Kulturbewahrung

Kapitänshaus: Paar erhält große finanzielle Unterstützung

| | 29.01.2022 13:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Vanessa und Moritz Messerer stecken viel Herzblut in die Rettung eines Kapitänshauses, das kurz vor dem Abriss stand. Archivfoto: Ortgies
Vanessa und Moritz Messerer stecken viel Herzblut in die Rettung eines Kapitänshauses, das kurz vor dem Abriss stand. Archivfoto: Ortgies
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Ein Paar aus Großefehn ist der Finanzierung der Renovierung eines Kapitänshauses einen Schritt näher gekommen. Es haben sich viele Spender gefunden. Dennoch geht das Crowdfunding in die Verlängerung.

Westgroßefehn - Vanessa und Moritz Messerer sitzen auf heißen Kohlen. Endlich will das junge Paar mit der Renovierung ihres vor anderthalb Jahren gekauften Kapitänshauses in Westgroßefehn beginnen. Doch derzeit geraten die Planungen etwas ins Stocken. „Es sind einige Fragen zwischen der Denkmalschutzbehörde und unserem Architekten zu klären“, sagt Moritz Messerer. Sobald die Differenzen ausgeräumt und die Genehmigung für die Arbeiten da sind, solle es sofort losgehen. Im Herbst – so hofft das Paar – soll das Herzstück des denkmalgeschützten Gebäudes restauriert werden: eine Tapete aus dem Jahr 1806.

Wissentlich gibt es eine ähnliche Malerei auf Leinwand, die sich über alle vier Wände eines Raumes erstreckt, nur noch vier Mal in Ostfriesland. Um diesen Schatz zu retten, müssen Vanessa und Moritz Messerer tief in die Tasche greifen. Ohne finanzielle Hilfe können sie das Projekt nicht stemmen. Deshalb haben die beiden eine Crowdfunding-Aktion gestartet. „Wir sind überwältigt von der großen Unterstützung“, sagt Moritz Messerer. Fast 25.500 Euro kamen durch 338 Spender (Stand Freitagnachmittag) bereits zusammen. Doch reicht die Summe noch nicht, um alle Arbeiten finanzieren zu können. „Für die Tapete an sich sollten wir damit hinkommen. Abstriche machen müssten wir dann bei Feinheiten wie den Fußleisten und den Butzen“, sagt Moritz Messerer.

Mehr als 200 Jahre alt ist diese Tapete. Doch unter anderem die Feuchtigkeit setzt ihr zu. Die Restaurierung kostet allerdings viel Geld. Foto: Messerer
Mehr als 200 Jahre alt ist diese Tapete. Doch unter anderem die Feuchtigkeit setzt ihr zu. Die Restaurierung kostet allerdings viel Geld. Foto: Messerer

Paar lässt sich nicht politisieren

Von vornherein angesetzt war das Crowdfunding bis zum 31. Januar. Seit Donnerstag ist klar: Die Aktion geht für 30 Tage in die Verlängerung. Laut einem Kostenvoranschlag sind für die Maßnahmen im Tapetenzimmer 120.000 Euro notwendig. „Es ist aber schon ein Weilchen her, als wir uns den eingeholt haben. Gut möglich, dass es durch die Preissteigerung jetzt noch teurer wird“, sagt Moritz Messerer. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) bezuschusst das Vorhaben mit 75.000 Euro, anderweitig zusammenkommen müssen also mindestens 45.000 Euro. „Vielleicht erreichen wir die Summe ja durch die Verlängerung des Crowdfundings“, sagt Moritz Messerer.

Neben zig Privatpersonen hat auch eine Partei das Projekt finanziell unterstützt. „Wir freuen uns über jeden, der uns helfen will. Wir möchten uns aber nicht politisieren lassen. Entsprechend stellen wir uns Parteien nicht für Fotos zur Verfügung. Das Haus an sich kann, nach vorheriger Abstimmung, aber gerne fotografiert werden“, sagt Moritz Messerer. „Das Projekt ist uns eine Herzensangelegenheit.“

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