Politik

Spielplatz-Wunsch: SWK stößt auf Anklang

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 03.02.2022 11:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Pewsumer Schulspielplatz ist seit dem Sommer nur noch eingeschränkt nutzbar. Archivfoto: Wagenaar
Der Pewsumer Schulspielplatz ist seit dem Sommer nur noch eingeschränkt nutzbar. Archivfoto: Wagenaar
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In Pewsum soll ein großer neuer Spielplatz entstehen, wünschte sich die SWK im Krummhörner Infrastrukturausschuss. Nun schließt sich auch die SPD an und fordert, Geld bereitzustellen.

Pewsum - Wo sollen die Kinder außerhalb der Schulzeit hin, wenn sie klettern oder rutschen wollen? Diese Frage stellt sich in Pewsum seit dem Sommer, als die Nutzungszeiten des Schulspielplatzes eingeschränkt wurden. Der Grund: Unruhestifter hatten so lange für Ärger gesorgt, bis die Gemeinde Krummhörn den Spielplatz einzäunte, nachdem sie zuvor sogar schon einen Sicherheitsdienst engagiert hatte. Nun bringt die Politik das Thema aber neu ins Rollen und fordert einen neuen großen Spielplatz an anderer Stelle.

Was und warum

Darum geht es: Nachdem in Pewsum der Spielplatz der Grundschule eingezäunt worden war, tummelte sich die Jugend an anderen Orten wie der Manningaburg. Nun wird ein neuer Treffpunkt im Ort gefordert, für Jung und Alt.

Vor allem interessant für: Bewohner und Besucher von Pewsum, die Zeit im Freien verbringen möchten

Deshalb berichten wir: Kürzlich wurde das Thema Spielplatz im Infrastrukturausschuss behandelt.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

So ging es im Infrastrukturausschuss des Rates um einen Antrag der Sozialen Wählergemeinschaft Krummhörn (SWK), in dem diese die Gemeindeverwaltung dazu aufforderte, Geld für eine geeignete Freizeitfläche im Haushalt 2022/2023 einzuplanen. Außerdem wünschte sich die Fraktion in dem Antrag, dass das Gespräch mit den Kindern und ihren Eltern gesucht wird, um gemeinsam einen kleinen Workshop zu starten. „Dann kann man direkt auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen und sehen, was gebraucht wird. Es wäre wünschenswert, wenn dies federführend der/die Jugendpfleger übernehmen könnte“, schreibt Nadine Booken von der SWK.

Looden sieht SWK-Vorstoß kritisch

Ihr Fraktionskollege Ralf Ludwig ergänzte im Ausschuss, dass zudem auch über Fitnessgeräte, Mülleimer und Sitzplätze auf dem Gelände nachgedacht werden sollte. Für den Spielplatz würde der SWK zufolge auch sprechen, dass Pewsum und Woquard durch Baugebiete wachsen. Die Verwaltung sollte allerdings zuerst eine grobe Kostenschätzung abgeben. Als Vorbild soll bei der Planung der Greetsieler Abenteuerspielplatz dienen, der für 70.000 Euro neugestaltet und ausgebaut worden war, bevor er 2018 wiedereröffnete.

Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) erinnerte jedoch im Ausschuss daran, dass es sich dabei um kein Projekt der Gemeinde handelte, sondern dass es von der Interessengemeinschaft zur Förderung Greetsiels und der Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel verwirklicht wurde. Die Krummhörn habe 19 Dörfer und alles, was über den Standard hinausgehe, sei bislang durch Spenden oder durch das Engagement von Vereinen verwirklicht worden, so Looden. „Ich sehe daher nicht, dass wir für diesen Spielplatz Geld in den Haushalt einstellen sollten.“

SPD stellt Ergänzungsantrag

Die Fraktionen im Ausschuss einigten sich daher darauf, die Entscheidung über den SWK-Antrag erst einmal zu vertagen und zunächst intern zu beraten. In der nächsten Ausschusssitzung sollte dann die Verwaltung einen Überblick über die derzeitigen Spielplätze in der Krummhörn geben, hieß es.

Nun meldet sich jedoch die SPD mit einem Ergänzungsantrag zu Wort, der auf dem der SWK aufbaut. Darin verweist Fraktionschef Alfred Jacobsen darauf, dass auch seine Partei schon im Wahlkampf gefordert habe, einen Abenteuerspielplatz in Pewsum zu schaffen. Wenn man sich nun mit der SWK zusammenschließe, könne man in der Sache die Ratsmehrheit bilden, begründet er den Ergänzungsantrag. Jacobsen fordert daher nun, dass 25.000 Euro Planungskosten für einen neuen Spielplatz in den Haushaltsplan eingestellt werden.

Touristik GmbH soll die Planung übernehmen

Da Heinrich Heinenberg, der kommissarische Geschäftsführer der Touristik GmbH, bei der Planung in Greetsiel federführend tätig gewesen sei, solle er auch in Pewsum als Berater bei der Planung, Umsetzung und Realisierung in Erscheinung treten, so Jacobsen. „Er hat sich seinerzeit um die Beschaffung von Fördermitteln aus dem Leader-Programm zur Entwicklung des ländlichen Raumes erfolgreich gekümmert.“

Ähnlich wie in Greetsiel soll nun auch in Pewsum kein herkömmlicher Spielplatz entstehen, sondern er soll viel größer werden und unter anderem auch behindertengerechte Spielgeräte bieten. Das Ansinnen der SWK, die Jugend und die Eltern bei der Planung mit einzubeziehen, unterstützt die SPD „ausdrücklich“, heißt es. „Mit diesem Schreiben möchten wir die Verwaltung beauftragen, uns gemeindeeigene Flächen zu benennen, die als Standort in Frage kommen, mit der Option von Erweiterungsmöglichkeiten, um daraus eine Begegnungsstätte für Jung und Alt zu gestalten.“

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