Berlin

Lauterbach und Wieler? Nein, Deutschland braucht „Team Freiheit“

Michael Clasen
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Von Michael Clasen
| 30.01.2022 16:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die wichtigsten Corona-Krisenmanager: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (rechts) und RKI-Chef Lothar Wieler. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
Die wichtigsten Corona-Krisenmanager: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (rechts) und RKI-Chef Lothar Wieler. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
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Viele Länder wie Großbritannien, Dänemark, Spanien und die USA verzichten trotz Omikron-Welle und Rekordzahlen auf strenge Corona-Maßnahmen. Und Deutschland? Sollte es das Land etwa verpassen, den Angstmodus rechtzeitig auszuschalten?

Fakten lügen nicht: Die Omikron-Welle hat in England zu einer Belastung des Gesundheitssystems geführt, weil auch vermehrt Krankenhauspersonal an der Corona-Variante erkrankte.

Es gab aber keine extreme Überlastung oder gar eine Katastrophe, wie manche befürchtet hatten. Weder stieg die Zahl der Schwersterkrankten im Vergleich zu vorherigen Wellen extrem an noch die Zahl der im Zusammenhang mit Corona Verstorbenen.

Omikron verläuft also deutlich milder. Hinzu kommen effektive Booster-Impfungen und Anti-Corona-Medikamente. Viele Experten weltweit sehen daher die Chance, die Pandemie zu überwinden, sofern nicht eines Tages wieder eine deutlich gefährlichere Variante auftaucht.

In Deutschland bestimmt dagegen das „Team Vorsicht“ die öffentliche Meinung. Gesundheitsminister Karl Lauterbach geißelte das englische Vorgehen gar als „unethische Wette“. Das Robert-Koch-Institut um Lothar Wieler forderte noch vor Weihnachten bundesweite Lockdown-Maßnahmen inklusive Schul- und Kita-Schließungen. Symptomatisch für den deutschen Corona-Weg ist die Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate – obwohl im übrigen Europa weiter ein halbes Jahr gilt. Lauterbach und Wieler haben mit diesem Überraschungscoup nicht nur vielen Deutschen das Leben erschwert. Es drängt sich auch die Frage auf, auf welcher wissenschaftlichen Erkenntnis die umstrittene Entscheidung beruht.

Wie schon bei der Frage, wie gefährlich Long-Covid für Kinder sein soll, bleiben Lauterbach und Wieler überzeugende Antworten schuldig. Zum Glück mehren sich in Deutschland die Stimmen, die einen verantwortungsvollen Umgang mit Corona fordern und zugleich die Kollateralschäden für Gesellschaft, Gesundheit, Bildung und Wirtschaft angemessen berücksichtigt wissen wollen. Auch folgten die meisten Kultusminister der Länder nicht dem Rat des RKI, Schulen und Kitas zu schließen. Sie müssen auch weiter unter allen Umständen offenbleiben.

Deutschland sollte auf einen Ausstieg aus dem Corona-Krisenmodus hinarbeiten. Es braucht jetzt eine klare Exit-Strategie. Kanzler Olaf Scholz muss das zur Chefsache machen. Andernfalls droht ein Fiasko wie bei der Impfpflicht-Debatte, die schon jetzt für die Ampel-Koalition wie für die Gesellschaft insgesamt zu einer Belastung geworden ist. Spätestens, wenn die Omikron-Welle in wenigen Wochen abgeklungen ist, würde Deutschland ein „Team Freiheit“ guttun.  

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