Osnabrück

Empfehlung für zweite Booster-Impfung: Was wir bisher wissen

Stella Bluemke
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Von Stella Bluemke
| 03.02.2022 17:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Stiko empfiehlt eine zweite Booster-Impfung für bestimmte Personengruppen. Foto: Sven Hoppe/dpa
Die Stiko empfiehlt eine zweite Booster-Impfung für bestimmte Personengruppen. Foto: Sven Hoppe/dpa
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Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine zweite Corona-Auffrischimpfung für bestimmte Personengruppen. Was wir bisher wissen.

Bisher wurden 61,7 Millionen Menschen vollständig geimpft. 44,6 Millionen haben zusätzlich eine Auffrischimpfung erhalten. Nun empfiehlt die Ständige Impfkommission für bestimmte Personengruppen eine zweite Booster-Impfung. Ein Beschlussentwurf sei zur Abstimmung an Fachkreise und Bundesländer gegangen. Änderungen seien noch möglich. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) begrüßt die neue Stiko-Empfehlung. Sie gebe Älteren und Risikopatienten „zusätzliche Sicherheit“. Was bisher über die vierte Impfung bekannt ist:

Für wen wird die zweite Booster-Impfung empfohlen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine zweite Auffrischimpfung für Menschen ab 70 Jahren, für Bewohner und Betreute in Pflegeeinrichtungen, für Menschen mit Immunschwäche ab fünf Jahren sowie Mitarbeiter in medizinischen und Pflegeeinrichtungen. Das gilt insbesondere für Mitarbeiter mit direktem Patienten- oder Bewohnerkontakt.

Mit welchem Impfstoff?

Die zweite Auffrischimpfung soll mit einem mRNA-Impfstoff (BioNTech, Moderna) erfolgen, so wie bereits die erste. Für Personen unter 30 Jahren empfiehlt die Stiko eine Impfung mit dem Vakzin von BioNTech. Für Personen über 30 sind beide mRNA-Impfstoffe gleichermaßen geeignet.

Wann soll die zweite Auffrischungsimpfung erfolgen?

Gesundheitlich gefährdete Personen sollen frühestens drei Monate nach der dritten Impfung die vierte erhalten. Bei Mitarbeitern in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen soll frühestens nach sechs Monaten eine zweite Auffrischimpfung erfolgen.

Warum eine zweite Booster-Impfung?

Die Stiko bezieht sich auf Daten, die zeigen sollen, dass der Schutz nach der ersten Booster-Impfung gegen Omikron bereits innerhalb weniger Monate abnimmt. Das sei besonders für Menschen ab 70 Jahren und für Personen mit Immunschwäche relevant, da sie das höchste Risiko für einen schweren Verlauf nach einer Corona-Infektion haben. Schwere Erkrankungen sollen so verhindert und der Schutz verbessert werden.

Isolation und Quarantänemaßnahmen sollen so verringert und die medizinische und pflegerische Versorgung gesichert werden.

Was ist, wenn ich nach der ersten Auffrischimpfung an Corona erkrankt war?

Wer nach dem ersten Booster an Corona erkrankt war, braucht keine weitere Auffrischimpfung.

Wie verträglich ist der zweite Booster?

Die Datenlage zur Effektivität und Sicherheit einer zweiten Auffrischimpfung ist laut Stiko noch limitiert. Es wird angenommen, dass eine zweite Booster-Impfung ähnlich gut verträglich ist wie die erste.

Was besagen Studien zur Wirksamkeit der vierten Impfung?

Eine vierte Corona-Impfung schützt laut einer israelischen Studie nicht ausreichend gegen Omikron. Es sei zwar zwei Wochen nach einer vierten Dosis des Präparats von BioNTech ein „schöner Anstieg“ der Antikörper zu beobachten, für Omikron sei dieser jedoch nicht genug, betonte Professor Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv. Es handele sich allerdings um ein Zwischenergebnis der Studie. Weltweit sei es der erste Versuch mit einer vierten Impfung mit kombinierten Vakzinen.

Der israelische Expertenrat rät zu einer vierten Impfung, da sie vor einer schweren Erkrankung schütze. „Die Entscheidung wurde angesichts positiver Ergebnisse getroffen, die einen drei- bis fünfmal höheren Schutz gegen schwere Erkrankungen nach der vierten Impfdosis zeigten”, hieß es in einer Mitteilung.

Was sagen Experten?

Virologe Christian Drosten sagte Mitte Januar, dass „ab dem zweiten Quartal große Teile der Bevölkerung, vielleicht sogar alle, noch einmal mit einer Update-Impfung gegen Omikron versehen müssen". Aufgrund der Unterschiede zwischen Omikron und anderen Varianten, passe der vorhandene Impfstoff nicht mehr.

"Eine vierte Impfung mit den bisherigen Impfstoffen ist wahrscheinlich sinnvoll, wenn die Immunantwort nach drei Impfungen beispielsweise bei Alten und schwerer Vorerkrankten zu schwach ist", sagte Janosch Dahmen, Gesundheitsexperte der Grünen.

Leif Erik Sander, Impfforscher an der Berliner Charité, empfiehlt ein differenziertes Vorgehen bei der vierten Impfung, auch mit an Omikron angepassten Impfstoffen. Vor allem ältere Menschen würden von einem angepassten Impfstoff profitieren, da sie ein erhöhtes Risiko eines schweren Verlaufs haben. „Ich glaube, mit drei Impfungen ist man super geschützt.“ Von einer vierten Impfung für die gesamte Bevölkerung halte er aktuell wenig.

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