Soziales
Eltern machen Druck beim Kindergarten Warsingsfehn
Die Lebenshilfe Leer will in Warsingsfehn einen neuen Filius-Kindergarten bauen. Doch die Sache kommt nicht voran. Eltern der Filius-Krippe waren jetzt im Rathaus, um die Sache voranzutreiben.
Warsingsfehn - Warum geht es mit dem Neubau eines Kindergartens durch die Lebenshilfe in Warsingsfehn-West nicht voran? Diese Frage haben Mitglieder des Elternbeirates der Filius-Krippe Moormerland dem Bürgermeister der Gemeinde, Hendrik Schulz (SPD), gestellt. „Wir haben den Eindruck, es gibt Bedenken gegen das Projekt“, sagte Constantin Linden als Sprecher der Eltern bei dem Treffen im Rathaus.
Denn der Bau des Filius-Kindergartens, den die Lebenshilfe vis à vis der Krippe neben der Schule Warsingsfehn-West bauen möchte, ist seit Juli 2020 beschlossene Sache. Zuletzt hatte die Lebenshilfe eine Eröffnung für August dieses Jahres angepeilt, doch daraus wird nichts werden, sagte Schulz. Die Verwaltung arbeite noch an der Änderung des Bebauungsplans und habe Gutachten dazu in Auftrag gegeben.
Eröffnung soll im Sommer 2023 sein
Der Bürgermeister kündigte eine Eröffnung des neuen Kindergartens nunmehr für das Kindergartenjahr 2023/24 an, also in etwa anderthalb Jahren. Die fünf Elternvertreter des Krippenbeirates nahmen das zur Kenntnis, doch erfreut sind sie nicht. Denn sie hätten natürlich gerne ihre Kinder von der Krippe direkt in den Kindergarten desselben Trägers am gleichen Standort gegeben. So wird das für viele nicht klappen.
„Die Campus-Idee hätte aus unserer Sicht nur Vorteile“, unterstrich Linden. Von einem Campus war zu Beginn des Projektes die Rede, weil Kinderkrippe, Kindergarten und Grundschule unmittelbar nebeneinander stehen sollen und Kindern somit der Wechsel erleichtert wird. Die Lebenshilfe verfolgt mit dem Filius-Konzept zudem einen integrativen Ansatz, der eine gemeinsame Betreuung von behinderten und nichtbehinderten Kindern vorsieht.
Eltern in Sorge um Betreuungsplätze
„Wir haben Bedenken, dass das Projekt wieder verschoben wird“, machte Anneke Schüür deutlich. Die Filius-Krippe hatte wegen der Verzögerungen des Neubaus im vergangenen Jahr eine Genehmigung für eine altersgemischte Gruppe bekommen. Diese ermöglicht es, dass Kinder über drei Jahre, die eigentlich in den Kindergarten wechseln müssten, noch in der Krippe bleiben konnte. Diese Genehmigung läuft laut Linden im Juli aus.
Als Ersatz für den geplanten Kindergarten gibt es eine vorläufige Lösung mit Containern neben der IGS, den „Kleinen Leuchtturm, betrieben vom Sozialwerk der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Moormerland. Diese Lösung werde fortbestehen, versicherte Hendrik Schulz, der Vertrag werde jährlich verlängert, bis der Filius-Kindergarten der Lebenshilfe fertig ist.
Kennen Politiker die Probleme von Eltern?
„Es ist sehr schwer, einen Kindergartenplatz zu finden“, sagte Linden. Das gelte auch für den „Kleinen Leuchtturm“. Wer zwei Kinder im Kindergartenalter habe, müsse eventuell sogar Plätze in zwei verschiedenen Einrichtungen in Kauf nehmen. Vielleicht, fragen sich die Eltern, sei die Problematik den Entscheidungsträgern in der Gemeinde nicht so bewusst. „Ein Gehalt reicht heute nicht, um den Lebensstandard zu sichern“, heißt es in dem Papier, das sie Schulz überreicht haben. Beide Elternteile müssten arbeiten, deshalb gehe es nicht ohne Betreuungsplatz.
Kritik hatte es anfangs seitens der Grundschule gegeben. Schulz will Kontakt zur Schulleitung suchen, um zu vermitteln. Die Zielvorstellung zum Kindergartenjahr 2023/24 sei zwar ehrgeizig, „aber wir arbeiten daran, dann klappt das auch“, zeigte er sich optimistisch.