Sicherheit
So schütze ich mein Rad vor Diebstahl
Obwohl die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstahl in Ostfriesland gar nicht so schlecht ist, sollte man sein Drahtesel besser schützen. So klappt es.
Emden/Ostfriesland - Es werden zwar in Ostfriesland immer weniger Fahrräder insgesamt gestohlen, E-Bikes und Pedelecs aber werden immer attraktiver für Langfinger. Beruhigend: Die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstahl ist in Ostfriesland gar nicht mal so schlecht: 2020 lag sie für den Zuständigkeitsbereich Leer und Emden bei 18,4 Prozent und damit deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt von 14,3 Prozent. Aber: Die wenigsten Fahrraddiebstähle werden überhaupt angezeigt, heißt es vom Landeskriminalamt in Hannover. Repräsentative Dunkelfeldstudien haben ergeben, dass nur jeder zweite Fahrraddiebstahl tatsächlich angezeigt wird. Generell gilt: Man sollte besser vermeiden, dass der Drahtesel überhaupt entwendet wird.
Svenia Temmen, Sprecherin der Polizeiinspektion (PI) Leer/Emden, rät: „Es ist immer ein hochwertiges Fahrradschloss zu verwenden. Fahrräder kosten eine Menge Geld und dann bei den Sicherungseinrichtungen zu sparen, wäre falsch.“ Hochwertige moderne Materialien würden einen Diebstahl erheblich erschweren. Die Nutzung von Fahrradketten, um das Fahrrad beispielsweise an festen Gegenständen anzuschließen, sei auch empfehlenswert.
Insbesondere Pedelecs doppelt sichern
Insbesondere bei hochwertigen Pedelecs und E-Bikes raten Fahrradhändler zu zwei Schlössern: Die sogenannten Felgenschlösser sind an den meisten Fahrrädern schon vorinstalliert. Schließt man sie, blockiert das Vor- oder Hinterrad. „Dann können die Räder aber noch weggetragen werden“, erklärte Manfred Stein, Fahrradvermieter in Pilsum, gegenüber dieser Zeitung. Daher haben seine Mieträder auch noch eine Einsteckkette. „Die wickelt man um einen festen Gegenstand, also etwa einen Zaun oder einen Baum.“ Es helfe auch, wenn Räder zusammen geschlossen würden.
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Schlösser etwa aus durchgehärtetem Spezialstahl, die etwa 50 Euro kosten, könnten nur noch „mit schwerem Gerät geöffnet werden – etwa mit einer Akkuflex“, so Stein. Dass die ein Dieb mit sich trägt, erscheint eher unwahrscheinlich. Wichtig sei bei den E-Rädern auch, wenn möglich, den Akku mit einem Schloss zu sichern oder mitzunehmen und den kleinen Computer vom Lenker ebenfalls einzupacken. Das mache den Diebstahl weniger attraktiv.
An Diebstahl-Hotspots aufpassen
„Wichtig ist auch, Fahrräder nicht über Nacht schlecht gesichert irgendwo offen und frei zugänglich abzustellen oder stehen zu lassen“, betont Temmen. Das gilt insbesondere in Hotspots für Diebstähle. In Emden und Leer seien diese nachwievor die Bahnhöfe in den beiden Städten, sowie die Innenstadtbereiche – also etwa die Leeraner Mühlenstraße, hieß es von der PI im Sommer 2020. In Emden seien auch die Bereiche rund um die Berufsbildenden Schulen Zugriffspunkte für Fahrraddiebe. Auch in Aurich gebe es vermehrt Diebstähle in der Innenstadt, sagte Wiebke Baden, Sprecherin der PI Aurich/Wittmund, damals.
Fahrräder kann man registrieren lassen, damit sie – sollten sie mal gestohlen werden – schneller zum Eigentümer zurückfinden. „Es werden viele Fahrräder aufgefunden und im Fundbüro gelagert, weil sie nicht zugeordnet werden können. Das passiert, wenn bei der Fahrraddiebstahlsanzeige nicht alle Daten, vor allem die Fahrradrahmennummer, nicht angegeben wurden. Ohne diese Individualnummer können wir auch z.B. bei Kontrollen nicht feststellen, ob ein Fahrrad entwendet wurde“, erklärt Svenia Temmen. Hier gibt es weitere Infos dazu. Auch ein Fahrradpass, den es bereits als App gibt, könnte bei der Zuordnung helfen.