostfriesland haben insgesamt 14 Kommunen sowie mit Bunde und Jemgum ein Kommunalverband Anträge für das Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ gestellt, wie Klaus Wieschemeyer vom Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung auf Nachfrage mitteilt.

Allen Anträgen – den 15 aus Ostfriesland und den insgesamt 207 aus Niedersachsen – sei stattgegeben worden. Die Gemeinde Großefehn wäre laut Wieschemeyer beispielsweise auch förderungsberechtigt gewesen, hätte aber keinen Antrag eingereicht. Insgesamt 120 Millionen Euro werden über „Perspektive Innenstadt“ ausgeschüttet.

Ähnliche Artikel